Auf den ersten Blick ist die 16-jährige Lisa Leistler ein ganz normaler Teenager. Was sie jedoch von ihren Altersgenossen unterscheidet: Sie ist im November vergangenen Jahres in der Kirchengemeinde Oberes Kleines Wiesental zur Gemeindeältesten gewählt worden. Möglich wurde dies durch eine Neuregelung, die erstmalig das Mindestalter der wählbaren Gemeindemitglieder auf 16 Jahre herabgesetzt hat.

Zentrum des Gemeindelebens im Oberen Kleinen Wiesental ist die Laurentiuskirche in Tegernau.
Zentrum des Gemeindelebens im Oberen Kleinen Wiesental ist die Laurentiuskirche in Tegernau. | Bild: Yvonne Rünzi

Lisa Leistler ist seit einigen Jahren in einem Jungkreis aktiv und schätzt den dortigen Austausch mit Gleichaltrigen – auch und gerade über den Glauben. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, weiter im Jugendbereich aktiv zu sein und sieht in dem Amt ihre persönliche Möglichkeit, die aus ihrer Sicht sehr wichtige Jugendarbeit nach Kräften zu unterstützen.

Die Frage, ob Lisa Leistler denn mit einer Wahl zur Ältesten gerechnet hat, bejaht sie sofort mit einem verschmitzten Lächeln, und auf die anschließende Frage, wie sie denn „als Küken“ von den anderen Ältesten aufgenommen wurde, antwortet sie: „Die sind froh, dass jetzt junges Blut dabei ist!“ Sie sei sehr froh über die Akzeptanz und die gute Zusammenarbeit. Bei der Frage, was sie denn im Kirchengremium erreichen möchte, wird sie ernst und denkt einen kurzen Moment nach: „Ich möchte aktiv dazu beitragen, die Kirche attraktiver für Jugendliche zu machen, zum Beispiel durch Schaffung von mehr Angeboten speziell für Jugendliche“, sagt die Schülerin, die die Kaufmännische Schule in Lörrach besucht.

Auch den ökumenischen Gedanken möchte sie verstärkt in den Jugendbereich einbringen. So würde sie zum Beispiel gerne vermehrt mit katholischen Jugendlichen zusammenarbeiten. Darüber sei sie bereits mit der Gemeindediakonin des Projektbüros im Gespräch. Mögliche gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen könnten etwa das Thema Mobbing in den Blick nehmen oder auch den Umgang mit Randgruppen. Auch sei geplant, als Jugendgruppe an den „Baden-Games 2020“ teilzunehmen.

Als Älteste wirkt Lisa auch aktiv bei dem zukünftigen Zusammenschluss beider Kirchengemeinden Oberes und Vorderes Kleines Wiesental mit: Sie arbeitet in gleich zwei Arbeitsgruppen an dem Entwurf des dazu erforderlichen Kooperationsvertrags mit. Der Vertrag soll bis zu den Sommerferien fertiggestellt sein. „Ich freue mich auf die nächsten Jahre als Älteste“, sagt die jüngste Älteste. Der Jungkreis, der von Sarah Gempp geleitet wird, trifft sich wechselweise im Jugendraum der evangelischen Kirche in Tegernau und im Pfarrhaus Schlächtenhaus. Neulinge sind immer willkommen. Wann sich die evangelische Jungschar wo trifft, ist jeweils dem aktuellen Gemeindebrief zu entnehmen.

Die bislang einmal pro Monat stattfindenden Treffen finden jetzt jetzt zweimal im Monat statt: Sozialdiakonin Fabienne Gentner hat nun ebenfalls die Leitung der Jungschar übernommen.

Während Sarah Gempp projektbezogene Inhalte setzt – aktuell findet ein Theaterprojekt statt –, wird Fabienne Gentner schwerpunktmäßig für die Einbringung des evangelischen Profils Sorge tragen.