Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat das Planfeststellungsverfahren für den Umbau der Leitungseinführung westlich der Umspannanlage Kühmoos sowie die Zubeseilung eines 380-kV-Stromkreises auf der bestehenden Höchstspannungsfreileitung Kühmoos-Daxlanden eingeleitet. Wie das RP mitteilt, werden die Planunterlagen für das Projekt von Montag, 26. September, bis einschließlich Dienstag, 25. Oktober, im Rathaus der Gemeinde Rickenbach ausgelegt. Die Auslegung soll allen Interessierten Gelegenheit zur Einsichtnahme in die Planung geben.

Franz Stortz hatte als Rippolinger Ortsvorsteher die Bürgerinformation der TransnetBW am Donnerstagabend genutzt, weitere Informationen ...
Franz Stortz hatte als Rippolinger Ortsvorsteher die Bürgerinformation der TransnetBW am Donnerstagabend genutzt, weitere Informationen über den Sachstand der Stromtrassenerneuerung zu bekommen. | Bild: Gerd Leutenecker

Die Amprion plant den Umbau der Leitungseinführung auf der westlichen Seite der Umspannanlage Kühmoos. Der geplante Umbau führt zu Änderungen an den 380-kV-Leitungen der Amprion sowie der Transnet BW, was auch den Mastrück- sowie Ersatzneubau beinhaltet. Zugleich sollen etwa 1,1 Kilometer Leitung zubeseilt werden. Hierzu soll ein weiterer 380-kV-Stromkreis auf einen noch freien Platz des bestehenden Gestänges aufgelegt werden, was den Mastrück- sowie Ersatzneubau in der Bestandsachse wenige Meter vom alten Maststandort erfordert. Der Verlauf der hiervon betroffenen Leitung erstreckt sich von der Umspannanlage Kühmoos aus in westliche Richtung bis zum Mast 5 und verläuft damit vollständig im Gemeindegebiet der Gemeinde Rickenbach.

Auf nur geringes Interesse stieß am Donnerstagabend in der Wallbacher Huber-Arena die Bürgerinformation der Transnet BW zum Projekt. Georg Hohberg von der Transnet BW, eine 100 prozentige Tochter der EnBW, hatte das Vorhaben bereits im April in den Gemeinderäten von Bad Säckingen und Wehr vorgestellt. „Die Bürger und Anlieger sollen mit ihren Anregungen direkt miteingebunden werden“, sagte Hohberger jetzt bei der Bürgerinformation. Gleichzeitig stellte Hohberg aber auch klar, „bestehende Betroffenheiten sind vom Gesetzgeber fortzuführen“. Die Ernüchterung bei den recht wenigen Teilnehmern der Bürgerinformation war hörbar. „Einmal die Hochspannungsleitung über dem Grundstück, dann wohl auch die nächsten 70 Jahre“, stellte ein Harpolinger Bürger unumwunden fest. Zumindest werden die Strommasten deutlich höher.

Die sogenannte „Raumwiderstandsanalyse“ sei bereits angelaufen. Hohberg und sein Team stellten alle 70 Kriterien vor. Von der Raumordnung über die Landesentwicklungspläne bis hin zu den einzelnen Schutzgütern sind für die gesamte Trasse von Rippolingen bis nach Istein bei Efringen-Kirchen im Projektkatalog festgeschrieben. Optimierungen und Probleme sieht das Team um Hohberg eher im Landkreis Lörrach. Die Trassenführung von Rippolingen und Rickenbach über das Wehratal bis nach Niederdossenbach sei bereits in den 1950er Jahren praktikabel gelöst worden. „Diese Bestandstrasse ist eindeutig besser“, sagte Hohberg. Ein Näherrücken der Stromleitungen an Wohnbebauungen könne dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. „Die neuen Strommasten werden aller Voraussicht direkt neben den Bestehenden errichtet“, was sich im einstelligen Meterbereich bewegen werde, so der Projektleiter.