Der Großbrand in Bergalingen hat eine große Welle der Solidarität mit den betroffenen Familien ausgelöst – so groß, dass am Tag nach der Katastrophe keine Sachspenden mehr nötig waren. „Die Kleider- und Schuhspende ist abgeschlossen, wir können nichts mehr annehmen“, erklärte gestern Barbara Schmid von den Bergalinger Landfrauen. Bereits am Dienstagmittag galt die Aktion als beendet. „Es ist alles sehr schnell gegangen“, sagt Schmid. Die Landfrauen hatten schnell reagiert und sofort nach Eintreffen der Rettungskräfte im Bürgersaal eine Verpflegungsstation eingerichtet. „Wir haben sie zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz versorgt, alleine hätten wir es gar nicht geschafft“, berichtete Barbara Schmid.

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Auch gestern waren die Landfrauen auf den Beinen, bereiteten Mahlzeiten für die Feuerwehrleute vor, die mit immer wieder aufflammenden Feuerherden zu kämpfen hatte. Sie versorgten auch die beiden betroffenen Familien und deren Angehörige, die beim Aufräumen anpackten. Das wird in den nächsten Tagen so bleiben. Denn das Haus ist nicht mehr bewohnbar, die Stallung mit Werkstatt, wo das Feuer ausgebrochen war, ist völlig zerstört. Die Aufräumarbeiten werden noch eine Weile andauern. Die obdachlos gewordenen Familien sind anderweitig untergebracht worden – auch das ist ein Akt der Solidarität.

„Es ist alles sehr schnell gegangen“, sagt Barbara Schmid von den Bergalinger Landfrauen an der Verpflegungsstation im Bürgerhaus. Bild: Peter Schütz
„Es ist alles sehr schnell gegangen“, sagt Barbara Schmid von den Bergalinger Landfrauen an der Verpflegungsstation im Bürgerhaus. | Bild: Peter Schütz

Auch der FC Bergalingen hilft der Familie: Sämtliche Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Bewirtung beim Heimspiel im Rothaus-Bezirkspokal, am Donnerstag, 13. August, ab 19.30 Uhr, gegen den Bezirksligisten SV Buch, fließen in die Spendenkasse. Bedanken möchte sich der Verein schon vorab beim SV Buch, der auf seinen Anteil an dem Eintrittsgeld verzichtet und diesen Betrag zur Verfügung stellt. Auf der Sportanlage wird zudem eine Spendenkasse aufgestellt, kündigt der Verein an.

Nach dem Großbrand: Die Aufräumarbeiten in Bergalingen dauern an. Bilder: Peter Schütz
Nach dem Großbrand: Die Aufräumarbeiten in Bergalingen dauern an. | Bild: Peter Schütz

Über die Brandursache gab es bis gestern keine Erkenntnisse. Die Polizei war am Mittwoch mit einem Sachverständigen vor Ort. Fest steht bislang nur, welchen Aufwand der Brand verursacht hat. Rund 140 Feuerwehrleute aus Rickenbach, Herrischried, Bad Säckingen, Wehr und Laufenburg waren im Einsatz. Hinzu kamen elf Personen vom Deutschen Roten Kreuz und vier Polizeibeamte. Diese Zahlen nannte Tobias Ücker, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Rickenbach, auf Anfrage dieser Zeitung.

Video: Gerber, Andreas

Ücker leitete den Feuerwehreinsatz. „Wir waren sechs Stunden am Löschen“, berichtete er. Im Fokus stand die Rettung des Wohnhauses, indem dieses mit Wasser gekühlt wurde. Der Dachstuhl brannte dennoch komplett aus. Zwei Kilometer Wasserschläuche wurden verlegt. Bei der Löschwasserversorgung sah er „keine größeren Probleme“, räumte aber ein: „In einer solch extremen Situation schafft es keine Wasserversorgung.“ Bergalingen sei dennoch gut ausgestattet, weil der Ort über zwei Löschwasserbehälter verfügt. Zudem wurde dem Heidenwuhr Wasser entnommen. Hinzu kam ein Dutzend Landwirte, die Wasser in Güllewagen anfuhren. Bei dem Brand wurden keine Menschen verletzt. Von den rund 50 Kühen im Stall wurden fünf gerettet, die übrigen verendeten. Die Kadaver wurden am Dienstag beseitigt.

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