Für klare Verhältnisse auf dem Stimmzettel zur Schopfheimer Bürgermeisterwahl am 7. Oktober sorgte der Gemeindewahlausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend. Auf der Tagesordnung standen die Auslosung der Kandidatenreihenfolge, der Beschluss über die Zulässigkeit der Bewerbungen und der Ablauf der offiziellen Kandidatenvorstellung.

Ungültige Bewerbung

Sieben Bewerbungen sind im Lauf der Bewerbungsfrist zwischen 28. Juli und 10. September in Rathaus eingegangen. Bei einer der Bewerbungen habe allerdings die nötige eidesstattliche Versicherung gefehlt und sei auch nach einem entsprechenden Hinweis nicht nachgereicht worden, erklärte Noch-Bürgermeister Christof Nitz als Vorsitzender des Wahlausschusses. Angesichts der unvollständigen Unterlagen wiesen die drei stimmberechtigten Mitglieder des Wahlausschusses (neben Nitz die Beisitzer Peter Ulrich und Karlheinz Markstahler in Vertretung für Bernd Müller) diese Bewerbung geschlossen zurück.

Reihenfolge der Bewerber

Launig gestaltete sich die Auslosung der Reihenfolge, in der die ersten drei Kandidaten auf dem Stimmzettel aufgelistet werden: In drei gelbe Plastikbehälter von Überraschungseiern steckte Beisitzer Peter Ulrich Namenszettel und versenkte sie in der Wahlurne. Der Vorsitzende spielte danach Glücksfee. Das Ergebnis: Roland Matzker wird auf dem Stimmzettel ganz oben und als Erster genannt; an zweiter Position steht Dirk Harscher, an dritter Stelle Thomas Gsell. Nötig wurde diese Tombola, weil die drei Kandidaten ihre Unterlagen zeitgleich eingereicht hatten: „Alle drei Bewerbungen lagen am Montag früh nach Beginn der Frist in unsrem Briefkasten“, so Nitz. Der Chronologie ihrer Bewerbungen folgend, werden die Listenplätze vier, fünf und sechs von Josef Haberstroh, Friedhild „Fridi“ Miller und Mandes Lohse belegt.

Blankozeile für Wunschkandidaten

Eine siebte Zeile gibt den Wählern die Möglichkeit, einen eigenen Wunschkandidaten einzutragen. Sollte sich auf diese Weise tatsächlich eine Mehrheit für eine bestimmte Person aussprechen, wird diese womöglich neuer Bürgermeister – vorausgesetzt freilich, der solcherart Nominierte nimmt das Amt auch tatsächlich an. Angesichts des mittlerweile breiten Feldes an ernsthaften Bewerbern fürs Schopfheimer Bürgermeisteramt ist dieser Gang der Dinge aber eher unwahrscheinlich; in einigen Gemeinden des Oberen Wiesentals indes wurden in jüngerer Zeit Dorfoberhäupter auf diese Weise ins Amt gebracht, nachdem sich keine offiziellen Kandidaten gefunden hatten.

Offizielle Kandidatenvorstellung

Am Dienstag, 25. September, lädt die Stadt zur offiziellen Kandidatenvorstellung in die Stadthalle ein. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Erfahrungsgemäß, so Nitz, stoße diese Veranstaltung auf immenses Interesse: „Das war immer knallvoll.“ Mit Blick auf den Brandschutz darf die Stadt allerdings maximal 900 Besucher einlassen. Tickets vorab gibt es nicht; stattdessen gilt es am Abend selbst: „Wir werden die Besucher am Eingang zählen – und schließen, wenn die Grenze erreicht ist“, erklärte Nitz. Die Türen der Stadthalle werden bereits um 18 Uhr geöffnet.

Zunächst bekommen die Kandidaten in der Stimmzettel-Reihenfolge Gelegenheit, sich vorzustellen; die Mitbewerber sind vom Zuhören ausgeschlossen. „Sachlich, keine allgemeinpolitischen Äußerungen und keine technischen Hilfsmittel jenseits eines Mikrofons“, umriss Nitz die Leitplanken für die Einzelvorstellungen. Das Zeitfenster für die Präsentationen schraubte der Wahlausschuss in seiner Sitzung auf Vorschlag von Beisitzer Peter Ulrich von den vorgeschlagenen 15 auf zehn Minuten pro Kandidat herunter.

Nach den Einzelpräsentation versammeln sich alle Kandidaten auf der Bühne, und die Bürger haben Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Damit möglichst viele Besucher zu Wort kommen können, darf jeder Besucher maximal zwei Fragen stellen. Auch der zeitliche Rahmen für diese Fragerunde ist gedeckelt: „Um 23 Uhr sollte Schluss sein“, so Nitz.

Bild- und Tonaufnahmen aus der Veranstaltung werden mit Blick auf die rasanten Verbreitungswege heutzutage untersagt: „Sonst ist der erste Mitschnitt schon online, bevor der letzte Kandidat überhaupt gesprochen hat“, so Kai Horschig im Zuhörerraum.