Ohne Überraschung endete am Mittwochabend um 18 Uhr die Bewerbungsfrist für den zweiten Wahlgang der Schopfheimer Bürgermeisterwahl: Wie angekündigt hatten mit Thomas Gsell und Roland Matzker zwei Kandidaten des ersten Wahlgangs ihre Bewerbung für die zweite Runde fristgerecht bis Mittwoch zurückgezogen. Ein neuer Bewerber wiederum wagt sich nicht ins Rennen um den Schopfheimer Chefsessel.

Damit haben die Schopfheimer am 21. Oktober die Wahl zwischen vier (zumindest dem Namen nach) bereits bekannten Bewerbern: Dirk Harscher, Josef Haberstroh, Fridi Miller und Mandes Lohse. Dies wurde vom Gemeindewahlausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend formal festgestellt.

Josef Haberstroh
Josef Haberstroh | Bild: Nicolai Kapitz
Dirk Harscher Bilder: Nicolai Kapitz
Dirk Harscher | Bild: Nicolai Kapitz
  • Gemeindewahlausschuss: Der Gemeindewahlausschuss hatte sich für seine Sitzung dieses mal nicht im großen Ratssaal, sondern in trauter Runde im Amtszimmer des Bürgermeisters zusammengefunden. Der Chefsessel indes blieb leer: Noch-Burgi Christof Nitz hatte sich als Vorsitzender des Wahlausschusses entschuldigen lassen und sein Amt an diesem Abend an seine Stellvertreterin Heidi Malnati weitergereicht. Punkt 18 Uhr hatte Wahlleiter Gregor Hodapp den Rathausbriefkasten nochmals auf womöglich in letzter Minute eingegangene Bewerbungen oder Rückzugs-Mitteilungen geprüft – dabei aber nichts vorgefunden.
  • Kandidatenliste: Grundsätzlich waren alle Bewerber aus dem ersten Wahlgang für die zweite Runde automatisch gesetzt. Wer seine Kandidatur zurückziehen wollte, musste das dem Wahlamt frist- und formgerecht mitteilen. Mit Mandes Lohse hatte neben Matzker und Gsell denn auch ein weiterer Kandidat seinen Rückzug mitgeteilt – allerdings nur per E-Mail und nicht wie gesetzlich gefordert mit einem papierenen, unterschriebenen Original. Damit steht Lohse (an vierter Stelle) auch im zweiten Wahlgang auf dem Stimmzettel. Dauerkandidatin Friedhild „Friedi“ Miller wiederum hatte vor dem ersten Wahlgang (allerdings ebenfalls nicht frist- und formgerecht) erklärt, in Schopfheim nun doch nicht zur Wahl stehen zu wollen, um sich auf andere laufende Bewerbungen zu konzentrieren. Mittlerweile aber habe sie ihr „Engagement“ für Schopfheim doch wieder bekräftigt, und steht nun auf dem Stimmzettel an dritter Stelle.
  • Stimmzettel und Briefwahl: Nachdem die Bewerber für den zweiten Wahlgang nun offiziell feststehen, geht es umgehend ans Drucken der Stimmzettel. Bis Ende der Woche, so hofft Wahlleiter Gregor Hodapp, sollten sie vorliegen und können dann auch für die Briefwahl ausgegeben werden. Jetzt bereits ist abzusehen, dass auch im zweiten Wahlgang zahlreiche Wähler von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden: Geschlagene 1600 Briefwähler aus der ersten Wahlrunde haben mit den Briefwahlunterlagen für den ersten auch gleich schon die Unterlagen für den zweiten Wahlgang „mitbestellt“, berichtete Hodapp.
  • Wahlkosten und Wahlfeier: Weitere interessante Zahl: Der zweite Wahlgang dürfte die Stadt etwa 15 000 Euro kosten. Den größten Teil davon macht die Ehrenamtsentschädigung für die Wahlhelfer aus: „50 Euro mal 200 Helfer“, rechnete Hodapp vor. Eher gering fällt dagegen der Aufwand für die Gratis-Bewirtung der Bürger aus, die sich am Wahlabend in der Stadthalle versammeln, um dort gemeinsam dem Ausgang der Wahl entgegenzufiebern. Am vergangenen Sonntag waren das etwa 400 Leute. Mit Blick auf diese finale „Wahlveranstaltung“ gibt es beim zweiten Wahlgang eine Änderung: Beim ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag trafen sich die Interessierten zunächst im Rathaussaal; erst nach etwa einer halben Stunde zog die Veranstaltung in die Stadthalle um. Auf Beschluss des Wahlausschusses sind die Bürger dieses Mal direkt in die Stadthalle eingeladen, um dort die Ergebnisse der Stimmauszählung in den Bezirken zu verfolgen – und am Ende ihrem neuen Bürgermeister zu gratulieren. Die Stadthalle wird um 17.30 geöffnet.