Die Oberflächenwassersituation entlang der Straße im Schächle in Bergalingen soll verbessert werden, nachdem im Frühjahr 2021 die Schneeschmelze und darauf intensiver Regen in kurzer Zeit zu Überflutungen geführt hatten. „Der Starkregen löste Boden und Geröll und verstopfte die Einläufe und Rohre“, erklärte in der Gemeinderatssitzung am Dienstag Ingenieur Benno Moser mit Blick auf Mängel in der Oberflächenentwässerung im Schächle. Denn einen Regenwasserkanal gibt es dort nicht, außerdem ist eine Dole defekt – in der Hanglage des betroffenen Bereichs eine fatale Kombination, wenn das Wasser in Bächen herab fließt.

Der Haken ist: Die Oberflächenentwässerung ist eine kommunale Aufgabe. Das bedeutet, dass die Gemeinde Rickenbach, will sie die möglicherweise wieder auftretende Situation im Schächle in den Griff kriegen, erhebliche Investitionen tätigen muss. Benno Moser sprach von 229.000 Euro, aufgegliedert in den Neubau eines Regenwasserkanals (134.000 Euro), die Sanierung der schadhaften Dole (60.000 Euro) und ein „Starkregenrisikomanagement“ (35.000 Euro). Bei letzterem handelt es sich um eine Art Gutachten, mittels dessen die Gefahr durch Starkregen ermittelt und bauliche Maßnahmen in Betracht gezogen werden sollen, dies im Sinn einer kommunalen Vorsorgeplanung. Dafür soll in Erfahrung gebracht werden, wo in der Gemeinde bei Starkregen sich Oberflächenwasser sammelt und abfließt. So sollen Risiken durch große und schnell auftretende Mengen Regen reduziert oder vermieden werden.

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Das Land steuert Zuschüsse von 70 Prozent bei. „Die Gemeinde hat dann die Gewissheit, wo die Probleme auftreten werden“, erklärte Benno Moser. Nachtrag Bürgermeister Dietmar Zäpernick: „Die Wetterkapriolen werden zunehmen.“ Grundsätzlich erachtete der Gemeinderat die Investition in ein Starkregenrisikomanagement als angebracht, zumal es in Rickenbach auch andere Stellen gibt, die, so Moser, „Probleme machen werden“.

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Jedoch: Die Arbeit an einem Starkrisikomanagement kann bis zu zwei Jahre dauern. Gemeinderat Lorenz Maurer (CDU) riet von einem Schnellschuss, was die vorgestellte Baumaßnahme im Schächle betraf, ab. „Wir sollten das Starkregenmanagement abwarten und zuerst ein Konzept machen“, sagte er. Und: „Es gibt Stellen in Rickenbach, die halte ich für kritischer.“ Widerspruch von Zäpernick: „Das Schächle ist besonders betroffen.“ Sein Vorschlag: Zumindest das Starkregenmanagement soll in die Haushaltsberatung im Dezember für kommendes Jahr aufgenommen werden. Denn: „Wir sind für das Thema sensibilisiert“, so Zäpernick. Sollte der Gemeinderat den von Benno Moser vorgeschlagenen Weg einschlagen – es gab am Dienstag keine Entscheidung – könnte laut Bürgermeister eine Eigentümerversammlung einberufen werden.