Schopfheim – Nun ist er einsatzbereit, der neu zusammengesetzte Gemeinderat der Stadt Schopfheim. Am Montag wurden die Ergebnisse der Kommunalwahl im Mai im Gremium in die Tat umgesetzt: Bürgermeister Dirk Harscher verabschiedete scheidende Stadträte und begrüßte die neuen, bevor das Gremium auf seine Aufgaben vereidigt wurde. Bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter gab es ein Novum: Die CDU stellt erstmals seit Langem keinen Vize-Bürgermeister mehr.

Die sprichwörtliche Reise nach Jerusalem war es nicht, schließlich waren die Sitzplätze am Ratstisch mit kleinen Schildchen versehen, die deutlich zeigten, wo welche Fraktion ab sofort sitzt. Und genug Sitze gab es zum Glück auch. Ein wenig zurechtfinden mussten sich die Stadträte aber schon, als es galt, zur ersten Sitzung in neuer Zusammensetzung Platz zu nehmen. Die CDU sitzt mit ihren nurmehr fünf Mitgliedern weiter der auf vier Mandate geschrumpften SPD gegenüber – nur ab jetzt am Ende des Tisches. In Reichweite des Bürgermeisters – quasi in der Pole-Position – nehmen auf der Fensterseite von nun an die fünf Räte der Freien Wähler und gegenüber die auf sechs Räte gewachsene Fraktion der Grünen Platz. Die zwei Räte der Unabhängigen winken weiter vom Kopfende des Tischs.

Derart personell und platztechnisch neu aufgestellt, nahm der neue Rat zunächst einmal die feierliche Verabschiedung der scheidenden Räte zur Kenntnis: Roland Blum (seit 2018), Andreas Blum (2018), Alison Ehrmann (2016), Thomas Jost (2017) und Karl Schäfer (2019) bekamen ein Fläschchen Wein mit auf den Heimweg. Bei Bernd Müller (seit 2009) und Mark Leimgruber (2014) war es der Goldene beziehungsweise Silberne Dukaten der Stadt. Besonders für Ex-CDU-Rat Leimgruber hatte Dirk Harscher lobende Abschiedsworte parat: „Mit ihm geht ein geschätztes und konstruktives Mitglied“, sagte der Bürgermeister und ergänzte schelmisch: „Es hat ihm leider nicht mehr gereicht. Einige sagen, er hat halt auf der falschen Liste kandidiert.“

Barnet setzt sich gegen Zabel durch

Eine Formsache war die Vereidigung des neuen Rates: Mit einem einfachen „Ich gelobe“ und einem Handschlag versicherten die Räte dem Bürgermeister, dass sie zu ihrer Verantwortung zu stehen gedenken. „Es ist unsere Aufgabe, die Stadt zukunftsfähig zu machen“, sagte Dirk Harscher nach dem förmlichen Akt. „Ich bin zuversichtlich, dass das mit Ihnen im Gremium auch klappt.“ Spannend wurde es, als Harscher zur Wahl seiner ehrenamtlichen Stellvertreter schritt: Die Fraktionen hatten sich beim ersten Stellvertreter offenbar bereits vorab auf SPD-Rat und Stimmenkönig Thomas Gsell geeinigt, der einstimmig gewählt wurde und damit auch im Amt bleibt. Eine Kampfabstimmung um den zweiten Stellvertreterposten lieferten sich dann aber Grüne und CDU: Ernes Barnet und Marianne Zabel wurden vorgeschlagen, in der geheimen Wahl schrieben 13 Räte den Namen des altgedienten Grünen-Stadtrates auf den Zettel, acht den der ebenso altgedienten CDU-Rätin. Damit stellt die CDU erstmals seit Langem keinen Stellvertreter mehr.

In Kai Horschig stellen die Freien Wähler den dritten Stellvertreter. Festgeklopft wurde außerdem noch die Besetzung der verschiedenen Ausschüsse, die mit der Sitzung des BUT am kommenden Montag ebenfalls in die neue Legislaturperiode starten werden. Für den Gemeinderat ging es mit er ersten „echten“ Sitzung bereits am Dienstagabend weiter.