Am Elften Elften ist auch bei den Fasnächtlern in Schönau der Startschuss für die närrische Saison 2020 gefallen. In Topform und bestens präpariert gab man sich am Montagabend, als im Café Goldmann mit der obligatorischen Narrentaufe der Neumitglieder und der Bekanntgabe des Mottos 2020 die fasnächtliche Kampagne gestartet wurde: „Häsch de Boge überspannt, isch de Pfiil no in de Hand.“

Bevor jedoch Oberzunftmeisterin „JoJo“ Johanna Tröndle das Geheimnis um den Wahlspruch für die kommende Saison lüftete, mussten elf neue Cliquen-Mitglieder die närrische Taufprozedur über sich ergehen lassen. Was sich für die Täuflinge als stressige Tortur erweist, ist für die Zuschauer hingegen pure Gaudi. Bestens erprobt in diesem Geschäft sind seit langem Melanie Held und Noemi Marx von den Schönauer Schellenteufeln, die auch dieses Mal ihre Zeremonie an elf Täuflingen vollzogen.

Kaum hatten diese die kniffligen Ratespiele wie das Herausfinden diverser Gegenstände und eine Reise nach Jerusalem heil überstanden, ging es an den Pranger, wo ihre hilflose Lage nochmals auf eine harte Probe gestellt wurde. Erst nachdem ihre Häupter reichlich mit Blumenerde, Katzenstreu, Mehl und Konfetti überschüttet waren, erhielten sie die begehrten Taufurkunden: Chiara Caputo, Katharina Strohmaier, Noemi und Suala Buchter von den Schönauer Hexen, Timo Böhler von den Webstüblern, Nico Locker und Tim Wetzel vom Fanfarenzug Schönau sowie Florian Rabe, Lilli Zimmermann und Gabriel Sprich von den Pfieffechöpf sowie Matthias Becker von den Flößern.

Um Punkt 22.22 Uhr war es soweit: Vom Fanfarenzug mit dem Narrenmarsch schmissig eingestimmt ergriff Oberzunftmeisterin Johanna Tröndle das Mikrofon, um das Motto für die kommende Fasnet bekannt zu geben.

Nach bangen Momenten, bei denen in den letzten Wochen für die Schönauer Fasnet einiges auf dem Spiel stand, können Johanna Tröndle und ihre Kolleginnen nun entspannt in die Zukunft schauen – „Gott sei dank, es isch aller Ehre wert, Petra Held hät sich als Kassiererin bereit erklärt.“ Damit sind zumindest die Schönauer Narren gerettet.

Ob das im lokalen und politischen Geschehen auch der Fall sei, werde die Zukunft zeigen. Zumindest einige Baustellen, wie den künftigen Innenstadtverkehr, den „Windpark-Stress“ und auch das Nahwärme-Netz haben die Narren bereits im Visier. Mehr dazu dürfte beim Zunftabend im Februar zu hören sein.