Vom einstmals geplanten Pumpspeicherkraftwerk Atdorf ist der Stromkonzern EnBW im Oktober 2017 abgerückt und hat das Projekt vollständig aufgegeben. Die Wachstumsstrategie der landeseigenen EnBW hat sich anschließend verstärkt mittels Beteiligungsmodellen bei erneuerbaren Energien in ausländische Zielregionen verlagert. Dennoch gibt es weiterhin die Bürgerinitiative Atdorf. Als Verein für den Erhalt des Abhaus und des Haselbachtals organisiert, hat nun die Hauptversammlung in Rickenbach stattgefunden. Der Verein tritt in der Region weiterhin verstärkt als Umweltverband und als Träger des Bildungsprojekts „Wälderakademie“ auf.

Seit 2018 erhebt der Verein keine Mitgliedsbeiträge mehr. Im Kassenbestand ist ein beträchtlicher Betrag aus Spenden verblieben. Eine Auflösung des Verein stand nicht im Raum. Die Bürgerinitiative Atdorf hatte sich im Scopingverfahren zur Planung der A 98, Teilabschnitt 6, eingebracht, wie der wiedergewählte Vorsitzende Heinz-Michael Peter in seinem Rechenschaftsbericht informierte.

Laufende Projekte

Bereits 2018 ist die „Wälderakademie“ gegründet worden, die vornehmlich die Trinkwasserversorgung, den Quellenzustand und den Erhalt der Umwelt in den Mittelpunkt rückt. Als zukünftiges Bildungsprojekt soll für eine stärkere Sensibilisierung im Umgang mit der regionalen und lokalen Natur geworben werden. Gleichzeitig, und das war bereits bei der Hauptversammlung 2019 angemahnt worden, sollen Wirk­analysen über die erfolgten Probebohrungen für das einstige geplante Pumpspeicherwerk in Erfahrung gebracht werden. „Ja, da sind wir dran“, sicherte Peter den 17 anwesenden Mitgliedern zu. Der Abhau als Quellberg bleibt ein Augenmerk des Vereins.

Grabstein

Im Hinblick auf die Aufgabe des Projekts durch die EnBW im Oktober 2017 strebt der Verein an, einen Gedenkstein aufzustellen. Geplant ist die Errichtung in den kommenden Wochen, aber pünktlich zum Tag der Verkündung des Projektendes am 11. Oktober. Auf einem Privatgrundstück eines Mitglieds, inmitten des einstmals geplanten Oberbeckens. Als Erinnerung und im Stil eines Grabsteins, sollen Wanderer auf das gescheiterte Projekt aufmerksam gemacht werden.

Das Haselbachtal

„Und wir überlegen, auch im Haselbachtal was zu machen“, deutete Peter an. Dort geht der Verein aber davon aus, dass die komplette Fläche weiterhin im Eigentum der Schluchseewerk AG ist. Wobei deren Muttergesellschaften RWE und EnBW letztlich den Stab über dem geplanten Pumpspeicherkraftwerk Atdorf gebrochen hatten.

Die Wälderakademie

Oliver Haury deutete die Ziele der „Wälderakademie“ an. Eine Neukonzeption des Sieben-Moore-Wegs in Herrischried steht im Raum. Weitere energiepolitische Vorträge sollen organisiert werden. Außerdem will sich der Verein an landschaftspflegerischen Arbeiten beteiligen, was bereits an der Hännermer Wühre erfolgte.

Wahlen

Oliver Haury kandidierte als neuer Schriftführer und wurde auch gewählt. Der Verein musste aufgrund der Statuten in der Satzung aber eine vollständige Neuwahl vornehmen. Der Vorsitzende Heinz-Michael Peter wurde für drei Jahre wiedergewählt, seine Stellvertreterin Inge Böttinger für zwei Jahre und der neue Kassierer Gottlieb Burkhart ebenso für zwei Jahre, Götz Hinze, Karl Knecht, Jürgen Briezel und Alfred Bachmann sind die Beisitzer des Vorstands, Walter Schmidt und Hans-Peter Karrer übernehmen die Funktion der Kassenprüfer.