Schopfheim Krankenhaus-Verein des Zentralklinikum Schopfheim sucht neue Wege

Der Krankehaus Förderverein steht vor der Frage Auflösung oder Neuausrichtung. Verein will deswegen Umfrage unter Mitgliedern starten.

Was tut ein Förderverein, dem sein Förderobjekt abhanden kommt? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Schopfheimer Krankenhaus-Förderverein in seiner ersten Generalversammlung nach dem Kreistagsbeschluss zur Einrichtung eines Zentralklinikums in Lörrach. Der Schopfheimer Standort wird dann bekanntlich geschlossen.

Unter den Versammlungsteilnehmern – darunter auch Vertreter von SPD, CDU und Unabhängigen – entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Zukunft der medizinischen Versorgung in Schopfheim und über die Rolle, die der Krankenhausförderverein darin künftig spielen könnte. Dabei kristallisierten sich drei Optionen heraus:

 

Option 1 – Auflösung

 

Vereinszweck ist die ideelle und finanzielle Unterstützung des Schopfheimer Krankenhauses. Gibt es dieses nicht mehr, verliere auch der Förderverein seinen Sinn; folgerichtig wäre dann die Auflösung des Vereins. „Der Förderverein hat sich erledigt“, sagte etwa Wolfgang Bühler, und plädierte dafür, ihn sofort aufzulösen. „Damit würden wir ein politisches Zeichen setzen.“ Ein sanfteres Ausstiegsszenario wäre die Weiterführung der Vereinsarbeit, bis das Krankenhaus in Schopfheim tatsächlich geschlossen ist; für die nächsten acht bis zehn Jahre soll es noch bestehen bleiben.

 

Option 2 – Neuausrichtung

 

Eine zweite Überlegung ging dahin, den Verein neu auszurichten und sich allgemeiner auf die medizinische Versorgung in Schopfheim und im mittleren Wiesental zu konzentrieren. „Das Krankenhaus steht symbolisch und faktisch für die medizinische Versorgung in Schopfheim“, sagte Vorsitzende Dagmar Fuchs. Werde die Entwicklung nicht schleunigst korrigiert, werde sich die jetzt bereits prekäre Situation (etwa bei den Hausärzten) mit dem Wegzug der Klinik noch verschärfen. Ein neu ausgerichteter Förderverein könnte hier Impulse setzen und auf politischer Ebene Einfluss nehmen, so die Überlegung. Dabei sollten Initiativen etwa in Richtung Ärztehaus oder erweitertes MVZ das Krankenhaus-Gebäude miteinbeziehen. Dass in Sachen medizinischer Versorgung dringender Handlungsbedarf besteht, stand für die Anwesenden außer Frage. Keine Einigkeit allerdings herrschte darüber, ob der Kranken-hausverein dafür das richtig Forum ist und von den Mitgliedern mitgetragen würde.

 

Option 3 – Für das Zentralklinikum

 

Als dritte Option stand im Raum, die Entwicklung der Klinik mitzuvollziehen und künftig, eventuell im Zusammengehen mit dem Rheinfelder Pendant, als Förderverein für die Zentralklinik aktiv zu werden. Diese Überlegung hatte Klinikarzt Michael Maraun ins Spiel gebracht, und auch Sigrid Schwalke als Pflege-Teamleitern sah eine solche Umorientierung als einzig zukunftsträchtig an. Tatsächlich habe der lokale Bezug durch die kreisweite Ausrichtung der Kliniken GmbH auch für die Mitarbeiter jetzt bereits an Bedeutung verloren. Allerdings stieß die Idee auf wenig Gegenliebe. Das Engagement im Fördervereins beziehe sich explizit auf den hiesigen Standort, nicht auf ein zentrales Gebilde in Lörrach. Da nur wenige der etwa 100 Vereinsmitglieder den Weg in die Versammlung gefunden hatten, soll nun auf schriftlichem Wege ein Meinungsbild zur Zukunft des Vereins eingeholt werden.

Die Aktivitäten des Vereins konzentrierten sich in den letzten Jahren weniger auf die politische Einflussnahme als auf die materielle Unterstützung des Krankenhauses. So wurde medizinisches Gerät wie Doppler, Notfallrucksack, oder Rettungsbretter angeschafft – elementare Dinge, die eigentlich nicht Sache eines Fördervereins sein, sondern zur normalen medizinischen Ausstattung gehören sollten, so Vorsitzende Dagmar Fuchs. „Das zeigt, wo das Schopfheimer Krankenhaus seit vielen Jahren schon steht: Auf dem absteigenden Ast“, merkte Sigrid Schwalke an. In jüngerer Zeit wurde mit Unterstützung des Vereins ein Abschiedszimmer eingerichtet, in dem sterbende Krankenhauspatienten und ihre Angehörigen Raum für einen würdigen Abschied finden. Bei den Wahlen wurden Dagmar Fuchs und Rechner Stefan Weihrauch in ihren Ämtern bestätigt. Jasmin Spahic wurde zweiter Vorsitzender.

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