Bundesweit machen sich etliche der 130 Eltern-Kind-Kliniken große Sorgen um ihre Zukunft. Wegen der Corona-Pandemie seien die Belegungszahlen stark gesunken, erklären sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Mit einem bundesweiten Aktionstag „Vergesst uns nicht“ weisen die Kliniken heute auf ihre Situation hin. Auch die Alpenblick Klinik Hotzenplotz in Rickenbach beteiligt sich daran.

„Bei uns gibt es zwar eine reduzierte Belegung, wir machen uns aber noch keine existenzielle Sorgen“, erklärt der Rickenbacher Klinik-Chef Peter Marquart. Dies könne sich aber schnell ändern, wenn die Eltern-Kind-Kliniken von der Politik vergessen würden. Schon bei der ersten Welle seien die Einrichtungen erst verspätet unter den Rettungsschirm gekommen. Ende September hätten die Ausgleichszahlungen geendet.

Mit dem allgemeinen Lockdown Mitte März wurden auch die Eltern-Kind-Kliniken auf behördliche Anordnung geschlossen. Mit umfassenden Einschränkungen öffneten die ersten wieder ab Ende Mai, die Klinik Hotzenplotz nahm am 1. Juli wieder den Betrieb auf. Unter Beachtung der Hygienerichtlinien wurden Pandemiepläne mit den Gesundheitsämtern abgestimmt. „Diese lassen allerdings keinen Regelbetrieb zu, sodass die Kliniken nicht ausreichend belegt werden können, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern“, stellen die Kliniken fest.

In den Kliniken stünden viele Betten aufgrund der Corona-bedingten Auflagen leer. In der Klinik Hotzenplotz sind es nach Auskunft von Marquart derzeit etwa 10 bis 20 Prozent. Für die Kliniken gebe es keine Möglichkeiten, den durch die geringere Auslastung bedingten finanziellen Schaden auszugleichen. Die Bundesregierung hat neue weitere Corona-Finanzhilfen angekündigt. Die Eltern-Kind-Kliniken fordern einen Anteil an diesen Hilfen.

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Die Kliniken sehen gerade jetzt die Aufrechterhaltung ihres Angebots als besonders wichtig an: „Eltern und ihre Kinder brauchen jetzt und in Zukunft dringend medizinisch-therapeutische Behandlung sowie pädagogische Förderung, um durch die Folgen der Corona-Krise keine chronischen Gesundheitsschäden zu entwickeln!“

Vorsorge und Rehabilitation für Mütter, Väter und Kinder ist mittlerweile als Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung etabliert. Jährlich nahmen nach Auskunft der Kliniken bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie bundesweit fast 120.000 Mütter und Väter mit ihren Kindern Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch.