Die Friedrich-Ebert-Schule hat eine neue Chefin: Claudia Droste-Acocella ist seit dem 25. Juli offiziell neue Leiterin der Schopfheimer Gemeinschaftsschule in der Roggenbachstraße. Die 56-Jährige beendet damit die Vakanz auf der Schulleiterposition, die mit dem Ruhestand von Rektorin Claudia Brenzinger vor ziemlich genau einem Jahr begonnen hatte. Am Donnerstag wurde sie von Fachbereichsleiter Jürgen Sänger vorgestellt.

Im Lehrerzimmer wird man sich kaum umgewöhnen müssen: Die neue Chefin bleibt eine Claudia – nur heißt sie mit Nachnamen nicht mehr Brenzinger, sondern Droste-Acocella. Und auch dieser Name ist in Schopfheim kein ganz unbekannter: Der Ehemann der neuen Ebertschul-Rektorin ist Donato Acocella, der die Stadt in einigen Fragen berät und das oft benannte Einzelhandelsgutachten erstellt hat.

Die 56-Jährige lebt seit 1989 in Lörrach und zog gemeinsam mit ihrem Mann zwei Kinder groß. Die gebürtige Niedersächsin – sie stammt aus Damme am Dümmer See – wechselt von der Eichendorff-Schule in Rheinfelden an die Fes. Damit wäre auch schon viel über ihr pädagogisches Profil gesagt: Die Eichendorff-Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungszentrum (SBBZ), an dem die ausgebildete Sonderpädagogin Claudia Droste-Acocella seit Beginn der 90er-Jahre unterrichtete und seit 2013 als Konrektorin tätig war.

Dass der Wechsel auf den Chefsessel der Friedrich-Ebert-Schule (FES) für sie eine große Umstellung bedeutet, macht die Sache für Claudia Droste-Acocella zu einer reizvollen Herausforderung. „Ich bin in erster Linie Pädagogin, nicht unbedingt Sonderpädagogin“, sagt sie. Sie habe schon bisher schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von Schule und Unterricht zu tun gehabt, das werde ihr bei der neuen Aufgabe zugute kommen.

Aber sie betont auch, dass ihr die jahrelange Erfahrung an einem SBBZ und als Sonderpädagogin an der Gemeinschaftsschule helfen wird: „Die Fes ist die Sekundarschule in Schopfheim schlechthin, sie ist aber auch ein inklusiver Schulstandort.“ Sie habe sich bewusst auf diese Stelle in Schopfheim beworben, weil sie an der Fes ein „klares, erweitertes Konzept auch vom Lernen“ sieht. Auch deshalb spricht Fachbereichsleiter Jürgen Sänger von einem „Glücksgriff“, der bei der dünnen Bewerberlage – es ging lediglich eine Bewerbung beim Schulamt ein – nicht selbstverständlich sei.

Die FES bietet der neuen Rektorin große Entwicklungsmöglichkeiten: Der Campus ist in Planung, in Zukunft wird auch die Schopfheimer Johann-Peter-Hebel-Förderschule unter dem gleichen Dach untergebracht. Mit dem Schopfheimer SBBZ gibt es sowieso schon eine gut funktionierende Kooperation, die Claudia Droste-Acocella ausbauen möchte. „Ich habe den Auftrag, eine Gemeinschaftsschule zu leiten, mit all ihrer Komplexität. Dazu gehört auch Inklusion, dazu gehört aber auch eine sehr heterogene Schülerschaft.“

Claudia Droste-Acocella sieht durchaus die Probleme, mit denen Gemeinschaftsschulen und die Fes zu kämpfen haben: „Natürlich sehen wir zurückgehende Schülerzahlen. Man spürt auch eine gewisse Erwartungshaltung, dass sich das wieder ändert.“ War die Ebert-Schule in der Klassenstufe fünf in der Vergangenheit immer dreizügig, so wird es zum Start des kommenden Schuljahres – so Jürgen Sänger – bereits zum zweiten Mal in Folge nur zwei fünfte Klassen geben. Die Kehrtwende zu schaffen, sieht sie als große Herausforderung.

„Das ist ein Prozess, das geht nicht von heute auf morgen“, erklärt Claudia Droste-Acocella. „Aber die Fes ist nun in ihrer Rolle als Gemeinschaftsschule angekommen.“ Schüler können hier sowohl den Haupt- wie auch den Realschulabschluss machen, mit diesem Profil müsse man werben. „Wir durchleben bildungspolitisch eine bewegte Zeit, aber die Gemeinschaftsschule ist politisch gewollt, sie hat Zukunft“, sagt die neue Rektorin. Es gehe darum, für alle Beteiligten – Eltern, Schüler und auch Lehrer – Sicherheit zu schaffen.

Gerade in Bezug auf die neuen Kollegen hat Claudia Droste-Acocella die geringsten Sorgen: „Ich sehe ein Kollegium, das sich unheimlich engagiert einbringt“, sagt die neue Chefin, die sich in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Konrektor und Übergangs-Schulleiter Günter Fischer schon einmal einen Überblick verschafft hat. Sie will nun ihre restlichen Aufgaben in Rheinfelden erledigen und sich dann voll auf den neuen Job in Schopfheim konzentrieren.

Zwei Wochen Urlaub sind noch drin, dann wird sie sich einarbeiten, damit sie zum Schulstart am 10. September fest im neuen Sessel sitzt.