Das Motto „Handwerk trifft Kunst“ ging auf. Fünf Betriebe luden am Samstagabend zum dritten Quartierfest im Lusring ein und jeder füllte diesen Wahlspruch auf seine Weise mit Leben. Die Besucher kamen in Scharen, informierten sich über Neuerungen und Produkte und ließen sich bei gutem Essen musikalisch unterhalten.

Walter M5 schließt:

Für die Firma Walter M5 war dies das letzte Quartierfest, denn der Betrieb schließt zum 31. Dezember 2018 „aus gesundheitlichen Gründen“, wie Inhaber Marcus Walter mitteilte. Die Firma stehe zum Verkauf, Personal und Material würden von einer anderen Schopfheimer Firma übernommen. Seinen Kunden wollte er diese Nachricht jedoch nicht erst im Dezember bei der Weihnachtsbaumaktion mitteilen und dann wenige Tage später dichtmachen. „Ich werde meine Kunden vermissen“, bekannte Walter.

Neben einigen ausgestellten Kirchturmspitzen, die aus der Blechnerei seines Bruders Thomas stammen, hatte auch der Landgasthof Erdmannshöhle einige Skulpturen aus seinem Bestand an Erdmännchen mitgebracht, die um die große Feuerschale herum besonders zu späterer Stunde eine gar märchenhafte Kulisse abgaben. Exklusiv war hier auch das Essen mit einer speziellen Flammkuchenkreation und Pulled Porc aus dem Hasler Gasthof.

Modenschau der besonderen Art:

Mit einer Modenschau, bei der die neue Arbeitskleidung präsentiert wurde, stellte Wolfgang Zipser sein achtköpfiges Team vor. Stolz teilte er mit, dass sein Sohn Daniel Zipser im Frühjahr seinen Meister gemacht habe und damit der dritte Meister in dritter Generation im Familienbetrieb sei. Seiner Mitarbeiterin Lena Ahrens dankte er mit zwei Eintrittskarten für ein Fußballspiel des SC Freiburg in München mit Übernachtung für die Organisation der Gewerbeschau, die sie zusätzlich zu ihrer Arbeit auch in ihrer Freizeit übernommen hatte.

Lehrling Patrick Rümmele und Geselle Jonas Ahrens demonstrierten einen Auszug aus der täglichen Arbeit und zeigten die unterschiedlichen Verbindungstechniken von Kupferrohrleitungen von früher und heute. „Abschneiden, zusammenstecken, fertig.“ Die heutige Technik sei mit einer enormen Zeitersparnis verbunden, denn früher musste man alles aufwändig löten. Wer wollte, durfte auch mal selbst ein Kupferrohr nach seinen Wünschen verbiegen. Mit der Live-Band „Project X“ traf man den Publikumsgeschmack und mit ausgesuchten Gerichten vom Restaurant Sonne ließen sich die Besucher gerne verwöhnen. Gemälde der Schweizerin Rösli Fuster, die „zwischen Kloschüsseln und Heizkesseln“ zu sehen waren, gaben der Veranstaltung eine weitere künstlerische Note. Wolfgang Zipser warb bei der Gelegenheit um neues Personal. „Arbeit isch do“, meinte er.

Pflege von Oldtimern:

Dieter Seidel kennt sich aus mit Restaurationstechniken rund um den Oldtimer. Ein paar davon demonstrierte er für interessierte Besucher. „Das lernt man in meinen Kursen“, gibt er sein Wissen gerne an Anfänger wie Fortgeschrittene weiter, sei es an den privaten Oldtimerbesitzer, der sein Fahrzeug selbst verschönern oder den Werkstattinhaber, der sein Personal besonders schulen möchte. Mit einer „Faltencreme“, einem Fön, Lederfarbe und anschließender Versiegelung beseitige man Scheuerstellen am Leder so, dass trotzdem Patina und Flair, also die Narbungen und Sitzfalten, erhalten bleiben und es trotzdem wie neu aussehe. Für die Wochenendkurse können die Teilnehmer auch eigene Objekte mitbringen oder gemeinsam mit den anderen Kursteilnehmern und unter fachkundiger Beratung auf Fehlersuche gehen. Das Restaurant Glöggler sorgte hier für das Catering.

„Beulendrücker“:

Ebenfalls um Autos dreht es sich bei der Kappler Fahrzeugreinigung. Weit um das Firmengelände herum waren etwa 40 besonders getunte Mobile ausgestellt, die von den Tuning Clubs Panda Express und Black Forest Tuner zur Verfügung gestellt wurden. Die Mitglieder informierten dabei über ihr Hobby mit dem fahrbaren Untersatz, an dem in der Freizeit geschraubt und geputzt wird.

DJ Sascha Nouveaux sorgte für die passende Musik. Falls es mal kleine Dellen oder Hagelschäden an den Fahrzeugen geben sollte, sei nicht zwingend eine komplett neue Lackierung notwendig, was besonders bei Speziallackierungen eine kostspielige Angelegenheit darstellt. „Beulendrücker“ Heinrich Gutjahr, wie Firmenchef Hanspeter Kappler ihn nennt, demonstrierte die Technik, mit der man kostengünstig Türrempler oder Hagelschäden beseitigen kann.

Die Technik erfordere eine spezielle Ausbildung, viel Fingerspitzengefühl und auch viel Übung, erklärte der Spezialist. Dazu müsse man immer auf dem neuesten Stand sein, was den Aufbau der Fahrzeuge angeht, denn nur, wenn man wisse, wie man an die eingedellte Stelle herankomme, könne man die Beule mit dem Spezialwerkzeug auch vorsichtig und ohne Lackschäden herausdrücken.

Fenster und Türen:

Schon von weitem konnte man die lateinamerikanischen Klänge der Band „Son como son“ mit Frontmann Ricardo Mera hören, die noch bis spät in die Nacht die Besucher zum Tanzen animierten. Die Inhaber Christian und Sandra Fuhrmann führten währenddessen die Besucher durch die eigene Ausstellung mit Fenstern, Türen und Sonnenschutz. Vor allem Wintergärten wurden stark nachgefragt, verriet Sandra Fuhrmann und der elektrische Schieberolladen sorgte für Furore und brachte so manchen auf Gestaltungsideen für das eigene Heim, da kaum jemandem bekannt war, dass es so etwas gibt. Auch mit dem Besucherzuspruch zeigte man sich zufrieden. Von der Cafébar Tesnaz (Tessy) gab es dazu noch Flammkuchen.