Gut aufgestellt zu sein, ist beim Fußball wichtig – auf, aber auch neben dem Platz. Beim FV Fahrnau (FVF) trifft das in Sachen Infrastruktur etwa auf den Rasen- und den Kunstrasenplatz zu. Hier kann der FVF locker mit Kontrahenten mithalten. Tief im Tabellenkeller anzusiedeln ist indes der Zustand des Sanitärbereichs. Der Verein will hier nun aber ebenfalls aufholen und plant einen teilweisen Umbau. Die Stadt, so hofft der Verein, ist dabei finanziell mit von der Partie.

Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte – beim Rundgang durch den Sanitär- und Umkleidebereich im Clubheim des FV Fahrnau bestätigt sich das eindrücklich. Im Container, der vor rund 15 Jahren als Notbehelf angedockt wurde, hat eingedrungenes Wasser unübersehbar schwarze Spuren im Bodenbelag, an Wänden und an der Decke hinterlassen. „Der Container ist komplett durch“, erläutert der FVF-Vorsitzende Mark Leimgruber. Aber auch sonst ist gerade der Umkleidebereich nicht auf der Höhe. Der Blick in den nicht mehr zeitgemäßen Stromverteilerkasten spricht Bände. Dazu kommt etwas, was zwar nicht direkt zu sehen ist, wohl aber am Stromzähler sichtbar wird – das ganze Vereinsheim hat keinerlei Wärmedämmung. Leimgruber: „Wir heizen quasi durch die Decke durch“.

Vorzeigbar sind die Umkleiden, Duschen und der Sanitärtrakt beim FV Fahrnau nicht mehr. Es besteht Handlungsbedarf. Bilder: André Hönig
Vorzeigbar sind die Umkleiden, Duschen und der Sanitärtrakt beim FV Fahrnau nicht mehr. Es besteht Handlungsbedarf. Bilder: André Hönig | Bild: André Hönig

Es gibt da aber nicht nur Zustandsmängel, sondern auch „taktische“ Defizite – in diesem Fall buchstäblich die Raumaufteilung. Der Schiedsrichter etwa hat keine eigene Dusche, muss mit den Spielern duschen – je nachdem, wie emotional das Spiel vorher gelaufen ist, keine allzu glückliche Kombination, wenn sich aufgeheizte Spielergemüter und der Unparteiische gemeinsam abkühlen sollen. Auch fehlt es in diesem Bereich an Toiletten. Kurzum, Leimgruber kann so einige gute Argumente ins Feld führen, wenn er feststellt: „Das ist alles kein Zustand mehr“. Für ihn und den Verein jedenfalls steht schon länger fest: „Wir müssen was tun.“ Es gehe da auch ums Image des Vereins. Wenn der Verein für die eigenen Jugendlichen oder externe Neuzugänge interessant sein will, müsse er sich auch infrastrukturell gut aufstellen.

Eingedrungenes Wasser hat in den Böden
Eingedrungenes Wasser hat in den Böden deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. | Bild: André Hönig

Dass beim FVF-Clubheim in der Grienmatt wie auch beim Sportheim des SV Schopfheim im Oberfeld Handlungsbedarf besteht, ist jetzt keine wirklich neue Erkenntnis. Vielmehr hatte das Wissen um die Defizite vor rund drei Jahren die Debatte um eine Sportstätten-Fusion ins Rollen gebracht. Die Idee eines zentralen neuen Sportparks für beide Vereine in der Grienmatt unterlag dann zwar in der politischen Debatte. Seitdem aber gibt es bei beiden Vereinen Überlegungen, wie es stattdessen weitergeht. Beim SVS ist – wie mehrfach berichtet – ein neues Clubheim in Planung. Von der Stadt gibt’s dazu einen Maximalzuschuss von 600 000 Euro – wobei es sich hier um städtisches Gelände handelt.

und an der Decke deutlich sichtbare Spuren hinterlassen.
Auch an der Decke sind die Schäden nicht zu übersehen. | Bild: André Hönig

Die Fahrnauer Fußballer nun, denen das Gelände selber gehört, haben ebenfalls Vorstellungen entwickelt, die deutlich günstiger sind als das, was einst in der Sportstätten-Debatte im Raum stand. Der Gutachter hatte damals für den Fall, dass es beim Ist-Zustand bleibt, also zwei getrennten Sportstätten, zwei Szenarien entwickelt, wie es in Fahrnau weitergehen könnte. Variante eins sah einen Sportheim-Neubau für rund 660 000 Euro vor. Variante zwei eine Komplettsanierung inklusive Erweiterung um zwei Umkleiden. Die Kosten bezifferte er auf 554 000 Euro. Das, was jetzt der FV Fahrnau auf den Tisch legt, liegt mit 327 000 Euro deutlich drunter.

So soll lediglich der Container durch einen massiven und größeren Anbau ersetzt und der vorhandene Kabinentrakt umgebaut werden. Zwar hätte der Verein dann nach wie vor nur drei Kabinen wie jetzt auch – „aber dafür wären die dann im guten Zustand“, so Leimgruber. Zudem sind dort neue Sanitäranlagen vorgesehen – und eben auch eine Schiedsrichterkabine mit eigener Dusche. Andere Bereiche des Vereinsheims wie die Gaststätte indes würden im Prinzip bleiben, wie sie sind – wobei allerdings das komplette Gebäude mit neuen Fenstern und einer Wärmedämmung ausgestattet werden soll. Zudem soll auch der Parkplatz in Ordnung gebracht werden. „Es ist ganz sicher kein Luxus, den wir hier planen“, betont Leimgruber.

Mark Leimgruber
FVF-Vorsitzender Mark Leimgruber. | Bild: André Hönig

„Wir wollen wirklich nur das Allernotwendigste machen. Aber wir wären damit vollkommen zufrieden und glücklich und hätten dann das, was wir brauchen.“ Auch würde der Verein „so weit es geht Eigenmittel und Eigenleistungen einbringen“. Voraussetzung ist, dass da die Stadt und der Gemeinderat mitspielen und dem FVF den Ball in Form eines Investitionszuschusses zuspielen. 250 000 Euro hat der FVF beantragt. Leimgruber hofft auf positive Signale. „Wir haben einen super Rasenplatz, einen super Kunstrasenplatz, auch die Gaststätte entspricht dem, was wir brauchen.

Wenn jetzt der Sanitär- und Umkleidebereich auf Vordermann gebracht würde, hätten wir genau das, was wir brauchen und wären glücklich.“ Der Umbau, der am Mittwochabend Thema in der Jahreshauptversammlung war, steht auf der Tagesordnung des Finanzausschusses am 24. September.