Schopfheim – Mit einer gezielten Kampagne im Herbst will die Stadt Schopfheim den Ausbau von Photovoltaik und Solarthermie fördern. Private Hauseigentümer erhalten eine kostenlose Solarberatung und unabhängige Informationen. Damit will die Stadt auch im Rahmen des European Energy Awards einen großen Schritt nach vorne machen. Auf Schopfheimer Dächern liegt ein großes Potenzial für erneuerbaren Strom und Wärme brach, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung.

Im Rahmen des European Energy Awards (EEA) hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen. Die geeigneten stadteigenen Dächer sind allerdings längst mit Photovoltaik-Anlagen bestückt. Platz ist dagegen noch auf den Dächern von Wohnhäusern oder auch Gewerbebetrieben. Wie Christine Griebel, EEA-Koordinatorin der Stadt, auf Anfrage mitteilt, waren im Jahr 2017 genau 407 Photovoltaikanlagen auf privaten Dächern in Schopfheim in Betrieb, neuere Zahlen existieren nicht. Wenn man sich vor Augen hält, dass Schopfheim um die 4000 Wohnhäuser hat und ein großer Teil dieser Anlagen auf den Dächern von Gewerbebetrieben installiert ist, ergibt sich eine Ahnung davon, wie viel Potenzial hier noch ungenutzt ist: Weit unter zehn Prozent der privaten Wohnhäuser sind bestückt.

Private Hauseigentümer seien sich oft unsicher, ob sich Sonnenenergie für sie rentieren könnte, schreibt die Stadt. Grund dafür sei die in den letzten Jahren gesunkene EEG-Einspeisevergütung für Solarstrom. „Dadurch nehmen viele an, dass sich neue Photovoltaik-Anlagen für sie in Zukunft nicht mehr lohnen“, heißt es in der Mitteilung. Doch das sei nur die halbe Wahrheit: Zum einen hätten sich gleichzeitig auch die Kosten für die Solarmodule in den letzten Jahren deutlich reduziert. Das andere entscheidende Stichwort sei der Eigenverbrauch: Wird der im Haushalt benötigte Strom auf dem eigenen Dach produziert, anstatt ihn teuer vom Stromversorger zu beziehen, so könne sich dank der Einsparungen eine Photovoltaik-Anlage rechnen. Allerdings müsse dazu die jeweilige Situation vor Ort genau geprüft werden.

Mit einer Info-Offensive will die Stadt im Herbst an die Hausbesitzer herantreten. Die Schopfheimer Solarkampagne biete eine unabhängige Information und Beratung an: Als Einstieg sind auf der Webseite der Stadt Schopfheim nützliche Informationen zusammengestellt, zum Beispiel der Solaratlas der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Im Solaratlas kann jeder Hauseigentümer nachschauen, wie gut sich sein Dach – von der Sonneneinstrahlung her – für eine Solaranlage eignet.

Erste Informationen gibt es auch bei zwei Veranstaltungen: Bei der langen Nacht der VHS am 20. September und beim „Sanierungsmobil“ auf dem Herbstmarkt am 29. September stehen Harald Klemm, Energieberater der Verbraucherzentrale, und Christine Griebel für Fragen zur Solarkampagne und vielen anderen Energiethemen zur Verfügung.

Christine Griebel koordiniert die Arbeit am European Energy Award (EEA) in Schopfheim.
Christine Griebel koordiniert die Arbeit am European Energy Award (EEA) in Schopfheim. | Bild: Kapitz

Kernpunkt der Schopfheimer Solarkampagne sei eine kostenlose Solarberatung für 50 Gebäudeeigentümer, in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und der Energieagentur Südwest. Für den sogenannten „Eignungs-Check Solar“ kommt ein Energieberater nach Hause und prüft, ob sich das Gebäude für Solarenergie eignet. Er kann je nach Interesse des Eigentümers die Eignung für Photovoltaik, für Warmwassererzeugung oder für beides untersuchen. Bei dem Vor-Ort-Termin nehmen die Energieberater zum Beispiel den Dachtyp, den Dachzustand und die Dachschräge, den Verschattungsgrad, die vorhandene Heizungsanlage sowie die Anschlussmöglichkeiten unter die Lupe. Nach dem Termin erhält der Eigentümer einen Ergebnisbericht.

Wer dann genau wissen möchte, was bei Planung, Installation und Betrieb einer Photovoltaik-Anlage alles zu beachten ist, sollte sich den 15. Januar 2020 vormerken, kündigt die Stadt an. An diesem Tag bietet die VHS Schopfheim den Vortrag „Das Geld liegt auf dem Dach – neue Chancen für die Photovoltaik“ an. Christian Kaiser von der Energieagentur Südwest informiert dabei über erforderliche Komponenten, rechtliche und organisatorische Aspekte sowie Fördermöglichkeiten. Die Schopfheimer Solarkampagne ist eine Kooperation der Stadt Schopfheim mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und der Energieagentur Südwest. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.