Speck ist nicht gleich Speck. Da gibt es erhebliche Unterschiede, die sich aus der Herkunft des Fleisches und der Herstellung ergeben. Ähnlich verhält es sich mit dem Verzehr desselben. „Was es braucht, ist kein Teller, sondern ein Brett“, klärte Schauspieler Martin Wangler alias Fidelius Waldvogel am Freitagabend auf dem Wiedenbachhof der Familie Wehrle auf. Dort hatte er Station auf seiner sommerlichen „Von-Daheim-Tour 2022“ gemacht.

Wangler ging noch einen Schritt weiter. Eine Gabel sei tabu, fand er, denn Speck habe nichts anderes als ein scharfes Messer verdient, mit diesem er in dünne Scheiben geschnitten werden soll. Außerdem: „Speck isst man nur von Hand, denn erst mit Dreck entwickelt er sein Aroma“, so Wangler.

Er hatte an diesem Abend noch andere Vorschläge, die das Leben authentisch machen sollen, zur Hand. Zum Beispiel die Sprache, eine Frage der Identität. Die jedoch bachab gehe, wenn das Alemannische ins Hintertreffen gerate. Was seine Hühner vormachen. Die würden gerne Radio hören, aber solange nur Hochdeutsch gesprochen werde, würden sie ihren Dienst als Eierleger verweigern. Erst wenn Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, zu Wort komme, würde es mit dem Eierlegen wieder funktionieren. Und überhaupt: „Wo ist da unsere Identität?“, fragte Wangler.

Lasse sie sich über Heimat definieren? Was diese denn sei – ein Ort, eine Sprache, ein Gefühl? „Man kann sie nicht richtig begreifen“, antwortete er, „aber wenn man sie nicht hat, wird man krank“. Worauf er auf die Millionen von Menschen, die auf der Flucht sind, hinwies. Sein Appell: „Wir brauchen ein neues Miteinander. Dass jeder wieder eine Heimat hat.“ Martin Wangler konnte also auch ernst sein.

Peter Hauk, Landesminister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.
Peter Hauk, Landesminister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. | Bild: Peter Schütz

Prominentester Gast der gut besuchten Veranstaltung unter freiem Himmel war Peter Hauk, Landesminister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Für Hauk war der Wiedenbachhof in Bergalingen nach Feldberg-Bärental und Dietenberg die letzte Station des Tages im Rahmen seiner Sommertour durch Baden-Württemberg. Hauk sagte, Martin Wangler stehe für Regionalität in jeder Hinsicht. Gleichzeitig forderte er dazu auf, „regionale Wertschöpfungsketten zu stärken“.

Martin Wangler als Fidelius Waldvogel, „für Neudeutsche auch Lucky Black Forest Bird“, nahm den Ball auf, indem er sich kritisch zu den globalen Handelswegen äußerte: „Warum brauchen wir Rindfleisch aus Argentinien, Lammfleisch aus Neuseeland? Und warum sind die Waren, je weiter weg sie herkommen, billiger?“ Apropos: „Dachsschinken ist auch etwas Feines“, so Wangler.