Drei Monate sind nun nach dem Großbrand in Gresgen vergangen, bei dem ein landwirtschaftliches Anwesen niedergebrannt und in weiten Teilen komplett zerstört wurde. Entgegen einiger Gerüchte im Dorf hat die Polizei die Ermittlungen nicht an die Staatsanwaltschaft übergeben. Das Gutachten der Kriminaltechniker liegt noch nicht vor, die Brandursache ist weiterhin unklar.

Die Bewohner Gresgens kommen nicht zur Ruhe. Die Brandruine des dreiteiligen Gebäudekomplexes, bestehend aus Wohn-, Ökonomiegebäude und Lagerschuppen, erinnert an den 5. Mai, an dem insgesamt rund 250 Einsatzkräfte damit beschäftigt waren, den Vollbrand der Häuser Gresgen 36 bis 39 zu löschen. Verletzt wurde niemand, das Anwesen war nicht bewohnt. Eine im Gebäude befindliche Ferienwohnung war ungenutzt. Der Brand hat „ein Gschmäckle“, weiß auch Bürgermeister Peter Palme – er wohnt in der Nachbarschaft. Dennoch wünscht sich Palme, dass die Gerüchte über die Brandursache aufhören, die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen müssen abgewartet werden. Für viele im Dorf ist indes klar, dass es Brandstiftung gewesen sein muss. Denn: Just einen Tag nach dem Brand war ein Notartermin für den Verkauf des Anwesens anberaumt. Der Verkaufspreis: 500 000 Euro. Dieser wurde bekannt, nachdem im Zuge des Brandes der entstandene Sachschaden beziffert werden musste.

„Natürlich nehmen wir die Unruhe im Dorf wahr“, sagt Polizeipressesprecher Jörg Kiefer im Gespräch mit dieser Zeitung, „aber wir brauchen Fakten“. Die polizeilichen Ermittlungen dauern noch an, das Gutachten der Kriminaltechniker sei noch nicht abgeschlossen. Je größer die Zerstörung, desto schwieriger sei die Ursachenfindung, erklärt Kiefer. Trotz sofortiger Löscharbeiten und Anforderungen umliegender Feuerwehren wurde das Anwesen beim Großbrand in weiten Teilen zerstört oder stark beschädigt. „Bislang können wir nur spekulieren, die Ursache ist weiterhin unbekannt“, betont Kiefer. Natürlich stünde die Polizei mit der Staatsanwaltschaft in Kontakt, diese werde regelmäßig umfassend über den Stand der Ermittlungen informiert. Die Akte wurde aber – entgegen der Gerüchte – noch nicht an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Weiter beschäftigt die Gresgener der große Schutthaufen auf dem Parkplatz des Bürgerzentrums, der seit dem Brand dort liegt. In dem unbewohnten Anwesen waren unter anderem Hackschnitzel gelagert worden, da sich diese während des Brandes immer wieder entzündet hatten, wurden sie mit einem Bagger rausgeholt. „Wir mussten schnell über ein Zwischenlager entscheiden“, sagt Palme. Er habe dann seine Zustimmung gegeben, den Brandschutt beim Bürgerzentrum zwischenzulagern. Der Eigentümer des niedergebrannten Anwesens sei mittlerweile schriftlich aufgefordert worden, sich um die Entsorgung des Schutthaufens zu kümmern.