Kleines (bry) Am Sonntag wurde in am Haus von und die erste Tafel zum Projekt „Alemannisch g’schwätzt“ feierlich enthüllt. In einer kleinen Feierstunde wurde damit das Projekt offiziell ins Leben gerufen. An der Eröffnung nahmen der Brauchtumsverein , der Tourismusverein und zahlreiche Bürger aus dem Kleinen teil.

Ziel der Mundart-Aktion ist es, seltene und teilweise außer Gebrauch gekommen Wörter und Redewendungen des Alemannischen (mit einer hochdeutschen Übersetzung) auf Metallplatten zu gravieren und gut sichtbar an den Häusern in den Teilorten des Kleinen anzubringen. Auf Tafel etwa steht der Text: „Üseri Chatze fresse Müüsli, aber kei Muesli“ (unsere Katzen fressen Mäuse, aber kein Müsli). Auf Günter Giesins ist zu lesen: „Asse säll nümm i nümmi (Also jenes Teil nehme ich nicht mehr). Und bei Text wird es richtig zungenbrecherisch und zwar sowohl für Alemannen wie auch für Nicht-Alemannen: „Allbott han i gluuschteret, gluegt und gloost“, ist auf der Tafel zu lesen, die seit Sonntag das Jungsche Haus verziert. Am diesjährigen Brauchtumsfest in Raich wurden die ersten Metallplatten vorgestellt und zum Preis von 50 Euro pro Stück zum Kauf angeboten.

Brigitte Böhni vom Tourismusverein Kleines Wiesental steuerte weihnachtliche Geschichten zur Eröffnungszeremonie bei.
Brigitte Böhni vom Tourismusverein Kleines Wiesental steuerte weihnachtliche Geschichten zur Eröffnungszeremonie bei. | Bild: Heiner Fabry

Bei der offiziellen Einweihung des Projekts las aus seinen alemannischen Texten vor. Und vom Tourismusverein Kleines steuerte eine weihnachtliche Meditation bei. Günter Giesin vom Tourismusverein Kleines , der die Idee zu diesem Dialekt-Projekt geboren hatte, erklärte zuerst, was es mit dem Ganzen auf sich hat. „Ich bin Klein-Wiesentäler und meiner Heimat und unserer Sprache sehr verbunden“, führte er aus. Als dann seine Tochter in einer weiterführenden Schule war, wurde sie von einer nicht-einheimischen Lehrerin mit abfälligen Äußerungen über das Alemannische konfrontiert.

„Dabei ist das doch unsere Sprache, mit der wir aufgewachsen sind und die es zu pflegen und zu bewahren gilt“ so Günter Giesin weiter. Beim Besuch einer Kunstausstellung im Dorf bei kam ihm der Gedanke, eine vergleichbare Wirkung nicht mit Kunstwerken, sondern mit alemannischen Wörtern und Begriffen ins Leben zu rufen. „Bei diesem Rundgang im Dorf und dem Besuch der verschiedenen Ausstellungen habe ich das Dorf erst richtig kennengelernt“, so Günter Giesin, „und ich war begeistert, wie viele spontane Begegnungen und Gespräche sich unter den Besuchern ergeben haben.“ Diese Idee besprach er mit , dem Mundartdichter und Philosophen, der sofort Feuer und Flamme für diesen Gedanken war.

Interessenten können noch unter etwa 20 fertigen Platten auswählen oder auch eigene Texte beisteuern, die – bei Eignung – in das Projektprogramm aufgenommen werden. Auf einem Flyer, den der Tourismusverein erstellen wird, werden die genauen Standorte der Metallplatten unter dem gemeinsamen Slogan „Alemannisch g’schwätzt“ und eine Erklärung des jeweiligen Inhalts angegeben. Daraus erhoffen sich die Initiatoren einen weiteren touristischen Anreiz für Besucher des Tals und die Möglichkeit, auch verborgene Schönheiten im Kleinen zu entdecken. „Wir denken daran, dass entlang solcher Wege durch die Dörfer die Spaziergänger aus der Region – aber auch Feriengäste und auch Einheimische– auf vergnügliche Weise das Alemannische und unser Kleines kennenlernen, anderen Menschen begegnen und in Austausch treten“, beschreibt Günter Giesin die Zielsetzung.