Die Kursstätte der Schweißer, die bisher der Gewerbeschule in Rheinfelden zugeordnet war, hat – der Neustrukturierung beruflicher Schulen im Landkreis Lörrach geschuldet – ein neues Zuhause gefunden: die Gewerbeschule am Standort Schopfheim. „Für mich ist das eine Riesenfreude, dass sich der Deutsche Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) für uns entscheiden hat“, bekannte Schulleiter Klaus König am Freitag beim Festakt, mit dem die Ausbildungsstätte eingeweiht wurde.

König hält die Standortwahl „im Hinblick auf die getätigten hohen Investitionen“ für „keineswegs selbstverständlich“ und empfindet es deshalb als „besonders große Ehre“, dass die Entscheidung auch dank tatkräftiger Unterstützung des rührigen Teams um Landrätin Marion Dammann pro Schopfheim gefallen sei. Die Kursstätte sei „eine wichtige Säule für zukunftsweisende und innovative Weiterentwicklung hier im Haus“, sagte König, der sich „eine konstruktive, eine fest verschweißte Partnerschaft des intensiven Austauschs“ wünscht, „um die Professionalität zu fördern, so dass wir in der Region auf hochqualitative Aus- und Weiterbildung und somit auf Verantwortung und Sicherheit vertrauen dürfen“. Denn das, kam Klaus König zum Schluss, werde diese Werkstätte auf Dauer ganz bestimmt ausmachen.

Musikalisch exzellent „zusammengeschweißt“ wurden die Gäste bei der Feierstunde vom Gesangsduo Steffi Lais und Daniel Maier. Die Rede der Landrätin Marion Dammann sorgte dann für ein paar weitere „Schweißnähte“. Sie sollen das Konstrukt neu ausgerichteter, „zukunftsfähiger“ Berufsschulen in ihrem Landkreis festigen. Dem DVS gelte es Dank zu sagen dafür, „dass wir diesen wichtigen Schritt auch für den Standort hier feiern können“.

Eine über 40-jährige Zusammenarbeit mit dem DVS könne nahtlos fortgesetzt werden, betonte die Landrätin und fuhr fort: „Mit dem DVS übernehmen Experten die Einrichtung der Schweißwerkstätten mit modernsten Geräten und aktuellen Lerninhalten, von denen die Auszubildenden profitieren werden.“ Das sei dann doch etwas ganz Besonderes. „Deshalb konnten wir die Kursstätte auch gern etwas größer dimensionieren, als das für den eigentlichen Schulbetrieb benötigt würde.“ Schließlich musste man auch dem Bedarf der Industriebetriebe gerecht werden, die Abends die Kursstätte in Anspruch nehmen werden. Längst seien die ersten angebotenen Kurse ausgebucht.

Das bestätige im Nachhinein die Richtigkeit der Entscheidung des Kreistages, hier zu investieren und damit auch eine indirekte Wirtschaftsförderung zu geben. Nicht zuletzt profitiere auch der DVS von der Einrichtung, die helfe, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es ergebe sich also durchaus das, „was wir eine Win-Win-Situation nennen“, oder – in Fachjargon der Schweißer ausgedrückt – „wir wurden zusammengeschweißt. Und das soll auch so bleiben“, sagte Marion Dammann.

Roland Boecking, Hauptgeschäftsführer des DVS, wies auf die Bedeutung der Schweißtechnik in der Bundesrepublik hin, die mit ihren 451.000 Arbeitsplätzen eine Wertschöpfung von 23 Milliarden Euro pro Jahr erreiche. „Diese Leute müssen alle sehr gut ausgebildet sein, die müssen das richtig können. Und dafür gibt es nun auch die Schule hier.“ Der DVS arbeite permanent daran, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, unter anderem eben auch mit solchen Kursstätten, die in Baden-Württemberg ein gewisses Alleinstellungsmerkmal hätten, wie die in Schopfheim, die zu den DCS-Kursstätten Mittelbaden gehöre.

Er sei sicher, sagte Boecking, dass die Kooperation gut gelinge und dass die SK in Schopfheim neue Synergien schaffe, schon weil die SK in der Markgrafenstadt die einzige Einrichtung dieser Art im weiteren Umkreis sei. Grußworte folgten vom Leiter der Kursstätte Rastatt Ingo Nawrath und nicht zuletzt von Dirk Jäkel, dem DVS-Bezirksvorsitzenden aus Rheinfelden, der zusammen mit Klaus König als Gastgeber der Feierstunde auftrat.

Danach rückte die neue Ausbildungsstätte in den Fokus. Und Marion Dammann durfte sich an der 25 000 Euro teuren Schweiß-Simulations-Station den Helm aufsetzen, um sich – angefeuert vom Leiter der Schopfheimer Kursstätte Dietmar Heckendorn – an einer echt wirkenden, aber lediglich digitalen Schweißnaht zu versuchen, eine Prüfung, die sie mit etwas zerzausten Haaren, aber mit Bravour bestand.

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