Wie heißt es so schön? Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im Steinener Ortskern wird der bisherige Neukauf-Lebensmittelmarkt spätestens ab Weihnachten 2020 unter der Marke Hieber weiterlaufen. Der neue Markt soll um die Räumlichkeiten erweitert werden, in denen seit Jahrzehnten die Sparkasse untergebracht ist, die Sparkasse plant einen Neubau im Ortskern. Und nicht zuletzt steht den Steinemern im kommenden Jahr auch noch der Abschied von der im Neukauf untergebrachten Traditionsschlachterei Gebhardt ins Haus.

  • Aus Neukauf wird Hieber: Gerüchte, dass sich etwas beim Steinemer Neukauf tut, machen schon länger die Runde im Dorf. Offiziell wurden die Neuigkeiten am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz mit Dieter Hieber, André Marker und Rainer Liebenow als Vertretern der Sparkasse, Neukauf-Eigner Christof Gebhardt und Bürgermeister Gunther Braun verkündet. Die Quintessenz: Aus dem 1990 erbauten Steinener Neukauf mit seinen 950-Quadratmetern Verkaufsfläche soll bis spätestens Herbst 2020 ein Hieber-Markt mit rund 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Die zusätzliche Fläche gewinnt der Markt durch die Integration des einstigen Gasthauses Hirschen, in dem seit 56 Jahren die Sparkasse untergebracht ist. Dort, wo jetzt noch Kreditgespräche geführt werden, sollen ein Backshop und ein Café unterkommen. Nach monatelangen Vorgesprächen seien sich alle Beteiligten inzwischen handelseinig geworden, freute sich Patrick Scheuermann, Chef der kommunalen Wohnbau, der das Projekt eingefädelt hat. Das Neukauf-Gebäude geht für einen nicht genannten Kaufpreis ins Eigentum der Hieber-Kette über. Alle 16 Mitarbeiter sollen übernommen werden.
  • Hintergründe: Am Anfang der Überlegungen stand, dass sich Metzger Christof Gebhardt – ihm gehören sowohl das Neukaufgebäude als auch die von der Sparkasse angemieteten Räumlichkeiten – schon seit längerem mit einem Nachfolge-Problem herumschlägt. „Geben Sie mir zwei Gesellen und ich hätte weitergemacht“, meinte Gebhardt am Freitag. Auf der anderen Seite steht das Interesse von Lebensmittelhändler Dieter Hieber am Weiterführen innerörtlicher Märkte, wie er es unter anderem in Kandern und Müllheim bereits unter Beweis gestellt hat. Für ihn ist der Kauf des Steinener Neukaufs mit besonderen Emotionen verbunden, schließlich hat die Erfolgsgeschichte seines mittlerweile kräftig expandierenden Unternehmens mit einem kleinen Lebensmittelgeschäft seines Vaters in Höllstein einst begonnen. Nicht zuletzt wäre das Interesse des Edeka-Konzerns zu nennen, seine Neukauf-Märkte nach und nach zu privatisieren. Patrick Scheuermann hat all diese Interessen zusammengeführt. Zum Wohle aller Beteiligter, wie er findet.
  • Sparkasse geht an neuen Standort: Weil der Steinener Neukauf mit seinen rund 950 Quadratmetern Verkaufsfläche vergleichsweise klein ist, ging Dieter Hieber als erstes auf die Vertreter der benachbarten Sparkasse zu, um herauszufinden, wie hoch dort das Interesse am Standort Steinen ist. „Das Interesse ist riesig“, stellte Sparkassendirektor Rainer Liebenow am Freitag heraus. Steinen sei für die Sparkasse ein ganz wichtiger Ort, „wir machen hier bedeutende Geschäfte“. Doch auch, wenn man seit Jahrzehnten Mieter im einstigen Gasthaus Hirschen ist, wollte die Sparkasse den Hieber-Expansionsplänen nicht im Wege stehen. Das Geldinstitut will einen Neubau beziehen, „ortskernnah“, wie es am Freitag hieß. U
  • Zufriedenheit auf allen Seiten: „Aus Steiner Sicht ist das die optimale Lösung“, erklärte Bürgermeister Gunther Braun. Es sei, so findet Braun „zwingend notwendig, die Nahversorgung hinzubekommen“. Der Erhalt des Einkaufsmarktes im Herzen von Steinen unter Hieber-Flagge sei unter diesem Aspekt extrem wichtig. Der künftige Eigner Dieter Hieber sieht in Steinen großes Einkaufspotenzial, man werde als Gesamtunternehmen vom jüngsten Hieber-Kind sicher profitieren.