Mit lobenden und anerkennenden Worten, einem Geschenkkorb und einem persönlich gestalteten Trikot endete beim FC Bergalingen die Ära Hermann Burger. Nach 41 Jahren gab die Jugendleiter-Institution sein Amt an Ralf Kohlbrenner ab. Auch sein Stellvertreter Gerald Schneider verabschiedete sich – nach sechsjähriger Amtsführung – aus beruflichen Gründen.

Hermann Burger war 1968 aus Elzach in den Hotzenwald versetzt worden, was dem Junglehrer seinerzeit wie ein Kulturschock vorgekommen war. Allerdings dauerte es nicht lang, bis er sich akklimatisiert und bald eine Familie gegründet hatte. Die Leidenschaft für Fußball lebte er in einer eigens gegründeten AG an der Rickenbacher Schule aus. Bei der Gründung des FC Bergalingen im Jahr 1977 war seine Anwesenheit somit fast logisch: „Mit seiner Schulmannschaft legte Hermann die Basis für den Verein“, so Präsident Manfred Eckert in seiner Laudatio.

Zwei Jahre nach der Vereinsgründung wurde die Jugendabteilung gegründet. Für den damaligen Vorsitzenden Bruno Müller war es keine Frage, wer die Fäden in die Hand nehmen sollte: „Wir müssen dem Verband einen Namen angeben“, habe er Burger seinerzeit beschwichtigt, als es darum ging, Verantwortung zu übernehmen.

Burger übernahm und setzte Akzente. Schon nach sechs Jahren meldete der FC Bergalingen für sämtliche Altersklassen eine Mannschaft und feierte im Sommer 1986 mit den D-Junioren die erste von vielen Meisterschaften auf dem Hotzenwald. In der Folge baute Burger weiter am Fundament des Vereins, sammelte dafür Auszeichnungen und Ehrenungen, wie andere Leute ihre Briefmarken. Herausragend dabei der Sepp-Herberger-Preis des Deutschen Fußballbundes und als persönliche Auszeichnung für den Motor der Nachwuchsabteilung die Ehrennadel des Lande Baden-Württemberg. Die Gemeinde Rickenbach würdigte sein Engagement mit dem „Ehrenteller“, den – so Manfred Eckert – „nicht viele Leute ihr eigen nennen dürfen.“

Vom Vorstand gab es zum Ausstand einen Geschenkkorb: „Wir verabschieden dich nicht, sondern sagen einfach Danke. Wir werden mit Sicherheit eine Aufgabe für dich finden“, rief ihm Manfred Eckert zu, während sich die Mitglieder erhoben, um dem „Vater des Nachwuchses“ stehend zu applaudieren. Die Nachfolger verdeutlichten die Größe der Fußstapfen, die Burger hinterlässt: „24 Trainerinnen und Trainer betreuen derzeit 128 Kinder und Jugendliche“, betonte Markus Schmid, der gemeinsam mit Markus Meier als Stellvertreter des neuen Jugendleiters Ralf Kohlbrenner amtiert. Das Trio schenkte Hermann Burger ein spezielles FCB-Trikot, beflockt mit seinem Namen und der Zahl 41, die für die Anzahl der Jahre als Trainer steht.

Burger übergibt acht Mannschaften, die bei den B- und A-Junioren gemeinsam mit Jugendlichen des FC Wehr eine Spielgemeinschaft bilden. Die ältesten Jugendlichen treten in der nun begonnenen Saison in der überegionalen Landesliga an. „Unterstützt uns, werbt Jugendspieler an, damit wir auch in Zukunft noch eine so gut besuchte Hauptversammlung haben“, gab Ralf Kohlbrenner den Mitgliedern mit auf den Weg.

Herman Burger rang nach den Lobeshymnen auf seine langjährigen Verdienste sichtlich nach Worten: „Es geht nicht um mich, sondern um den Verein. Wenn ich beim Blick auf die Aktiven viele meiner ehemaligen Jugendspieler sehe, dann erfüllt mich das mit Freude.“

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