Auf die Suche nach Bodendenkmälern werden sich am Sonntag auf dem Höhenzug zwischen Kleinem und Großem Wiesental freiwillige Sucher machen. Konkret geht es darum, historische Grenzsteine aus der Frühen Neuzeit aufzustöbern und zu erfassen. Auch Wallgräben oder Schanzanlagen könnten noch im Wald verborgen sein. Leiten wird die Expedition der Heimat-Historiker Werner Störk. Angestoßen haben die Aktion Harald und Daniel Senn aus dem Kleinen Wiesental.

In neuerer Zeit kämpfen am Bergkamm nicht mehr Franzosen gegen Reichstruppen, sondern Windkraftgegner gegen Windpark-Investoren. Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) planen bekanntlich einen Windpark mit bis zu neun Anlagen zwischen Blauen-Gipfel und Böllen. Wie Werner Störk herausgefunden hat, sind einige der Schanzbauwerke durch den geplanten Windpark-Bau gefährdet. Vor allem die Holderschanze liegt genau dort, wo eines der Windräder errichtet werden soll. Beide Sachverhalte zusammen – die Sorge um den Erhalt der Bodendenkmäler und auch die Kritik am Windpark-Vorhaben – haben Harald und Daniel Senn, Vater und Sohn aus Bürchau, dazu animiert, eine Expedition über den Bergkamm zu planen, bei der Freiwillige die Bodendenkmäler suchen, reinigen und erfassen sollen.

  • Die Initiatoren: Harald Senn, engagierter Bürger aus Bürchau, hat schon vor über einem Jahr, so erzählt er, bei der Einrichtung des Biosphärengebiets den Vorschlag gemacht, die Schanzen und Grenzsteine auf dem Höhenrücken zu dokumentieren. „Es war auch schon länger die Idee, aus den beiden bekannten Schanzen am Hau etwas zu machen“, sagt Senn. „Es geht darum, der Bevölkerung zu zeigen, was wir hier haben.“ Sein Sohn Daniel Senn ist in der Bürgerinitiative Schwarzwald Gegenwind engagiert, die sich gegen den Bau des Windparks einsetzt. Vater wie Sohn sind überzeugt, dass das Ensemble von Bodendenkmälern auf dem Höhenzug auf keinen Fall Bauarbeiten zum Opfer fallen darf. So sieht es auch der Heimatforscher Werner Störk, der nicht nur am Zeller Blauen, sondern im gesamten Wiesental Bodendenkmäler – vor allem Schanzanlagen – untersucht und erfasst hat. Störk wird bei der geplanten Expedition als Fachmann dabei sein.
  • Der Zeitplan: Zunächst werden Werner Störk und Gerhard Staib, Vize-Vorsitzender der Gesellschaft zur Erhaltung und Erforschung der Kleindenkmale in Baden-Württemberg (GEEK) in Stuttgart, um 10 Uhr im Gemeindehaus in Bürchau Vorträge halten. Dabei wird Störk auch auf eine erst vor kurzem entdeckte Schanze bei Elbenschwand eingehen. Der Fokus seines Vortrags liegt auf der historischen Funktion des Schanzen-Ensembles. Gerhard Staib wird eine Einführung in die Pflege und Kartografierung von Kleindenkmälern geben. Etwa um 13 Uhr werden sich Initiatoren und Teilnehmer auf dem Wanderparkplatz am Hau treffen und in den Wald aufbrechen, allerdings nur bei gutem Wetter. Vom Gemeindesaal in Bürchau bis zum Hau sind Fahrgemeinschaften möglich.
  • Die Expedition: Unter fachkundiger Anleitung sollen Interessierte – die Initiatoren hoffen auf 15 bis 20 Teilnehmer – vom Hau aus in Richtung Ittenschwander Horn aufbrechen. Die Strecke beträgt etwa sechs Kilometer.
  • Informationen: Teilnehmen kann sowohl an den Vorträgen wie auch an der Expedition jeder Interessierte. Bei Fragen rund um die Veranstaltung steht Harald Senn, Telefon 07629/779, zur Verfügung. Die Veranstalter empfehlen gutes Schuhwerk sowie Verpflegung für ein Mittags-Vesper mitzubringen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.