Mit Musik hat das Jahr 2018 begonnen, mit Musik geht es zu Ende: Der Soundtrack zum Jahresrückblick ist ein Potpourri verschiedenster Melodien – Balladen, Märsche, Heavy-Metal-Kracher, Schlaflieder, Kanons, Klagelieder, Arien. Wer welches Liedchen in welcher Tonart gesungen hat (und wie das Publikum drauf reagiert hat), das stellen wir im Jahresrückblick zusammen: der Soundtrack des Jahres 2018.

  • „The Winner takes it all“ Ein Lied, das viele Schopfheimer jubeln lässt: Am 21. Oktober nach der Stimmenauszählung heißt „the Winner“ ganz eindeutig Dirk Harscher. So überraschend wie deutlich hat sich der parteilose 48-jährige Langenauer im ersten wie zweiten Wahlgang durchgesetzt. Beide Male liegt er klar vor seinem stärksten Herausforderer, CDU-Kandidat Josef Haberstroh. In den Chor der Harscher-Unterstützer haben im Wahlkampf zuvor auch Grüne und Unabhängige eingestimmt, nachdem deren Kandidat Roland Matzker ebenso wie SPD-Stadtrat Thomas Gsell nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden waren und aus dem Kandidaten-Quartett ein Duett gemacht hatten. Beim Abgesang nach der Wahlniederlage stimmt Haberstroh nach Attacken im Wahlkampf versöhnliche Töne an und wünscht dem Sieger viel Erfolg.
  • „Hurra, Hurra......Zunftabend ist wieder da.“ Nach einem Jahr Pause haben sich Narrenzunft und Zunftabendspieler um Jeannot Weißenberger doch auf eine Zukunft für Schopfheims Fasnachts-Aushängeschild geeinigt. Beim Auftakt am 3. Februar wird klar: Das Narren-Ensemble auf der Bühne hat nichts von seinem Witz verloren.

„Stein auf Stein...auf Stein“ – das Uehlin-Areal soll 2019 fertig sein. „Dies ist ein Tag, der mich innerlich hüpfen lässt“, jubiliert Bürgermeister Christof Nitz am 8. Januar. Der Grund: Nach einer Anlaufzeit von zehn Jahren wird mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für die Bebauung des Uehlin-Areals gegeben. Kurz darauf kommen die Bagger, inzwischen ist der Rohbau weit gediehen. Im Herbst 2019 soll das 14-Millionen-Projekt abgeschlossen sein. Es ist ohnehin ein Jahr der Spatenstiche: Gebaut wird auch am Eisweiher und am Dietrich-Bonhoeffer-Haus des Georg-Reinhardt-Hauses.

  • „Don’t pass me by“ Diesen Song singt Ringo Starr auf dem legendären Weißen Album der Beatles. Mit seinen Zeilen im Kopf – sinngemäß übersetzbar mit „fahr’ nicht vorbei“ – steht wohl manch einer im August vor der abgesperrten Hebelstraße. Die Stadt macht ernst mit der Verkehrsberuhigung Innenstadt. Die Einbahn-Hebelstraße soll ein Baustein sein. Heftig wird auch um die Sperrung der Hauptstraße an Samstagen gestritten – Bürgermeister Nitz verhindert sie durch ein Veto im Gemeinderat. Auch in den Bürgermeisterwahlkampf hinein zieht sich die Diskussion um die Sperrung. Das Thema hat das Zeug zum absoluten Evergreen.
  • „Es ist vorbei...“ bye, bye Pflegestift – kann man frei nach Rio Reiser im Februar singen. Quasi über Nacht schließt die Heimaufsicht das Seniorenheim im Bifig, für die Bewohner müssen schleunigst neue Plätze her. Als Begründung heißt es, dass der Träger Pro Curand „gravierende Mängel“ nicht habe beseitigen können. Im Herbst zeichnet sich eine Zukunft ab: Der Steinener Mühlehof wird die Anlage übernehmen.

„Lass die Finger von...“ nicht Manuela (wie im Hit von „Fettes Brot“), sondern von unserem Bolzplatz! Eine Bürgerinitiative macht im März mobil gegen die städtischen Pläne, einen Teil des Oberfeld-Bolzplatzes mit einem Kindergarten zu bebauen und fordert den Erhalt der beliebten Grün-Oase inmitten der Wohnblocks. Am Ende vergeblich, der Kindergarten kommt.

