Schopfheim – Kurzer Prozess für kurze Wege: Damit die Kinder aus dem Wohngebiet Schlattholz nicht weiterhin den langen Weg zur Max-Metzger-Grundschule in der Schopfheimer Innenstadt gehen müssen, will die Stadtverwaltung kurzerhand die Grenzen der Schulbezirke ändern. Wenn der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag zustimmt, marschieren die Erstklässler aus dem Schlattholz ab dem kommenden Schuljahr in die Grundschule Fahrnau.

  • Die Schulbezirke: Gut anderthalb Kilometer sind es aus dem Kleinmachnower Ring auf den Schulhof der Max-Metzger-Schule. Bislang galt es für die Kinder aus dem wenige Jahre alten Wohngebiet Schlattholz, diese Meter jeden Morgen auf sich zu nehmen. Über Schlattholz- und Oberfeldstraße Richtung Himmelreichstraße, dann weiter über die Wehrer Straße in die Innenstadt und über die Bahnhofstraße zur Schule – immer entlang viel befahrener Auto-Routen und mit einigen unübersichtlichen Straßenquerungen. Viele Eltern haben wohl auch daher gerade in den Wintermonaten eher auf das Auto zurückgegriffen, um ihren Nachwuchs in der morgendlichen Dunkelheit sicher vor die Schultür zu bringen. Die Grenzen der Grundschulbezirke verlaufen nämlich so, dass das eigentlich näher an Fahrnau liegende Schlattholz zum Schopfheimer Bezirk gehörte. Und zwar deshalb, weil das Gebiet auf Schopfheimer Gemarkung liegt. Ein Umstand, der bis zur Ausweisung des Neubaugebiets keine Rolle gespielt hat.
  • Änderung der Grenzziehung: Als dann aber dort ein Wohngebiet vor allem mit Einfamilienhäusern entstand und sich abzeichnete, dass die Kinderdichte dort vergleichsweise hoch sein würde, diskutierten Stadtverwaltung und Schulamt bereits 2011 die Möglichkeit, die Schulbezirksgrenzen zu verschieben. Seinerzeit einigte man sich auf eine Übergangslösung, schreibt die Stadt in der Sitzungsvorlage. Wer seine Kinder in Fahrnau in die Grundschule schicken wollte, musste einen entsprechenden Antrag beim Schulamt stellen. Weil sich diese Anträge in den vergangenen Jahren gehäuft haben – laut Stadt etwa zehn bis 15 pro Jahr –, hat nun die Schulkonferenz der Fahrnauer Grundschule einen Vorstoß gemacht, das Thema wieder aufs Tableau zu bringen. Denn nicht nur wegen der größeren Entfernung, auch wegen der Sicherheit der Schulkinder spreche alles für die Grundschule in Fahrnau. Der Weg aus dem Schlattholz dorthin ist gerade einmal rund 600 Meter lang – zur Metzger-Schule nach Schopfheim ist es für manche bald dreimal so weit. Und obendrein sind die Kinder auf dem Schulweg künftig auf dem verkehrsberuhigten Nikolaus-Singeisen-Weg ziemlich sicher vor zu viel Autoverkehr, es wartet nur noch die Überquerung der Blasistraße.

Die Neuregelung verspricht also mehr Sicherheit und weniger Bürokratie: „Eine Verschiebung der Schulbezirksgrenze und künftige Zuordnung des Schlattholzgebiets zur Grundschule Fahrnau würde für die Zukunft klare Regelungen schaffen und zahlreiche Antragstellungen vermeiden“, heißt es in der Ratsvorlage. Dieser Schritt sei mit dem Schulamt auch bereits abgestimmt. Die Stadt, so schreibt die Verwaltung, befürwortet die Änderung ausdrücklich.

  • Auswirkungen: Wenn der Gemeinderat zustimmt, werden ab dem Schuljahr 2020/2021 die Schulanfänger – sofern die Eltern nichts anderes wünschen – in Fahrnau in die Schule gehen. Wer bereits in Schopfheim zur Schule geht, der bleibt dort auch bis zum Ende der Grundschulzeit. Auswirkungen auf die Schülerzahlen beider Schulen erwartet die Stadtverwaltung in überschaubarem Rahmen: „Auf die stabile Dreizügigkeit der Dr. Max-Metzger-Schule hätte diese Änderung keine Auswirkung“, sagt die Verwaltung voraus. Für die Grundschule Fahrnau sehen die Schulverantwortlichen im Rathaus weiterhin eine stabile Zweizügigkeit vorher, „je nach Jahrgangsstärke könnte es sogar auch mal zu einer – jedoch nicht durchgängigen – Dreizügigkeit kommen, was jedoch aus Sicht der Schulleitung unproblematisch wäre“, heißt es in der Vorlage.

Der Gemeinderat tagt am Dienstag, 12. November, um 19 Uhr öffentlich im Rathaussaal in Schopfheim.