Die Zukunft des Brennet-Parks treibt die Bürger Hausens um, wie sich in der Gemeinderatssitzung am Dienstag einmal mehr zeigte. Die Zuhörer erwarteten bereits konkrete Pläne. Bürgermeister und Räte baten indes um Zeit – ein Schnellschuss solle vermieden werden. Über den Inhalt des offenen Briefs von Brennet-Firmenchef Stephan Denk, in dem der Gemeinderat kritisiert wurde, zeigten sich die Räte überrascht.

Die Fraktionen waren sich einig, dass sich der offene Brief, der am Samstag in der Zeitung erschienen war, eigentlich gar nicht an den Gemeinderat richtete. „Wir sind die falsche Zielscheibe“, sagte Hermann Lederer (SPD). Brennet-Vorstandsvorsitzender Denk hatte sich darüber beklagt, dass Teile des Gemeinderats unter Führung des CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Helmut Lang nicht aufhören würden darüber zu „philosophieren“, wie die Hausener Bevölkerung getäuscht worden sei. Die CDU-Fraktion gehört aktuell allerdings nicht zum Hausener Gremium. Daher müsse Denk sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er in Bezug auf die Zusammensetzung des Gemeinderats, „nicht ganz im Bilde sei“, sagte Lederer. „Wir haben uns an jeder Stelle neutral verhalten“, betonte auch Harald Klemm, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler.

Die Räte äußerten den Wunsch nach einem Treffen zwischen Denk und dem Gemeinderat. Die Verwaltung sei momentan in der Terminabstimmung mit der Brennet für ein Gespräch, dort solle dann auch der Vorschlag zum Treffen mit dem Gemeinderat vorgebracht werden, sagte Bürgermeister Martin Bühler.

Auf Anregung von Bürgern hatte Denk die Idee ins Spiel gebracht, im Brennet-Park einen Spielplatz zu errichten. Bürgermeister Bühler wunderte sich, dass in den vergangenen Jahren oder auch bei der Erstellung des Gemeindeentwicklungskonzepts nie dieser Wunsch aus der Bürgerschaft geäußert worden sei. „Als wir den Park noch hatten, brauchten wir ja keinen Spielplatz“, machte ein Zuhörer bereits zu Beginn der Sitzung deutlich. Im Park sei alles verfügbar gewesen, was Kinder brauchen. Ein Spielplatz im Brennet-Park werde indes vom Gemeinderat befürwortet, sagte Bühler, auch wenn es bereits ein gutes bestehendes Angebot an Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Ort gebe, wie etwa auf dem Spielplatz Zweier oder beim Tennisplatz. Für einen Spielplatz im Brennet-Park müsse sich die Gemeinde konzeptionell und rechtlich mit der Grundstückseigentümerin abstimmen.

„Stimmt der Eindruck, dass die Gemeinde eher an einer Bebauung statt an einem Spielplatz interessiert ist“, wollte eine Zuhörerin wissen. Auf 7000 Quadratmetern Fläche sei genug Platz für beide Vorhaben, betonte der Bürgermeister. Dennoch müsse man erst einmal das Ziel ausloten. Für beide Vorhaben brauche es zudem eine Bebauungsplanänderung. Bislang ist das Areal als private Grün- und Parkfläche ausgewiesen. „Wir sind weit weg von einer fertigen Meinung“, so Bühler.

Dass sich die Brennet offen für einen Spielplatz zeige, sei schon mal ein großer Vorteil, allerdings habe die Gemeinde davon erst am Samstag erfahren. Denks Brief lag laut Bühler übrigens erst am Dienstag im Rathaus vor. Darin hatte der Brennet-Chef einen Pachtvertrag auf zehn Jahre vorgeschlagen. „Ich persönlich halte nichts von einer Pacht“, sagte Bühler auf Nachfrage einer Zuhörerin. Gerade ein Spielplatz sei ein langfristiges Projekt.

Die Zuhörer ließen nicht locker und forderten von den Räten die Zusage einer Bürgerbeteiligung. „Wir haben einen gewählten Gemeinderat, der die Sichtweisen der Bevölkerung immer mit einbringt“, sagte Bühler. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um für Kandidaten für die anstehende Kommunalwahl im Mai zu werben. „Wer mitreden will, kann sich gerne in die Arbeit des Gemeinderats begeben.“ Die Kommunalwahl sei eine Chance, für die Zukunft mitreden zu können. „Wir hoffen auf viele Kandidaten“, so Bühler.