Am heutigen Dienstagabend wird Volker Matt aus dem Rickenbacher Gemeinderat verabschiedet. Matt wurde zuletzt am 26. Mai 2019 mit 1050 Stimmen als Vertreter der Freien Wähler zum fünften Mal in Folge in den Gemeinderat gewählt. Seit 1999 wirkt er in dem Gremium mit, hat in der Zeit drei Bürgermeister und einen Amtsverweser erlebt. Sein Rücktritt zwei Jahre vor Ende der fünften Amtsperiode nach insgesamt 23 Jahren Gemeinderatstätigkeit geschehe auf eigenen Wunsch, erklärt er, „und aus privaten Gründen“. Eigentlich wollte er die 25 Jahre vollmachen, aber: „Jetzt höre ich früher auf. Es hat alles seine Zeit, und es ist jetzt vorbei.“ Volker Matt (48) ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Er arbeitet als Industriemeister, außerdem ist er in der heimischen Landwirtschaft sowie im Sägewerk der Familie Matt tätig – viel Verantwortung also, die er auch als Gemeinderat sowie als Vorsitzender der Freien Wähler Rickenbach von 2010 bis 2022 auf sich genommen hat, denn: „Ich will nichts Halbherziges.“ Sein Nachfolger steht fest: Georg Metzger, ebenfalls von den Freien Wählern. Metzger erreichte an der Kommunalwahl 2019 die sechsthöchste Stimmenzahl (761) der Freien Wähler.

Als Volker Matt 1999 als 25-Jähriger im Gemeinderat anfing, war Georg Keller Bürgermeister. An brisanten Themen mangelte es schon damals nicht. Nach dem zähen Ringen um ein Museum in der Gemeinde Rickenbach – aus dem schließlich das Energiemuseum in Hottingen wurde – kam die Suche nach geeigneten Standorten für Windkraftanlagen ins Rollen.

Der Widerstand wuchs, auch mit Volker Matt, der sich der Bürgerbewegung um die damalige Gemeinderätin Helene Ringel anschloss. „Zu dem Zeitpunkt war es falsch, Windräder im Hotzenwald zu errichten, denn deren Wirkungsgrad war zu gering“, blickt er zurück. Nun würden 20 Jahre Weiterentwicklung dazwischenliegen, erklärt er, „da müsste man abschätzen, ob es hier Sinn macht“. Nachdem der Bau von Windrädern vom Tisch war, folgte die nächste Herausforderung: Norbert Moosmann, 2007 zum Nachfolger von Georg Keller gewählt. „Eine extrem schwierige Zeit“, so Volker Matt, „ein Trauerspiel, eine Katastrophe“.

Das einzig Gute daran: Mit der Zeit entwickelte sich ein fraktionsübergreifender Zusammenhalt im Gemeinderat. Hubert Strittmatter habe als Bürgermeisterstellvertreter gute Arbeit geleistet, ebenso Amtsverweser Roland Baumgartner. Gute Arbeit attestiert Matt auch dem amtierenden Bürgermeister Dietmar Zäpernick. Leicht hat es sich Volker Matt nicht gemacht.

Er nahm aktiv an den Sitzungen teil, konnte auch unbequeme Meinungen vertreten oder sich vehement für eine Sache einsetzen, die es ihm wert schien. Bei seinen Wählern möchte er sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen bedanken.