Im Rickenbacher Gemeindewald werden 2022 keine planmäßigen Hiebe durchgeführt. „Wir werden Käferholz haben, das lässt sich nicht planen“, erklärte Revierförster Karl-Ulrich Mäntele in der öffentlichen Gemeinderatssitzung in der Willaringer Gemeindehalle am Dienstag. Das Gute an der Sache: „Der Holzpreis ist deutlich gestiegen“, sagte er, „wir können mit mehr Einnahmen rechnen“. Die Folge: „Das Ergebnis wird besser sein als 2020“, so Mäntele.

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Konkret: Vergangenes Jahr schloss der Bewirtschaftungsplan mit einem Verlust von 12.853 Euro ab. Die Ursache waren hohe Ausgaben aufgrund von Verkehrssicherheitshieben entlang etlicher Straßen auf Rickenbacher Gemarkung. „Wir mussten sie durchführen“, berichtete Karl-Ulrich Mäntele, „das waren teure Maßnahmen“. Im neuen Bewirtschaftungsplan für 2022 geht der Forst von Einnahmen in Höhe von 14.250 Euro aus. 11.450 Euro sollen aus der Holzernte stammen.

Investition in Kulturen

Im Gegenzug will der Forst erheblich in Kulturen investieren. Am Ende soll ein Gewinn von 50 Euro stehen. „Das sieht nach einer schwarzen Null aus“, bemerkte Bürgermeister Dietmar Zäpernick. Auf Anfrage von Gemeinderat Manfred Eckert (CDU), ob „noch etwas auf Halde liegt“, berichtete Karl-Ulrich Mäntele, dass 300 Festmeter Holz noch nicht verkauft seien, „aber die gehen weg, sie werden im Januar 2022 verkauft“. Das meiste Holz bleibt in der Region, stellte er klar. Als Schwerpunkte der Aufgaben im Gemeindewald nannte er auch in den nächsten Jahren die Kulturen, also Kulturreinigung und restliche Anpflanzungen. Für 2022 ist die Wiederaufforstung von kleinen Restflächen, die vom Käfer befallen waren, vorgesehen – beim Segelfluggelände in Hütten, am alten Glashüttenerweg sowie bei Hottingen und Rotzel. Finanzieller Aufwind kommt aus unerwarteter Ecke: Im Frühjahr 2021 erhielt das Projekt Wiederaufforstung im Rickenbacher Gemeindewald durch eine Spendenaktion von Hitradio Antenne 1 in Stuttgart 20.000 Euro. Die Wiederaufforstung soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden, blickte Karl-Ulrich Mäntele voraus. An der Pflanzung neuer Bäume sollen wie bisher Rickenbacher Schulkinder beteiligt sein – ein Projekt, das Gemeinderätin Margrit Eckert-Schneider (Grüne) als „sehr gut“ bezeichnete.

Grundsätzlich bleibt die Lage im Rickenbacher Wald angespannt. „Wir wollen wegkommen von der Fichte“, sagte Karl-Ulrich Mäntele, „sie ist in den nächsten 40 bis 50 Jahren zum Aussterben verurteilt“. Reine Fichtenflächen seien mittlerweile in Rickenbach zurückgedrängt, anders als in Görwihl und Herrischried. Mäntele informierte, dass jeder Privatwaldbesitzer einen Antrag auf Zuschuss für Wiederaufforstung stellen kann. Daran geknüpft seien jedoch Bedingungen, unter anderem der Anteil Laubbäume.

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