Die Gemeinde Rickenbach macht neue Schulden. Mit einer Kreditaufnahme von 2,25 Millionen Euro sollen die laufenden und bevorstehenden Projekte wie Breitbandausbau, Erweiterung, Umbau und Sanierung der Grundschule sowie Umbau des Altenschwander Schulhauses gestemmt werden. Somit steigt der Schuldenstand von derzeit 1,2 auf 3,3 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung erhöht sich von 308 auf 846 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Kreditaufnahme rechtfertigte Rechnungsamtsleiterin Hildegard Bayer in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstag so: „Das sind Investitionen in die Zukunft, um den Bürgern eine gute Infrastruktur bieten zu können.“ Ähnlich Bürgermeister Dietmar Zäpernick: „Wir schaffen Werte“, sagte er. Der Gemeinderat stimmte dem Haushaltsplan 2021 einstimmig zu.

Geschätzte Kosten der einzelnen Projekte

Die Arbeiten an der Grundschule in Rickenbach werden mit rund 2,85 Millionen Euro in diesem Jahr veranschlagt. Fast vier Millionen Euro sind in diesem Jahr für den ersten Bauabschnitt des Breitbandausbaus in Rickenbach eingeplant. 488.000 Euro sind für den Umbau und die Erweiterung des alten Schulhauses in Altenschwand vorgesehen. Weitere Vorhaben: In Altenschwand werden 235.000 Euro für die Erschließung des Baugebietes Fahrnacker-Sonnenweg eingeplant. Für 180.000 Euro will die Gemeinde Grundstücke erwerben.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Digitalisierung der Grundschule Rickenbach (80.000 Euro), Katastrophenschutzmaßnahmen (50.000 Euro) und die Anlage des ersten Bauabschnitts des Urnenrasengrabfeldes (50.000 Euro) sind die nächst größeren Investitionen.

Hinzu kommen der Anbau einer Fluchttreppe an den Bürgersaal in Bergalingen (24.000 Euro), die Einrichtung eines Premiumwanderweges (28.000 Euro), die Beschaffung von 15 Atemschutzgeräten (25.000 Euro) sowie die Erweiterung der Löschwasserversorgung (20.000 Euro) und der Erwerb eines neuen Mannschaftstransportwagens für die Abteilung Willaringen (20.000 Euro). Das macht ein Gesamtvolumen von etwas mehr als acht Millionen Euro.

Gemeinde will trotz Kreditaufnahme Schulden tilgen

Offenbar hat die Gemeinde die Corona-Krise finanziell nicht in dem anfangs befürchteten Ausmaße getroffen. Trotz der Kreditermächtigung von 2,25 Millionen Euro wird die Gemeinde auch Schulden tilgen, und zwar in der Höhe von rund 147.000 Euro.

Die mittelfristige Finanzplanung der Gemeinde sieht erst wieder im Jahr 2023 einen ausgeglichenen Gesamtergebnishaushalt vor. Dann, so Hildegard Bayer, sollen auch die Steuereinnahmen wieder das „Vor-Corona-Niveau“ erreicht haben. „Der Spielraum für Freiwilligkeitsleistungen und weitere Investitionsprojekte ist damit nach wie vor beschränkt, wenn die Neuverschuldung der Gemeinde im Rahmen bleiben soll“, heißt es denn auch im Haushalt 2021.