"Sind das reale Landschaften?", fragt sich der Betrachter der Bilder von Christel Andrea Steier in der Kulturfabrik Schopfheim. Nein, es sind fiktive Landschaften. Aber die Malerin und Bildhauerin aus Bernau ist viel in der Natur und macht Fotos von den Farbabläufen des Tages. Ihre Einzelschau hat durchgängige Themen, in der Malerei wie in der Skulptur.

Schöne Gedanken als Ursprung der Bilder

Steier, künstlerische Leiterin des Bildhauersymposiums in St. Blasien, bezieht sich in ihren Arbeiten auf die Idee und den schönen Gedanken des griechischen Dichters Konstantinos Kavafis, der das Leben metaphorisch als eine lange Reise beschreibt: "Der Sommermorgen mögen viele sein..." lautet der poetische Ausstellungstitel der verschiedenen Werkreihen "Lebenslinien" und "Lebensreise", mit denen die Künstlerin "unterwegs" ist.

Zu faul zum Pinselwaschen

Ihre Farbreliefs mit rillenartigen Strukturen bezeichnet sie im Übertitel als "innere Landschaften". Da sie "zu faul zum Pinselwaschen" sei, wie sie bei der Ausstellungseröffnung im Gespräch mit der Dachsberger Bildhauerin Mechthild Ehmann scherzte, wählt Steier den Zahnspachtel mit breiten oder schmalen Spuren. Wobei die Rillenstrukturen ein komplexes Farbspiel meist senkrecht von oben nach unten ergeben, was viel Ruhe schafft. In den neueren quer modellierten Bildern ist die Spachteltechnik in Bewegung gekommen, wirken die Motive noch dynamischer in der Raumtiefe.

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Die Reliefstrukturen ergeben einen interessanten Effekt und lassen auf eine ausgereifte Technik schließen. Die Künstlerin arbeitet stark an den Raumwirkungen ihrer Bilder, wobei allein schon durch die Technik eine gewisse Räumlichkeit in der dritten Dimension geschaffen wird. Auch wenn es keine real zu verortende Landschaften sind, kann man teils Winterlandschaften assoziieren, Gegenständliches wie Bäume, Seen, Wälder, Berge, Täler, Flüsse, Himmel. Steier spielt zudem gerne mit Licht, um Atmosphäre in die Bilder zu holen.

Lebenlinien und Lebensreise

Neben den malerischen Arbeiten haben die Holzskulpturen eine andere spannende Raumwirkung. Im Grunde ist es von der Thematik dasselbe wie in den Bildern, nur linear ausgeführt. Die "Lebenslinien" und "Lebensreise" betitelten Werkreihen sind auch grafisch sehr interessant. Das geflammte und geschwärzte Holz erhält durch Linienstrukturen teilweise zeichnerische Konturen.

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In den Holzarbeiten zieht sich "Der rote Faden" (so der Titel einer sehr bemerkenswerten geflammten und rot lasierten Bodenskulptur) durch das gesamte Werk. Steier arbeitet mit dem Holz, lässt sich von den verschiedenen Hölzern wie Ulme, Weide, Ahorn, Buche und Fichte anregen. Ihre Formen lassen sich nicht einordnen, sind halb organisch, halb konstruktiv, während die Farbe der neuen lasierten Skulpturen metallisch oder bronzen schimmern. Die "Lebenslinien" haben meist Anfang und Ende, die "Lebensreisen" hingegen sind geschlossen.

Die Ausstellung im Rahmen der Kulturkooperation Wehr/Schopfheim in der Kulturfabrik Schopfheim dauert bis 2. Dezember, geöffnet Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr.

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