In der zweiten Hälfte des 100-jährigen Vereinsbestehens nahm der Musikverein Alpenblick Willaringen einen enormen Aufschwung. Aus der kleinen Kapelle des Gründungsjahres 1921 wurde ab den 1970er Jahren ein Orchester mit mehr als 50 Musikern, was in einer Hauptversammlung des Jahres 1995 fast schon mit Sorge betrachtet wurde. Der Verein zählte zu dieser Zeit 63 Aktive, eine große Zöglingsgruppe und 123 Passivmitglieder. Er musste bremsen bei neuen Ausbildungskursen, weil der Probenraum zu eng wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Aber die Zuwächse und die gut besuchten Konzert- und Theaterveranstaltungen brachten auch mehr Geld in die Vereinskasse, das für den Erhalt und Ausbau des Instrumentenbestands, für die Ausbildung und auch für die Beschaffung einer neuen, im grünen Trachtenlook gestalteten Einheitskleidung gebraucht wurde. In den 1970er und 1980er Jahren hatten bereits die gut besuchten Heimatabende in der Gemeindehalle die Finanzkraft gestärkt. Bei diesen Veranstaltungen stellte der seit 1973 amtierende Dirigent Josef Klein seine Qualitäten als Entertainer, Spielgestalter, Komponist und auch als Choreograph für Tanzeinlagen der Musikerinnen unter Beweis.

Das könnte Sie auch interessieren

Viel ehrenamtliches Engagement erforderte zudem die Mitwirkung an den von der Feuerwehr begründeten Willaringer Dorffesten sowie an den Feierlichkeiten der Gemeindeverschwisterung Rickenbachs mit Plombières-les Bain und an Veranstaltungen des Rickenbacher Fördervereins zur Rettung der im Vereinsgebiet liegenden Burgruine Wieladingen. Die Erweiterung der Gemeindehalle um einen Bühnenanbau belohnte Anfang der 1990er Jahre das Vereinsengagement.

Die Höhepunkte

Zu den musikalischen Höhepunkten unter Josef Klein gehörten neben den Jahreskonzerten auch die Doppelkonzerte mit der Trachtenkapelle Altenschwand sowie ein Konzertabend mit namhaften Komponisten der Region, die einmal selbst am Dirigentenpult stehen konnten. Mit dabei war natürlich auch der Alpenblick-Dirigent, der sich mit seinem Orchester sogar an Schallplattenaufnahmen wagte und danach die Produktion einer Musikkassette mit eigenen Kompositionen in die Wege leitete. Zudem schrieb Klein Vereinsstücke wie die Alpenblick-Erkennungsmelodie.

Die Entwicklung

Aus dem Gesamtensemble bildete sich die vielköpfige, über mehrere Jahre auftretende Tanzkapelle Alpenblick Musikanten. In der Todtmooser „Schwarzwaldspitze“ war der Verein einmal Gast einer TV-Show. Dies war 2000, als das Mitglied Lothar Bächle mit seinem 1000. Musikprobenbesuch in Folge für Aufsehen sorgte. Erfolge verbuchte der Verein auch mit seiner 1984 gegründeten und lange von Hubert Ücker und Isolde Arzner geleiteten Jugendkapelle, die inzwischen eigene Jahreskonzerte mit gemeindeübergreifenden Aktionen gibt. Die umfangreichen Aktivitäten, zu denen das beliebte Weihnachtstheater zählt, werden seit 1997 auf einer eigenen Internetseite präsentiert.

Die Erfolge

2005 leitete Josef Klein sein 32. und letztes Jahreskonzert. Unter seiner Förderung erreichte der Alpenblick-Nachwuchs drei Leistungsabzeichen in Gold, 58 in Silber und 161 in Bronze. Das Orchester übernahm im September der bisherige Vizedirigent Hubert Ücker. Höhepunkte ab dieser Zeit waren der Gewinn eines Ausfluges zum Cannstatter Wasen bei einem SWR4-Wettbewerb 2009, das zwei Jahre später zum 90-jährigen Vereinsbestehen aufgeführte Wunschkonzert mit dem prominenten Stadtmusik-Ansager Peter Strittmatter, eine Konzertreise zum Landesmusikfest in Karlsruhe im Jahr 2015 und ein musikalisches Sommerprojekt mit dem nicht mehr selbst auftretenden Musikverein Bergalingen.

Die Dirigentennachfolge

Von den guten Kontakten des Dirigenten zum namhaften Blasmusikkomponisten Kurt Gäble profitierte auch das Orchester, als der aus dem bayerischen Raum angereiste Verfasser vieler beliebter Werke eine Alpenblick-Probe leitete. Bis heute ist Hubert Ücker, der auch schon sein 25. Dirigentenjahr hinter sich hat, musikalischer Chef des Jubiläumsvereins, dessen Jugendkapelle inzwischen sein Sohn Felix Ücker leitet. Vizedirigent beim Hauptorchester ist mit Markus Klein auch ein Dirigentensohn.

Die Vorsitzenden

In der Verantwortung als Vorsitzender steht seit 2012 Holger Albiez. Er zählt zu den wichtigen Vereinszielen die Verschmelzung mit dem Bergalinger Musikverein, die Verwirklichung des künftigen Probelokals in der ehemaligen Willaringer Grundschule sowie die Anschaffung neuer Uniformen. Seine Amtsvorgänger waren ab dem Jahr 1982 Wilhelm Hottinger, Wilfried Werner, Bernhard Ücker, Peter Zimmermann und Bernd Hottinger.