Werner Probst

In der Gemeinde Rickenbach wird es künftig einen Bestattungswald geben. In der Gemeinderatssitzung nahm das geplante Objekt „Ruheforst“, zwischen dem Ortsteil Egg und Schweikhof gelegen, die letzte Hürde. Drei Ratsmitglieder stimmten allerdings gegen das geplante Vorhaben.

Bereits im März dieses Jahres beriet der Gemeinderat über das Projekt, was schließlich zu einem Vertragsentwurf führte, der nunmehr dem Gremium zur Abstimmung vorlag. Waldeigentümer Leopold Freiherr von Schönau-Wehr aus Schwörstadt plant im Meisenhard einen Bestattungswald zusammen mit der Ruheforst GmbH zu entwickeln. Die Gemeinde Rickenbach wird dabei die Trägerschaft übernehmen.

Bild 1: Im Hotzenwald wird jetzt die letzte Ruhe unter Waldbäumen möglich
Bild: Müller, Cornelia

Insgesamt 26 Hektar beträgt die Fläche, wobei etwa vier Hektar Anfangsfläche ausgewiesen werden. Im Genehmigungsverfahren wird die genaue Größe des Objekts festgelegt werden. An einem Ruhebiotop gibt es bis zu 18 Bestattungsplätze, so dass diese Fläche nach Schätzungen für etwa 40 Jahre ausreichen müsste. Die Ruhezeit soll, wie auch die Vertragslaufzeit, 99 Jahre betragen.

Es gibt auch Kritik

Waldeigentümer Leopold Freiherr von Schönau-Wehr und Forstdirektor Jost Arnold mussten vielfältige Fragen von Ratsmitgliedern beantworten. So monierte Matthias Vogt (CDU) die Vertragslaufzeit von 99 Jahren. Ihm wurde entgegnet, dass etwa 30 Prozent der Sterbenden schon zu Lebzeiten Vorsorge über die Beisetzung treffen und es so möglich sei, mehrere Generationen an einem Ort beizusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Margit Eckert-Schneider (Grüne) vertrat die Ansicht, dass das Waldstück bei Egg nicht ein Waldstück der Ruhe sei. Die Gemeinde habe selbst einen Buchenwald, der für einen Bestattungswald besser geeignet wäre. Diesem Ansinnen entgegnete Bürgermeister Dietmar Zäpernick, dass die Gemeinde nicht das Personal habe, um einen Friedwald zu betreiben.

Lieselotte Schleicher (WIR) fragte nach Parkplätzen und Toiletten bei der Anlage. Waldeigentümer Leopold Freiherr von Schönau sagte dazu, dass Holzhäuschen als Toiletten errichtet werden und 15 Parkplätze zur Verfügung stehen werden. Um eine möglichst große Ruhe zu bewahren, werde es auf dem überplanten Ruhegebiet keine Wildjagden mehr geben.

Das könnte Sie auch interessieren