Die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Vorderer Hotzenwald hat in ihrer 50-jährigen Geschichte seit der Wiedergründung im Jahr 1971 viel bewegt. In einem ersten Bericht zu den am 12. September stattfindenden/geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten haben wir die umfangreichen Vereinsaktivitäten unter der Führung des im Dezember vergangenen Jahres verstorbenen Ehrenvorsitzenden Ulrich Schmidt bereits vorgestellt. In diesem Teil steht das in den letzten 25 Jahren für die Allgemeinheit erbrachte Vereinsengagement im Vordergrund.

Seit 21 Jahren bietet das von Manfred Mutter (Bild Mitte) modellhaft für den ganzen Schwarzwald entwickelte Wegweisersystem eine große Orientierungshilfe – gepflegt werden die Anlagen heute von den Wegewarten Thomas Schneider (links) und Oliver Gutmann (rechts).
Seit 21 Jahren bietet das von Manfred Mutter (Bild Mitte) modellhaft für den ganzen Schwarzwald entwickelte Wegweisersystem eine große Orientierungshilfe – gepflegt werden die Anlagen heute von den Wegewarten Thomas Schneider (links) und Oliver Gutmann (rechts). | Bild: Wolfgang Adam

Im Jahr 1998 löste der Rickenbacher Neubürger Leo Weiß den langjährigen Vorsitzenden und Mitbegründer der Ortsgruppe in der Vereinsführung ab. Für seine Amtszeit bis 2012 lässt sich ebenfalls viel vorweisen. Von überregionaler Bedeutung war im Jahr 1999 die Eröffnung des Hotzenwald-Höhenwanderweges nach fast zweijähriger Vorbereitungsarbeit mit einem großen Helferkreis. Im Jahr 2000 wurde das herausragende „Modellprojekt Harmonisierung Wanderwege“ unter der ideenreichen Leitung des damaligen Wegewartes Manfred Mutter abgeschlossen. Das präziser und übersichtlicher gewordene Wegweisersystem fand danach im ganzen Schwarzwald Einzug. Bewegt wurden für dieses Großprojekt 500.000 DM, die über das damalige EU-Leaderprogramm zur Förderung der touristischen Infrastruktur den Hotzenwälder Initiatoren zur Verfügung gestellt wurden.

Stellungsnahmen zu Großprojekten

Viel Einsatz erforderte zudem die Erarbeitung wichtiger Stellungnahmen zu umstrittenen Großprojekten wie dem Windkraftausbau und der Errichtung des Atdorf-Pumpspeicherwerks auf dem Hornberg. Die Schwarwaldvereinsmitglieder waren außerdem maßgeblich beteiligt an der Gründung eines ersten Rickenbacher Museumsvereins und die Mitglieder Georg Keller und Hans Zipfel kümmerten sich um die umfangreiche Erfassung der vielen Kleindenkmäler in der Gesamtgemeinde. Sie mündete in die Herausgabe des Buches „Den Kreuzen folgen“.

Werben um jüngere Mitglieder

Zu den Arbeitseinsätzen im Wegenetz gehörten auch Stegerneuerungen an beliebten Wanderwegen. Wie in anderen Ortsgruppen auch musste das Werben um jüngere Mitglieder intensiviert werden. In das Wanderprogramm der jüngeren Zeit wurden unter anderem die meist auf sieben Kilometer begrenzten Mittwochswanderungen eingeführt. Nach der Auflösung der Murger Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe im Jahr 2013 übernahmen Mitglieder des Rickenbacher Vereins zudem die Betreuung vieler von Murg in den Hotzenwald führenden Wanderwege.

Familienangebote hoch im Kurs

Freuen kann sich der heutige Dreiervorstand mit Ralf Engel, Rita Freidl und Martin Lauber über den ungebrochen hohen ehrenamtlichen Einsatz von vielen Vereinsaktiven, die das Anbieten eines jährlichen Wanderplanes mit jeweils rund 20 interessanten Unternehmungen erst ermöglichen. Hoch im Kurs stehen weiterhin Familienangebote und es werden zur Abwechslung auch Kanufahrten auf Rhein und Aare sowie vermehrt auch Radtouren organisiert. Auf Bezirksebene übernahmen von der Ortsgruppe Hartmut Lehr sowie der Naturschutzwart Ulrich Mokinski zusätzliche Aufgaben. Als Lehrer engagierte sich der Naturschutzwart zusammen mit dem Förster Werner Gebhardt für ökologische Projekte, zu denen die Tümpeleinsätze mit einer von Schülern gebildeten Schlammspringergruppe rund um die Höhne gehörten. Die Aufsicht über die Einhaltung ökologischer Auflagen bei der Golfplatzerweiterung wurde zudem dem Rickenbacher Fachwart übertragen. Er organisierte auch Sammlungen für die Deutsche Umwelthilfe mit kreisweit besten Ergebnissen. Heute ist Ralf Engel der Motor für Naturschutzaktionen, der sich in vielfältiger Weise um die Artenvielfalt und die naturnahe Gestaltung und Pflege privater und kommunaler Grünanlagen kümmert.

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Die frühen Schülereinsätze für den Naturschutz hatte auch der Rickenbacher Schulleiter Hugo Becker als Vereinsmitglied unterstützt. Er organisierte zudem den Ortsgruppenbeitrag für ein Verschwisterungsjubiläum, zu dem ein streckenmäßig gut durchgeplanter Staffellauf in die französische Partnerstadt Plombiéres-les Bains gehörte.

Mit Georg Keller engagierte sich ein Ortsgruppenmitglied sogar im Freiburger Hauptverein. Hier stand er mehrere Jahre an der Spitze und nach seinem Rückzug wurde der Rickenbacher zum Ehrenpräsidenten ernannt.