Die Stadtverwaltung in Schönau schlägt vor, nachts Tempo 30 auf der Bundesstraße 317 innerhalb des Stadtgebiets einzuführen. Ähnliche Pläne verfolgt auch das Rathaus in Wembach, das auf der B 317 das Tempo von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde reduzieren möchte. In beiden Fällen sollen damit die Anwohner vom Lärm der Autos entlastet werden.

Am Montag, 15. Januar, legt die Stadtverwaltung Schönau dem Gemeinderat Vorschläge vor, wie die Geräusche des Straßenverkehrs reduziert werden können. Einer davon lautet, auf der B 317 durch Schönau (Friedrichstraße) Tempo 30 in der Zeit von 22 bis 6 Uhr einzuführen. Es soll vom Ortseingang Schönenbuchen/Aiterner Kreuz bis zum Buchenbrandparkplatz gelten und dann wieder im Ortsteil Brand. Dadurch würde sich die Fahrzeit eines Autofahrers nachts um 102 Sekunden, also fast zwei Minuten, verlängern, hat die Verwaltung ausgerechnet.

Die Drosselung könnte eine Lärmminderung von zwei bis drei Dezibel bringen. Zum Vergleich: Für die lärmbelasteten Anwohner nimmt man derzeit eine Belastung von über 55 Dezibel in der Nacht an.

Das soll sich ändern. „Wenn man zum Beispiel morgens um 5 Uhr von einem Auto auf der Straße geweckt wird, können viele Menschen nicht mehr einschlafen“, sagt Bauamtsleiter Klaus Steinebrunner. Diese Ruhestörung gehen auf Kosten der Lebensqualität und unter Umständen auch der Gesundheit.Weiterhin empfiehlt das Rathaus Anwohnern den Einbau von Lärmschutzfenstern; bislang hat die Bundesverwaltung für 189 neue Fenster an der B 317 in Schönau 100.000 Euro gezahlt. Für den Bau von Lärmschutzwänden hingegen wie zuletzt in Brand sieht die Stadtverwaltung keine möglichen Standorte– auch vor dem „Hintergrund der Wirksamkeit im Verhältnis zum finanziellen Aufwand“, wie es in der Vorlage für den Gemeinderat heißt.

Hintergrund der Vorschläge ist der sogenannte Lärmaktionsplan. Er wurde in Schönau erstmals vor vier Jahren diskutiert. Tatsache ist demnach, dass nachts 16 Prozent der Einwohner hohen Lärmbelastungen ausgesetzt sind, davon fünf Prozent sogar sehr hohen Lärmbelastungen. Ganztägig müssen sogar 17 Prozent der Einwohner eine hohe Lärmbelastungen an der B 317 über sich ergehen lassen (davon sechs Prozent sogar sehr hohe). Tagsüber müssen sich die Schönauer vermutlich damit abfinden, dass andere Maßnahmen greifen sollen, wie Flüsterasphalt oder Ausbesserung schadhafter Straßendecken; Tempo 30 ist jedenfalls nicht vorgesehen.

Sollte der Gemeinderat den Vorschlägen der Stadt zustimmen, müssen Autofahrer nachts zukünftig mehr Zeit mitbringen bei der Fahrt durchs Obere Wiesental: Nicht nur die Stadt Schönau trägt sich mit Tempo-30-Gedanken für die B 317, seit April letzten Jahres auch Mambach und Atzenbach. Und in Fröhnd und Wembach gibt es neuerdings Vorschlage für Tempo 50 statt bislang 70 Kilometer pro Stunde nachts auf der Bundesstraße.

Bis es soweit kommt, wird es aber noch einige Monate dauern. Denn die Gemeindeverwaltungen müssen auch andere Behörden ins das Verfahren einbeziehen.