Schopfheim – Zugang zu einem großen Netzwerk kostenloser Hilfsangebote erhalten junge Mütter bei der Fachstelle Frühe Hilfen in der Wallstraße 1a in Schopfheim. Koordinatorin dieses Netzwerks ist Fachstellenleiterin Beate Schapfel. Sie berät Mütter mit Kindern von null bis drei Jahren zu Erziehungsthemen, vermittelt Kontakte zu Ärzten oder Psychologen, zur Partnerschaftsberatung oder zu Familienpaten und baut bei Bedarf auch Brücken zum Jugendamt. Einen Termin gibt es zeitnah: „Das machen wir innerhalb einer Woche möglich“, sagt Schapfel.

Zuständig ist die Fachstelle Frühe Hilfe auch bei allen Fragen, Themen und Problemen rund um die Schwangerschaft. Seit November 2018 leitet die Diplom-Sozialarbeiterin mit Zusatzausbildung zur systemischen Beraterin die Fachstelle in Schopfheim, die eine Außenstelle der Frühen Hilfen des Landratsamtes Lörrach ist. Die Außenstelle in Schopfheim gibt es seit 2016, der Zuständigkeitsbereich ist das Mittlere und Obere Wiesental von Steinen bis Todtnau. Hausbesuche sind möglich. Beate Schapfel betont, dass es bei den Angeboten der Frühen Hilfe nicht um medizinische Beratung, sondern um die psychosoziale Beratung und Unterstützung der Mütter geht.

Wenn Unsicherheiten oder Schwierigkeiten mit einem Baby oder Kleinkind der Mutter über den Kopf wachsen, könne die Fachstelle eine wichtige Anlaufstelle sein, sagt Schapfel. „Ich höre zu und mache mich gemeinsam mit der Familie auf die Suche nach Lösungen. Allein einen Ort zu haben, an dem Sorgen und Nöte Platz haben, ist für viele Familien wichtig und ein erster Schritt, dem viele weitere ermutigende Schritte folgen können“, sagt Beate Schapfel. „Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, dass es gar nicht so bekannt ist, dass es uns überhaupt gibt und welche Angebote wir bereitstellen.“

Beate Schapfel zur Seite steht die Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Kerstin Monatsberger-Rogge. Die 34-jährige Fränkin hat zusätzlich zu ihrer Grundausbildung den Kontaktstudiengang „Prävention und Gesundheitsförderung in jungen Familien“ an der Dualen Hochschule in Stuttgart absolviert, ist Mutter von drei kleinen Kindern und gehört seit Juni 2019 zum Team.

Auf Nachfrage kommt sie bis zu zwölf Monate ein- bis zweimal wöchentlich für etwa eine Stunde zuhause vorbei, um die Mütter in Fragen zur Gesundheit, Entwicklung oder Pflege ihres Kindes im Alltag zu unterstützen, gerade in der Anfangszeit sei das sinnvoll. „Durch meine langjährige Arbeit im Krankenhaus und als Mutter weiß ich, welche Fragen und Probleme junge Eltern beschäftigen.“ Oft herrsche bei ihnen Unsicherheit darüber, was bei einem Kind oder Baby „normal“ ist und was nicht. Klassische Fragen jungen Mütter sind etwa: Darf mein Kind bei uns im Bett schlafen? Schläft es zu viel? Zu wenig? Und wie verhält man sich, wenn der Nachwuchs in die Trotzphase kommt?

Vertrauen von großer Bedeutung

Die Dritte im Bunde in der Fachstelle ist die freiberufliche Hebamme Margret Gräßlin, die eine Zusatzausbildung zur Familienhebamme absolviert hat. Bei Bedarf kann die Fachstelle Frühe Hilfen sie anfordern und Margret Gräßlin kommt dann zu den Müttern nach Hause – bis zu zwölf Monaten nach der Geburt. Dieser Zeitraum kann auf Antrag verlängert werden. Eigentlich stehe jeder jungen Mutter in den ersten zwölf Wochen nach ihrer Geburt kostenlose Unterstützung durch eine Hebamme zu, erläutert Margret Gräßlin. Die jungen Mütter fühlen sich vielleicht unsicher, etwa in Fragen der Ernährung oder was das Stillen betrifft. „Doch viele stehen heute alleine da, weil so viele Hebammen bereits ausgebucht sind. Es kommen nur wenige nach. Fast alle Hebammen, die ich kenne, sind über 45 Jahre alt“, erklärt Margret Gräßlin.

Mindestens so wichtig wie die praktischen Tipps und Infos, die die Mitarbeiterinnen der Fachstelle geben können, ist die Vertrauensbeziehung zwischen Beraterin und junger Mutter. Man müsse den Müttern in ihrer neuen Lebenssituation im übertragenen Sinn den Rücken stärken, ihr Selbstwertgefühl. „Viele junge Mütter glauben, sie machen alles falsch, und immer wieder gibt es Leute im Umfeld, die alles besser wissen.

Stattdessen wollen wir den Müttern zeigen, wie viel sie intuitiv gut und richtig machen“, sagt Kerstin Monatsberger-Rogge. Dass die jungen Mütter in der Fachstelle einen vertrauensvollen Schutzraum bekommen, dass es hier auch um die Bedürfnisse der Mütter geht, ist ein Grundprinzip in der Arbeit des Frühe-Hilfen-Teams: „Eine Mutter muss sich gut fühlen – dann geht es auch dem Baby gut.“

Kontakt zur Fachstelle für Frühe Hilfen Schopfheim, Wallstraße 1a; Telefon 07622/58 00 und beate.schapfel@loerrach-landkreis.de. Weitere Informationen im Internet:
http://www.loerrach-landkreis.de/fruehehilfen
http://loerrach.frühehilfen.info

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