„Große Gefühle“ erwarten die Besucher am kommenden Sonntag, 25. August, ab 10 Uhr beim Blues-Gottesdienst in der Alten Kirche St. Michael. Pfarrerin Ulrike Krumm hatte die Idee, die Reihe der evangelischen „Sommergottesdienste“, die Anfang August in Wiechs („We Are The Champions“) begann und in Hausen („I Have A Dream“) und Gersbach („Überschwänglich“) fortgesetzt wurde, mit einem „Alles-oder-Nichts“-Bluesgottesdienst zu bereichern.

Pfarrerin Krumm springt damit auf den „Dreyland-Blues-Festival“-Express auf, der am kommenden Wochenende im Wiesental Station macht. Im Rahmen des vom Verein „Exbluesive“ organisierten Festivals wird es am Sonntag auch wieder einen Bluesgottesdienst im Schopfheimer Michel geben. Ulrike Krumm freut sich, wie sie in einem Pressegespräch erklärte, den Gottesdienstbesuchern am Sonntag den Gitarristen und Bluesharp-Virtuose Ignaz Netzer aus dem Allgäu präsentieren zu können. Dass der Blues zu einem christlichen Gottesdienst passt, steht für Krumm außer Frage. Die Theologin sieht nämlich „eine ganz tiefe Grundverbundenheit des Blues und seiner Interpreten zur theologischen Ebene“.

Pfarrerin Ulrike Krumm.
Pfarrerin Ulrike Krumm. | Bild: Gabriele Rasenberger

„Viele, viele schwarze Musiker haben ihre Blues-Karriere in amerikanischen Kirchen begonnen“, weiß auch Exbluesive-Vertreter Klaus Deuss. Es sei, sagte Deuss im Rahmen des Pressegesprächs, für einen Bluesmusiker „völlig normal, in Kirchen zu singen“. Ein Blues-Musiker habe ihm einmal gesagt: „Wir singen immer das Gleiche. Am Samstag in den Kneipen von der Liebe zu Frauen und am Sonntag in den Kirchen von der Liebe zu Gott.“ Mit einem Unterschied: „Wenn über Gott gesungen wird, reden wir von Gospel“, erklärte Klaus Deuss.

Ignaz Netzer singe beides, versichert Ulrike Krumm. Sie selbst will während des Gottesdienstes versuchen, ihren eigenen Text unter der Überschrift „Alles oder Nichts“ und die Musik zu einem homogenen Ganzen zu verbinden. Den Ablauf des Konzert-Gottesdienstes habe sie mit dem Blues-Musikern abgestimmt. Anders als bei normalen Gottesdiensten werden die Besucher des Bluesgottesdienstes lediglich ein Lied („Down By The Riverside“) selbst singen. Ansonsten werde der Gottesdienst aber weitgehend den bekannten Regeln und Abläufen folgen. Ulrike Krumm glaubt fest daran, dass dieser Sonntag ganz besonders gut zum Thema der „Sommerkirche 2019“ passt. Denn auch beim Blues gehe es schließlich um „ganz große Gefühle.“

Das Ende des Gottesdienstes allerdings könnte sich hinziehen, Musikalische Zugaben sind nämlich zu erwarten. Vergangenes Jahr beispielsweise war im Gottesdienst eine komplette Band vertreten, die sich spontan dazu entschloss, aufzutreten. „Das“, so Klaus Deuss, „könnte in diesem Jahr durchaus wieder passieren.“ Pfarrerin Krumm ist auf alle Eventualitäten gefasst: „Wir wissen nicht, auf welche Ideen die Musiker kommen“. Sämtliche Beteiligte seien aber sehr nah am Publikum dran – und immer für Überraschungen gut, erzählt die Pfarrerin. Und schürt damit die Neugierde auf das, was den Gottesdienstbesuchern am Sonntag ab 10 Uhr in St. Michael blüht.