Die Stadtmusik Schopfheim füllte bei ihrem Weihnachtskonzert ein weiteres Mal die Stadthalle. Das Konzertereignis am Samstag hatte es in sich: Jugendkapelle und Stadtmusik präsentierten ihrem dankbaren Publikum eine hoch ambitionierte und musikalisch anspruchsvolle Melange aus sinfonischer Blasmusik, Jazz, Rock und Entertainment.

Das Weihnachtskonzert ist laut Vorsitzendem Thomas Schulz für die Stadtmusik und die Jugendkapelle der musikalische Höhepunkt des Jahres. Den ersten Konzertteil bestritt die Jugendkapelle unter der Leitung von Ingo Ganter. Den Anfang machte „Dramatic Tales – Die Sage vom Todten Moos“, ein Auftragswerk des Schopfheimer Komponisten Markus Götz zum 750-jährigen Jubiläum der Gemeinde Todtmoos. Mit „Aladdin“ wurden die Zuhörer dann musikalisch in orientalische Gefilde geführt. Das Medley, arrangiert vom US-Amerikaner Paul Jennings, vereint stilistisch abwechslungsreiche Passagen aus dem gleichnamigen Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios aus dem Jahr 1992. Dann ging es mitten hinein in die 80er Jahre mit „Thriller“ von Michael Jackson, „Time After Time“ von Cyndi Lauper und „Up Where We Belong“ von Joe Cocker und Jennifer Warnes.

Für die Swing-Nummer „Minnie the Moocher“ betrat Isabel Ernst die Bühne. Die zierliche Sängerin interpretierte den humoristischen Jazz-Klassiker – unvergesslich der Auftritt von Cab Calloway im Film „Blues Brothers“ – mit einer geradezu hinreißend charmanten Abgeklärtheit und Coolness, was das Publikum auch prompt mit Beifallsstürmen honorierte. Es blieb amerikanisch: Nach dem Soul-Klassiker „September“ von Earth, Wind & Fire kam noch einmal Isabel Ernst zum Einsatz: Die Musiker setzten sich Weihnachtsmützen auf, und mit „White Christmas“ wehten das erste Mal an diesem Abend weihnachtliche Klänge in den Saal. Nach einer kurzen Umbaupause schlug die Stunde der Stadtmusik, die Steffen Artmann moderierte. Unter der Leitung von Joachim Wendland wurde mit dem kraftvollen Marsch „Kinizsi“ von Julius Fucík der zweite Konzertteil eingeleitet. Anschließend erschütterte ein brachiales Fortissimo den Saal – die Einleitung des von spanischer Folklore inspirierten „El Camino Real“ von Alfred Reed, mit Anteilen eines Fandango. Ein Zeitgenosse hatte 1712 den als schlüpfrig angesehenen Fandango mit den Worten beschrieben: „Die Körper bewegen sich zum Klang der Musik, mit aller leidenschaftlichen Erregung, in extrem wollüstigen Bewegungen, mit Fußstampfen, Blicken, Sprüngen, mit allen von lasziven Absichten strotzenden Figuren.“ Steffen Artmann sagte dazu humorig: „Ok, wenn wir die lasziven Absichten weglassen, könnte dieser Text auch das Verhaltensmuster unseres Dirigenten in den Proben zu diesem Stück beschreiben.“

Weiter mit Jazz: Mit seinen sechs Titelpassagen erinnert das spieltechnisch anspruchsvolle Medley „Benny Goodman Memories“ an einen der einflussreichsten amerikanischen Jazzmusiker. Die im Stück enthaltenen solistischen Parts wurden vom Vizedirigenten und Klarinettisten Maximilian Schaffrina souverän und stilsicher gemeistert, bei seiner flüsterleise gespielten Kadenz hielten die Zuhörer förmlich den Atem an. Musikalisch wurde es mit der „Petersburger Schlittenfahrt“ zunächst winterlich, ehe mit dem Potpourri „Fröhliche Weihnachten“ von Max Büchner nun auch weihnachtliche Töne erklangen. Mit einer von Röhrenglocken effektvoll eingeläuteten letzten Weise beschloss die Stadtmusik Schopfheim ein gelungenes und abwechslungsreiches Weihnachtskonzert und entließ die Besucher in eine „Stille Nacht“.

Nach den Ehrungen und dem als Ehrungsmarsch gespielten Gassenhauer „Berliner Luft“ wies Thomas Schulz auf das kommende Frühlingskonzert am 4. April 2020 hin, das mit den Gastmusikern aus Efringen-Kirchen bestritten werden wird. „Hier werden wir nach Jahrzehnten unsere neuen Uniformen präsentieren können“, kündigte er an. Obwohl der Sparstrumpf noch nicht ganz gefüllt sei, habe man die Uniformen bereits bestellt. Spenden seien gerne gesehen. Der erste Vorsitzende Thomas Schulz freute sich nicht zuletzt über den Besuch des Ehrenvorsitzenden Hans Moser in der Stadthalle. „Hans, es ist uns eine Freude, dass wir dich heute zum 60. Mal durchgehend auf unserem Weihnachtskonzert begrüßen dürfen“, sagte er.

  • Ehrungen: Ursula Meyer vom Alemannischen Musikverband ehrte mit der Silbernen Verbandsehrennadel: Thomas Schulz (Vorsitzender) für 25 Jahre sowie Heidi Detterbeck und Yvonne Sickinger für 40 Jahre aktive Tätigkeit. Für 50 Jahre aktive Tätigkeit wurde Ex-Vorstand Peter Bühler mit der Goldenen Verbandsehrennadel geehrt. Die Silberne Vereinsnadel für 15 Jahre aktive Tätigkeit erhielten Stefanie Kiefer und Tanja Grether. Tubist Steffen Artmann gratulierte Celine Litfin (Querflöte) und Matthes Schubnell (Tuba) zu ihrem Jungmusikerleistungsabzeichen in Silber.