Schopfheim Freibad: 620 000 Euro für Minisanierung

Das Schopfheimer Freibad müsste eigentlich von Grund auf saniert werden. Die Kosten dafür würden sich auf 8,5 Millionen Euro netto belaufen – derzeit zuviel für die Stadt. Der Gemeinderat beschloss deshalb als ersten Schritt eine Minisanierung für 620 000 Euro.

Mit dem Flicken von Löchern maroder Leitungen ist es eigentlich nicht getan. Wie die Ist-Analyse des Planungsbüros Fritz zeigte, müsste das Schopfheimer Freibad von Grund auf saniert werden. Doch das wird vorläufig nicht passieren, denn die Kosten dafür würden sich auf 8,5 Millionen Euro netto belaufen. Der Gemeinderat beschloss als ersten Schritt eine Minisanierung für 620 000 Euro netto.

Architektin Evi Hauser vom Planungsbüro Fritz listete nicht nur die Mängel im Schopfheimer Freibad auf , sondern zeigte in drei Varianten auch, was man aus dem Bad machen könnte. Der Einbau einer Wellenrutsche, Halbschalrutsche und Schaukelbucht und neben dem Drei-Meter-Brett eine fünf Meter hohe Plattform könnten das Bad attraktiver machen. Ganz neu ließe sich der Kleinkindbereich gestalten, ein neues Gebäude für Technik müsste her, der Innenbereich vom Kassenbereich bis hin zu den sanitären Anlagen müsste komplett saniert werden, auch der Außenbereich wäre verbesserungswürdig.

„Dass es keinen Applaus gibt, liegt nicht an Ihrem Vortrag, sondern an den Kosten“, sagte Bürgermeister Christof Nitz zur Architektin. Er plädierte dafür, das Bad „am langen Arm fit zu kriegen“ und sich zunächst auf die technisch notwendigen Reparaturen zu beschränken. Sie sollen dann am Ende der Badesaison 2018 und Frühjahr 2019 erfolgen. Schon im Vorfeld der Debatte hatte Zuhörerin Annette Dahlmann gefragt, ob es möglich ist, den hohen Wasserverlust schon vor diesem Termin zu reduzieren oder zu beseitigen. „Das ist aus zeitlichen Gründen nicht hinzukriegen“, erklärte dazu Bürgermeister Nitz, denn es müssten bis hin zur Ausschreibung eine ganze Menge Vorarbeiten geleistet werden.

Im Frühjahr seien die Lecks repariert worden, die gefunden werden konnten. Das Leitungssystem gehe aber durch die Beckenmauern hindurch weiter und die Rohre seien auch dort marode. Man werde also bis zur Minisanierung – die Zu- und Ablaufleitungen sollen erneuert werden – mit einem Wasserschwund leben müssen. Die Aufwendungen im Frühjahr hätten über 40 000 Euro gekostet, erklärte Bürgermeister Nitz. Rund 30 Kubikmeter Wasser pro Tag seien verloren gegangen, was die Stadt mindestens 10 000 Euro zusätzlich koste.

Annette Dahlmann hatte sich auch erkundigt, ob darüber nachgedacht worden sei, eine alternative Planung einzuholen, um eventuell Kosten einzusparen. Das verneinte Christof Nitz mit dem Hinweis darauf, dass es nicht viele Büros gebe, die auf Schwimmbadsanierungen spezialisiert seien, sodass es nicht leicht sei, überhaupt ein Büro zu finden, das zeitliche Kapazitäten habe. Für eine Komplettsanierung des Bades wollte und konnte Nitz keine verbindliche Zusage geben. Jetzt gehe es darum, die Technik für die nächsten fünf bis zehn Jahre auf Vordermann zu bringen. „Müssten, um das Bad betriebsfähig zu halten, rund zwei Millionen Euro aufgewendet werden?“, wollte Peter Ulrich (SPD) wissen. Er hatte dabei auch die Badtechnik im Blick. Die provisorische Übergangslösung liege bei den genannten 620 000 Euro netto, versicherte Evi Hauser. „Im schlimmsten Fall muss die Wasseraufbereitung mit erneuert werden“, warnte Jochen Fritz (Fritz Planung).

Artur Cremans (SPD) sprach sich dafür aus, für die notwendigen Reparaturen im Etat 2018/19 den finanziellen Rahmen zu schaffen. Er beantragte, das Bad in der mittelfristigen Finanzplanung aufzunehmen, was im Beschluss verankert wurde. „Die Solaranlage muss mit berücksichtigt werden, denn keiner geht in kaltes Wasser“, sagte Cremans. Im Übrigen empfahl Jochen Fritz dringend, das Bad mit Edelstahl auszukleiden, da es am längsten haltbar sei. Im Zuge der Aufbrucharbeiten komme man dann auch an die verdeckten Rohrleitungen heran. Investitionen bis 100 000 Euro ins Bad, seien nur „Flickwerk“, so Hildegard Pfeifer-Zäh (FW). Der Beschluss: Für die Erneuerung der Zu- und Ablaufleitungen Ende 2018/Anfang 2019 werden 620 000 Euro im Etat eingeplant; die Summe wird gegebenenfalls für die Solaranlage etwas aufgestockt; die Generalsanierung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Das Freibad wird in die mittelfristige Finanzplanung aufgenommen.

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