Der Absturz eines Segelflugzeuges bei Hütten in der Gemeinde Rickenbach jährt sich am 30. Juli 2020. Dabei kam ein 16-jähriger Flugschüler ums Leben. Wie es zu dem Unglück kam, dokumentiert der diese Woche veröffentlichte Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) mit Sitz in Braunschweig. Demnach geriet das Segelflugzeug bei dem Versuch, eine Außenlandung auszuführen, im Kurvenflug in eine unkontrollierte Fluglage und stürzte zu Boden.

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Laut BFU startete der Flugschüler – er nahm an einem Sommerfliegerlager teil – im Windenstart vom Sonderlandeplatz Hütten. Er wurde regelmäßig über Flugfunk um Positions- und Flughöhenangaben gebeten. Nach einer Flugzeit von einer Stunde wurde er vom Fluglehrer aufgefordert, in Richtung Flugplatz Hütten zu fliegen. Der 16-Jährige teilte später mit, dass er zu wenig Höhe habe, um den Flugplatz zu erreichen und sich ein Außenlandefeld suchen müsse. Daraufhin gab ihm der Fluglehrer den Hinweis, in Richtung Maisfelder zu fliegen. Zeugen am Boden beobachteten, wie das Segelflugzeug aus Richtung Hütten kommend auf das Gelände des Golfplatzes zuflog und anschließend eine Richtungsänderung mit einer steilen Linkskurve vornahm. Die Flughöhe wurde dabei mit 50 bis 80 Meter geschätzt. Das Segelflugzeug kippte im Verlauf des Kurvenfluges ab und stürzte anschließend mit großer Längsneigung auf eine Landstraße. Der Flugschüler wurde dabei tödlich verletzt und das Segelflugzeug zerstört.

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Der 16-Jährige hatte seine Segelflugausbildung im September 2017 in einem Luftsportverein bei Hamburg absolviert. 2018 wechselte er den Luftsportverein und führte seine Ausbildung am Flugplatz Hütten-Hotzenwald fort. Bis zum Unfalltag besaß er eine Gesamtflugerfahrung von circa 27 Stunden mit 130 Starts. Die BFU kam in ihrem Bericht zum Schluss, dass die Entscheidung zur Durchführung einer Außenlandung vom Flugschüler zu spät getroffen wurde. „Die geringe Flugerfahrung, keine Erfahrung mit Außenlandungen und das Bestreben, den Flugplatz wieder zu erreichen, führten zur Fehleinschätzung der Situation“, so die BFU. Flugverlauf und Anbahnung der Außenlandesituation blieben vom Fluglehrer weitgehend unbemerkt.

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Zu dem tragischen Unfall äußerte sich Ramona Riesterer, Mitglied des Vorstands (Öffentlichkeitsarbeit) der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald, auf Anfrage dieser Zeitung so: „Wir müssen den BFU-Bericht analysieren und aufarbeiten.“ Riesterer weiter: „Flugschüler gibt es im Alter von 14 bis über 70 Jahren. Wir wenden hier europäisches und nationales Recht an sowie die Vorgaben des Ausbildungsbetriebs des Baden-Württembergischen Luftfahrt-Verbands (BWLV), dessen Mitglied wir sind. Dieser wird von den Behörden engmaschig überwacht. Die LGH wird regelmäßig auditiert. Das letzte beanstandungslose Audit fand letzten Winter statt.“

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