Der Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik beschloss in seiner Sitzung am Montagabend, dass sich die Stadt Schopfheim an den Kosten des Landkreises Lörrach für die Anschaffung einer Motorradlärm-Displayanlage an der Kreisstraße in Gersbach anteilig zur Hälfte, maximal mit 10 000 Euro beteiligt. Sitzungsleiter Ernes Barnet (Grüne) erinnerte an eine Vorort-Begehung, in der geklärt wurde, wo das Display Sinn macht.

Die Installation sei aufwändig, sagte Gersbachs Ortsvorsteher Christian Walter. Die Beteiligung der Stadt an den Kosten garantiere aber, dass Schopfheim die Anlage auch einmal anderswo errichten könne. Schade sei, dass sich das Lärmdisplay nicht in Gersbach-Schlechtbach realisieren lasse. Dort hätten die Bürger an einem für Motorräder guten Tag eine Zählung vorgenommen. Das Resultat – so sei es ihm zu Ohren gekommen: 300 Motorräder in einer Stunde, Tendenz steigend. Es gehe nicht nur um Lärmbelästigung, sondern auch um massive Unfälle, merkte Walter an. Vom Lärmdisplay verspreche sich Gersbach Erfolge, wobei wichtig sei, dass innerhalb des Landkreises dasselbe Bild auf dem Display erscheine. Genau das habe laut Experten die Signalwirkung.

Ortsvorsteher Martin Gruner bedauerte, dass es in Kürnberg rein technisch nicht möglich sei, das Display zu installieren. Und er bedauere es, dass es in Todtnau-Präg nicht zustande gekommen sei. In Kürnberg werde es mit Schildern versucht, wobei auch sie ein einheitliches Design haben sollten. „Bei gutem Wetter bleibt an Samstagen und Sonntagen wegen des Lärms fast nichts anderes übrig, als auszuziehen“, schilderte Gruner die Situation. Martin Gruner ärgert, dass die Deutschen nicht in der Lage seien, auf unfallträchtigen Strecken – eben auch Kreisstraßen – Tempo 70 einzuführen. Die Franzosen hätten auf ihren Kreisstraßen vom 1. Juli an Tempo 80 verordnet.

Dem pflichtete Sitzungsleiter Barnet durchaus bei. „Das sollten wir vielleicht noch einmal angehen“, meinte er. Martin Gruner erinnerte auch daran, dass eine professionelle Lärmmessung zugesagt worden sei. In Kürnberg, Schlechtbach und Gersbach sähen die Ergebnisse sicher ähnlich aus. „Beides geht nicht“, erklärte Ernes Barnet. Wenn die Stadt 10 000 Euro für die Lärmdisplay-Anlage zahle, könne sie nicht zusätzlich 10 000 Euro für eine Lärmmessung ausgeben. Das Gerät könne zwar viel, – unter anderem werden Geschwindigkeiten und Art des Fahrzeugs, ob Auto, Motorrad oder Fahrrad aufgezeichnet – er bestehe aber dennoch auf einer Lärmmessung, erklärte Gruner, denn er wolle wissen, was Sache sei. Die Lärmdisplay-Anlage könne bekanntlich nur auf einer geraden Strecke aufgestellt werden, die auch lang genug sei. Die anderen Ortsteile wollten aber auch wissen, woran sie seien.

Bernd Benz (Fachgruppenleiter Bauamt) erinnerte daran, dass ein Spezialist in Sachen Lärmmessung im Gemeinderat gewesen sei. Das Resultat sei die Erkenntnis gewesen, dass eine solche Messung nicht zum gewünschten Ziel führe. Daher sei es sicher um einiges besser und vorteilhafter, das Geld für das Lärmdisplay auszugeben.

So sahen es auch die Ausschussmitglieder und stimmten der Anschaffung des Geräts – inklusive der anteiligen Kostenbeteiligung von maximal 10 000 Euro – geschlossen zu.