Zebrastreifen, verkehrsberuhigte Bereiche, Markierungen: Gleich 16 Anliegen standen auf der Tagesordnung der jährlichen Verkehrsschau am Donnerstag – für einige gabs grünes Licht, andere wurden ausgebremst. Gleich mehrere Wünsche wurden zudem in die Wartezone geschickt. Hier sollen erst weitere Zählungen mehr Klarheit bringen.

Wartebereich

Die Verkehrsschau besteht aus Gemeinderäten, Vertretern der Stadtverwaltung, des Landratsamtes, der Polizei und der Straßenmeisterei (zudem in diesem Jahr auch mit dem künftigen Bürgermeister Dirk Harscher als Gast), die einmal pro Jahr Verkehrsanliegen bespricht. Beim Treffen jetzt am Donnerstag allerdings wurde beschlossen, über eine ganze Reihe von Anträgen erst zu entscheiden, wenn mehr Fakten vorliegen.

Das gilt etwa für den Wunsch des Jugendparlaments (Jupa) nach einem Zebrastreifen in der Schwarzwaldstraße (Höhe Steinhäußlerstraße) für Schüler. Hier soll erst gezählt werden, wie viele Fußgänger und Fahrzeuge tatsächlich unterwegs sind und Bedarf überhaupt vorhanden ist. Benjamin Ehmann (Straßenmeisterei) mahnte in diesem Zusammenhang an, „nicht die ganze Stadt mit Zebrastreifen und Schildern zuzupflastern“. Ebenfalls unter – noch mehr verstärkter – Beobachtung steht ab sofort der Mini-Kreisel Wehrerstraße. Hier hatte kürzlich ein Vater eines radfahrenden Mädchens, das im Kreisel angefahren worden war, den Wunsch nach zusätzlichen Markierungen etwa wie in der Schweiz geäußert. Johann Albrecht (Vertreter der Polizei) legte dazu Zahlen aus dem Jahr 2017 vor. Demnach ist der Mini-Kreisel kein Unfallschwerpunkt, jedoch stehen fünf Unfälle zu Buche – wobei bei allen fünf jeweils ein Radfahrer mit einem Auto zusammenstieß. Albrecht: „Es sind immer Radfahrer, die betroffen sind.“ Zwar habe sich dank des Mini-Kreisels die Situation im Vergleich zu früher verbessert – darauf wiesen unter anderem Heidi Malnati (CDU) und auch Hildegard Pfeifer-Zäh (Freie Wähler) hin. Und doch „ist es so, dass wir Probleme haben, seit es es ihn gibt“, stellt Ordnungsamtsleiterin Cornelia Claßen fest. Die Runde war sich im Grundsatz einig, dass ein Mini-Kreisel mit fünf Ästen an dieser Stelle einfach nicht optimal sei. Für Ehmann etwa ist er an dieser Stelle „schlicht fehl am Platz.“

Stellt sich die Frage: Was tun? Für zusätzliche Markierungen wie Schutzstreifen – dafür machte sich Ernest Barnet (Grüne) stark – sei der Kreisel zu klein. Albrecht schlug vor, das Ganze erst einmal weiter zu beobachten, „mindestens ein Jahr“. Wurde doch erst jetzt im Frühjahr Tempo 30 eingeführt und ausgeschildert, zudem erst kürzlich ein Vorwegweiser für das überörtliche Wegleitsystem aufgestellt. Das Landratsamt – für die Straße zuständig – soll zudem verstärkt das Tempo kontrollieren.

Offen ist, was unternommen wird, wenn sich die Unfälle doch häufen. Als Option wurden in der Runde Ampeln genannt – was aber bei den Gemeinderäten auf wenig Gegenliebe stieß. Ansonsten, so Cornelia Claßen, lasse sich die Situation „nur durch einen Umbau beheben“. Ebenfalls in die Wartezone geschickt wurde ein Antrag für eine Querungshilfe in der Gündenhausener Straße zwischen Käppelemattweg und Johann-Sutter-Straße. Wie in der Schwarzwaldstraße soll zuerst der Verkehr gezählt werden.

Grünes Licht

Fest steht, dass der Zebrastreifen in der Wehrer Straße um einige Meter Richtung Osten verlegt wird. Angedacht ist, dass in diesem Zuge auch die gebührenfreien Parkplätze auf der südlichen Straßenseite entfallen. Parken soll dann nur noch einseitig am nördlichen Fahrbahnrand möglich sein. Ebenfalls Handlungsbedarf gibt es im Oberfeld. Hier hat eine Interessensgruppe vom Bürgern den Antrag auf Piktogramme gestellt. Die sollen zwar nicht kommen, dafür aber noch mehr Tempokontrollen. Verkehrszählungen haben gezeigt, dass vor allem in der Karlsbader Straße das zulässige Höchsttempo (30 km/h) deutlich überschritten wird, die Übertretungsquote ist mit 41 Prozent massiv. Eine Lösung gefunden werden soll auch für das Schlattholz. Zwar ist der Wunsch nach einem verkehrsberuhigten Bereich – wiewohl sich das Gebiet theoretisch eignen würde – derzeit kein Thema. Jedoch soll für den Bereich Stabhalter- Flury-Straße/Nikolaus-Singeisen-Weg Ideen entwickelt werden (Sackgasse?), um den Durchgangsverkehr umzulenken. Verbessert werden soll auch die Ausfahrtssituation in Fahrnau an der Kirchstraße/Kirchplatz auf die Hauptstraße. Hier sind zusätzliche Parkverbot-Markierungen vorgesehen. Und Auf der Gänsmatt soll ein befristetes Halteverbot (werktags 7 bis 17 Uhr) Lkw die Belieferung von Firmen erleichtern.