  • „Time to say goodbye“ Kaum ein Song passt zum Abschied von Bürgermeister Christof Nitz nach 16 Jahren im Amt besser, als diese Ballade von Andrea Bocelli und Sarah Brightman. Zumal Nitz bei seinem offiziellen Abschied Ende Dezember auch noch das Stadtmusik-Orchester dirigieren darf. Manchem Kritiker fallen hier zwar noch andere Melodien ein („Hit the road, Jack, and don’t you come back no more“) – aber es überwiegt bei vielen die Dankbarkeit für das Geleistete.
  • „Sag mir quando......sag mir wann?“ Wann gibt die Denkmalschutzbehörde grünes Licht für den Abriss der alten Uehlin-Häuser? Schon beim Spatenstich auf dem Uehlin-Areal im Januar erklärt der Bürgermeister: Die Stadt will den Abriss. Doch das Denkmalamt stellt sich quer: Nochmal und nochmal soll die Bausubstanz geprüft werden, als hätte die Schallplatte einen Sprung. „Eine never-ending Story“, seufzt Bürgermeister Nitz im Gemeinderat. Und nicht nur deshalb: Auch beim neuen Campus an der Friedrich-Ebert-Schule werden Verzögerungen um mehrere Monate bekannt. So gesehen wäre auch Pink Floyds „Time“ ein passender Titel gewesen...
  • „School’s out... for summer.“ Wenn dieser Alice-Cooper-Hit (vor allem mit seinem letzten Refrain „School’s out forever“) dereinst an der Hebelschule gesungen wird, dann kann das Gebäude theoretisch verkauft werden. Darüber, ob das so kommen soll, oder ob man das altehrwürdige Schulhaus in der Torstraße nicht doch besser im städtischen Besitz lässt, darüber streitet sich der Gemeinderat gut ein halbes Jahr lang. Beschlusslage und gleichzeitig Kompromiss: Verkauft wird das Haus nur, wenn der Käufer ein gescheites Nutzungskonzept vorlegt.

„Another brick... in the wall“: Ein weiterer Baustein bei der Renovierung der Schopfheimer Schullandschaft ist mit der Sanierung des Theodor-Heuss-Gymnasiums fertig. Immerhin durfte der scheidende Gebäudemanager Bertram Ludwig seine Zeit in Schopfheim mit der Sanierung beenden – ein schöner Grund zum Feiern. Aber frei nach Pink Floyd übersetzt: Es ist aber halt doch nur ein weiterer Baustein, es fehlen noch einige weitere. Und da sing nochmal einer, „we don’t need no education“.

Bonus-Tracks

Wie bei den Aufnahmen einer neuen Platte, so ist es auch bei der Auswahl der Themen für den Schopfheimer Jahresrückblick: Nicht alle Lieder schaffen es auf das Album. Solche Fälle werden oft hinterher als Bonusmaterial oder als B-Seiten veröffentlicht. Im Falle des Jahresrückblicks könnten das (natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit) folgende Themen sein:

  • „Simply the best“ Zum zweiten Mal zählt das Schopfheimer Kreiskrankenhaus im Gesundheitsmagazin der Zeitschrift Focus zu den 1000 besten Kliniken Deutschlands. Zu verdanken ist das der Diabetesabteilung.
  • „Fly me to the moon?“ Nein, nicht zum Mond, aber ins Krankenhaus. Rettungshubschrauber landen seit Beginn dieses Jahres nicht mehr beim Krankenhaus, um Notfallpatienten abzuholen, sondern auf dem Parkplatz der Feuerwehr beim Gerätehaus im Bremt. Das findet nicht nur Freunde.
  • „Mit 66 Jahren...fängt das Leben an“, sang einst Udo Jürgens. Damit das in Schopfheim klappt, dient seit Februar ein Seniorenbüro als zentrale Anlaufstelle für alle Belange rund ums Seniorendasein. Es öffnet in Schärers Au.
  • „Fire“ Beim ersten historischen Nachtumzug am Rosenmontag durch die Altstadt, den die Narrenzunft Schopfheim ausrichtet, gibt es Regeln: Es dürfen keine Wagen durchfahren und es herrscht Konfettiverbot. Dafür sind Fackeln (teilweise) erlaubt. Arthur Brown („Fire“) hätte seine Freude gehabt.

Das Eichener Kirchlein wurde im Jahr 2018 stolze 200 Jahre alt. Das wird mit Musik und Gottesdienst gebührend gefeiert.