Über sanfte Hügel, dichte Wälder, perfekt gemähtes Gras und auf die fernen Schweizer Alpen geht der Blick. Du bist allein mit dir, vielleicht einem Freund oder einer Freundin, schwingst locker durch und schaust nach einem gut platzierten Schlag dem sich schnell entfernenden Ball nach. So könnte es aussehen, so stellt man es sich vor! Meine Erfahrung war so ähnlich, allerdings mit mehr Abschlagproblemen und Schweiß.

Golf-Pro Achim Strittmatter erklärt den Teilnehmern die Schläger und die anstehende Aufgabe.
Golf-Pro Achim Strittmatter erklärt den Teilnehmern die Schläger und die anstehende Aufgabe. | Bild: Peter Koch

Im Selbstversuch habe ich beim Golfclub Rickenbach den Einsteigerkurs belegt. Vier weitere Rookies haben sich zusammen mit mir von Golf-Pro Achim Strittmatter die Grundlagen des Golfspiels und einige erste Regeln näherbringen lassen. Vorab, es war ein Riesenspaß. Achim, auf dem Golfplatz ist man per du, stellte uns zunächst die verschiedenen Schlägertypen vor.

Bis zu 14 Schlägen

Bis zu 14 verschiedene Schläger darf der Golfspieler auf dem Platz dabeihaben. Da gibt es den „Putter“ für die kurzen, rollend gespielten Bälle auf dem Grün, das kennen die meisten vom Minigolfspiel. Dann gibt es die „Wedges“, Schläger für steile, relativ kurze Flugbahnen, „Eisen“, die für Entfernungen von circa 90 bis 150 Meter gespielt werden und „Holz“ für die richtig langen Schläge. Nach der Einweisung haben wir zunächst das Putten versucht und gleich festgestellt, dass dies auf welligem Untergrund nicht so einfach ist. Der Trainer korrigierte dabei unsere Haltung und Bewegung und gab Tipps zum Lesen des Untergrunds. Erstaunlich ist der Rasen auf dem Grün, es hat den Anschein eines Teppichs und fühlt sich fest und gleichzeitig federnd an. Das Grün ist die kleine Fläche rund um das Loch. Es hat den kürzesten Rasen auf dem Platz und muss täglich geschnitten und gepflegt werden.

Weiter ging es zum Abschlag üben auf der Driving Range und zum Chippen, bis wir am Ende der gut zweistündigen Einweisung auf den Platz gingen und ein Loch spielten. Die Erfahrungen, die wir bis dahin machten waren sehr unterschiedlich, jeder hatte so seine Schwierigkeiten mit dem ein oder anderen Schlag und es gab neben vielen sehr lustigen Momenten auch wenige frustrierende, jedenfalls für die, die mit zuviel Ehrgeiz in diesen Kurs gingen, so wie ich.

So steht ein Profi nach dem Schwung. Für die Teilnehmer des Einsteigerkurses beim Golfclub galt es an viele Bewegungsabläufe gleichzeitig zu denken.
So steht ein Profi nach dem Schwung. Für die Teilnehmer des Einsteigerkurses beim Golfclub galt es an viele Bewegungsabläufe gleichzeitig zu denken. | Bild: Peter Koch

Während es beim trocken Üben noch recht ansehnlich lief, versagte mir auf dem Platz jeder Schlag den Gehorsam, es war ein Fiasko. Aber wir hatten gute Laune, feuerten uns an und lachten viel, während unserer ersten echten Schläge. Und so schafften wir es dann gemeinsam mit den maximal erlaubten neun Schlägen einzulochen.

Eingelocht! Die Erfolge kamen mit dem Üben. Der Schaumstoffeinsatz im Loch ist eine der Corona-Maßnahmen auf dem Golfplatz. Der Spieler kann so seinen Ball nehmen ohne ins Loch greifen zu müssen.
Eingelocht! Die Erfolge kamen mit dem Üben. Der Schaumstoffeinsatz im Loch ist eine der Corona-Maßnahmen auf dem Golfplatz. Der Spieler kann so seinen Ball nehmen ohne ins Loch greifen zu müssen. | Bild: Peter Koch

Nach dieser Erfahrung übergab uns Achim an den Manager des Clubs, Ulf Gräfe. Dieser besorgte drei Elektro-Golfautos und zeigte und den gesamten Platz. An einigen speziellen Stellen hielten wir an, Gräfe erläuterte die Löcher und wie man sie spielt und es ergaben sich Gelegenheiten einigen Spielern zuzuschauen. Gräfe wies darauf hin, dass der Golfclub über elf Mitarbeiter verfügt. Allein sechs Vollzeitstellen und eine halbe verfallen auf die Rasenpflege, die täglich früh morgens beginnt. Immerhin gibt es 18 Löcher mit 18 Grüns, die täglich gemäht werden müssen.

Drei Arten von Rasen innerhalb von wenigen Metern. Für den perfekten Rasen hat der Golfclub Rickenbach ein ganzes Team an Mitarbeitern. Das Grün, links, wird täglich gemäht, der Streifen in der Mitte alle zwei Tage.
Drei Arten von Rasen innerhalb von wenigen Metern. Für den perfekten Rasen hat der Golfclub Rickenbach ein ganzes Team an Mitarbeitern. Das Grün, links, wird täglich gemäht, der Streifen in der Mitte alle zwei Tage. | Bild: Peter Koch

Zum Ende der Veranstaltung lud Gräfe uns Teilnehmer zu einem Getränk ins clubeigene Restaurant. Dort wurde dann schon gefachsimpelt und wir konnten Fragen zum Verein und zur Mitgliedschaft klären. Soviel sei gesagt, wer neu einsteigt und noch keine Platzreife hat, der muss im Rickenbacher Club mit Kosten von 1.380 Euro für das erste Jahr rechnen. Einsteiger-Schlägersets gibt es bereits ab 250 Euro, spezielle Kleidung ist am Anfang nicht notwendig. Meinen Mitstreitern und mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und wir waren uns einig, dass so ein Kurs eine gute Gelegenheit ist, den Sport kennen zu lernen. Und weil es so nett und gemütlich war, wurde auch noch eine zweite Runde geordert.

 

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.