Das Corona-Jahr 2020 hat für den Tourismus in den Hotzenwaldgemeinden Görwihl, Herrischried und Rickenbach einen anderen Verlauf genommen, als ursprünglich geplant war. Das ist das Fazit von Nicola Vonhof, Geschäftsführerin der Hotzenwald Tourismus GmbH. Corona bestimmte ab März den Alltag, wodurch die Unsicherheit schnell stieg, Buchungen storniert wurden, Grenzschließungen folgten und Einreiseverbote verhängt wurden. Erst im Juni wurden die Einschränkungen teilweise wieder aufgehoben. Es folgte ein starker Sommer, in denen die deutschen Urlauber überwiegend im eigenen Land Urlaub machten. Anfang November folgte aufgrund der Corona-Entwicklungen der zweite Lockdown. Ergebnis: Von 12 Monaten waren nur in 7,5 Monaten touristische Reisen in Deutschland möglich.

Blick auf die Zahlen

Während für den Schwarzwald ein Rückgang von 37 Prozent in den Übernachtungen bestätigt wird, sieht der Blick auf die Zahlen im Hotzenwald positiver aus. Konkret: „Der Hotzenwald liegt mit einem Minus von 24,5 Prozent in den Übernachtungen deutlich über den Vergleichszahlen von Land und Schwarzwald“, berichtet Nicola Vonhof. Die Gemeinde Görwihl hat ein Minus von 15,5, Herrischried von 15,4 und Rickenbach von 32,2 Prozent in den Übernachtungen. In Rickenbach liegt laut Vonhof der Grund darin, dass die meisten Übernachtungen in Rickenbach in der Kategorie „Kliniken/Sanatorien“ generiert werden. Von Anfang April bis Ende Juni waren diese jedoch komplett geschlossen. „Ab 1. Juli 2020 war eine Öffnung möglich, aber mit deutlich strengeren Auflagen, die seitdem eine geringere Auslastung der zur Verfügung stehenden Betten zur Folge haben“, erklärt sie.

Trotz der coronabedingten Rückgänge bei den Übernachtungen blieb die Hotzenwald Tourismus GmbH nicht untätig. Das macht Nicola Vonhof mit Blick auf die Aktion „Dorfurlaub“ im Hotzenwald deutlich. „Sie hatte einen sehr erfolgreichen Start ins Jahr“, so Vonhof. Auf der CMT (Caravan-Motor-Touristik, eine Urlaubsmesse in Stuttgart) war sie mit einem eigenen Stand vertreten, an dem zwei Selbstvermarkter aus Herrischried und Görwihl ihr Angebot präsentierten.

Durch Corona brach der Tourismus im Hotzenwald ein – allerdings nicht so stark wie in anderen Regionen. Im Bild Wanderer bei Engelschwand.
Durch Corona brach der Tourismus im Hotzenwald ein – allerdings nicht so stark wie in anderen Regionen. Im Bild Wanderer bei Engelschwand. | Bild: Peter Schütz

Ab März mussten dann viele Aktivitäten aufgrund des Lockdowns abgesagt werden, unter anderem die Teilnahme an der Regio-Messe in Lörrach. Mit der Initiative „Genussfreunde mit Herz“ starteten die GmbH Ende März eine Solidaritätsaktion, die die hiesigen Gasthäuser in dieser schwierigen Zeit unterstützen sollten. Die Idee war einfach: Die Gäste konnten zwar die Restaurants nicht aufsuchen, aber diese mittels Kauf eines Gutscheins, der eine Einkehr an einem späteren Zeitpunkt ermöglichte, unterstützen.

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