Der Naturpark Südschwarzwald hat unter dem Titel „Blühende Unternehmen“ eine neue Initiative eröffnet, das Unternehmen dazu anregen soll, ihr Gelände naturnah zu gestalten.

Hierzu waren am Mittwoch die Grundstückseigentümer im Rickenbacher Gewerbegebiet Schaffeld zu einer Ortsbegehung mit Erstberatung eingeladen. Projektkoordinatorin Katrin Schmon, Holger Wegner vom Naturparkteam, Georg Keller und Ralf Engel als Vertreter des Schwarzwaldvereins sowie Bürgermeister Dietmar Zäpernick konnten einen Großteil der angeschriebenen Firmen begrüßen, die in einer kurzen Vorstellungsrunde auch alle ihre Bereitschaft bekundeten, sich für eine naturnahe Gestaltung ihrer Grundstücke einzusetzen.

Schwerpunkte des Naturparks Südschwarzwald

Holger Wegner skizzierte kurz die bisherigen Arbeitsbereiche des Naturparks zur nachhaltigen Entwicklung in der Region wie Landschaftspflege, Förderung regionaler Lebensmittel und erinnerte auch an die aktuell zwei für ein Pilotprojekt ausgewählten Rickenbacher Kindergärten. Er lobte die bisherigen Initiativen von Gemeinde und Schwarzwaldverein, die Bürgermeister Zäpernick zuvor in seiner kurzen Begrüßung quasi als „Handschrift Rickenbachs“ bezeichnet hatte.

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Nach den Gemeinden als Ansprechpartner zur Bekämpfung des Insektensterbens solle nun als neue Zielgruppe die der Unternehmer angesprochen werden. Katrin Schmon erläuterte anhand einiger aussagekräftiger Fotos, welche Maßnahmen möglich wären, um selbst kleine Randstreifen umzugestalten und Flächen so wenig wie möglich zu versiegeln.

Holger Wegner führte ergänzend an, dass solche Maßnahmen seitens der Firmen durchaus auch als grüne Visitenkarte werblich eingesetzt werden könnten, was durch Infotafeln, Broschüren für Kunden sowie die Mitarbeit bei Presseterminen vom Naturpark unterstützt werden könne.

Funktionalität wird nicht beeinträchtigt

Katrin Schmon betonte, durch eine naturnahe Gestaltung werde die wirtschaftliche Funktionalität des Geländes nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil könnten etwa bei der Anlage von Blühwiesen auf ungenutzten Grünflächen durch lediglich zweimaliges Mähen pro Jahr unter Umständen Kosten eingespart werden, obwohl einige Teilnehmer die Entsorgung des entstehenden Mähgutes als bislang ungelöstes Problem anführten.

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Auch Beitrag zur Mitarbeiterzufriedenheit

Die Verwendung langlebiger, pflegearmer heimischer Arten sorgten für nachhaltige Bewirtschaftung. Versickerungsfähige Flächen wie begrünte Firmendächer und Sickergruben stellten, so Schmon, ein großes Potenzial zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung und damit auch zur Kostenersparnis dar.

Die Schaffung von grünen Pausenräumen, beispielsweise durch die gebäudenahe Pflanzung von Bäumen mit benachbarten Sitzgelegenheiten, könnten als Schattenspender nicht nur das Raumklima, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit verbessern.

Bunter Strauß von Möglichkeiten

So biete die naturnahe Umgestaltung einen bunten Strauß von Möglichkeiten. Diesen illustrierte Katrin Schmond im Anschluss noch durch einen Rundgang, bei dem sie anhand einiger Beispiele diverse Möglichkeiten aufzeigte und für die einzelnen Teilnehmer konkretisierte. Unterstützt wurde sie dabei durch Anmerkungen seitens Ralf Engel, der sich im Rahmen des Schwarzwaldvereins seit Jahren für etliche Flächen rund um Rickenbach engagiert.

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Die Ausgleichsfläche am Einmündungsbereich der von Hottingen kommenden Straße etwa könnte zu einer auch für den Unterricht an der Schule interessanten Bergwiese mit ihren typischen heimischen Arten umgestaltet, die Straßenränder attraktiv als blühende Margeritenstreifen angelegt werden. Die hintere, schon jetzt mit Natursteinen und einem Kreuz geschmückte Ecke bei der Abzweigung zum Hasenbrunnen hin könnte zu einem gemütlichen Ruheplätzchen mit Alpensicht aufgewertet werden, um nur einige der beim Rundgang angesprochenen Ideen zu nennen.

Der Naturpark stellt eine Checkliste für interessierte Unternehmen zur Verfügung, macht die Erstberatung vor Ort, erstellt einen Maßnahmen-Vorschlag und nennt mögliche Partnerunternehmen zur Umsetzung. Diese selbst wird vom Naturpark nicht angeboten, jedoch finden Fortbildungsseminare zur Flächenpflege statt und denjenigen Unternehmen, die sich beteiligen, wird nach Fertigstellung der Maßnahme das Label „Blühendes Unternehmen“ verliehen.