Die Nutzung von Grabstätten auf dem Rickenbacher Friedhof wird erheblich teurer. Darauf einigte sich der Gemeinderat am Dienstagabend in seiner ersten öffentlichen Sitzung seit Februar. Im Kern basieren die künftigen Gebührensätze für die Nutzung von Grabstätten auf einer Kostendeckung von 80 Prozent. 2019 lag sie bei circa 50 Prozent.

Das bedeutet, dass ein Erdreihengrab für die Nutzungszeit von 20 Jahren anstatt 465 Euro künftig 1508 Euro kosten wird. Mit einer Ausnahme (Familiengrab doppeltbreit, doppelttief) werden sämtliche Formen der Grabnutzung, auch die Nutzung von Aschengräbern, teilweise um das Doppelte angehoben. Die neuen Gebühren gelten ab dem 1. Juni 2020.

Stimmen aus dem Gremium

Den Vorschlag von Gemeinderat Andreas Vogt, bei den Gebühren eine 100-prozentige Kostendeckung – wie zum Beispiel in den Gemeinden Görwihl und St. Blasien – anzustreben, lehnte das Gremium ab. „Da trifft es die Schwachen“, entgegnete Martina Lütte, „der Sprung auf die 80-prozentige Kostendeckung ist fair“. Ähnlich Peter Kermisch: „Ich sehe den Friedhof als soziale Einrichtung, 80 Prozent sind vorerst genug.“

Walter Waßmer sprach von einem „gewaltigen Schritt nach oben“. Er störte sich an dem Umstand, dass in der neuen Gebührenkalkulation auch für Kindergräber Kosten erhoben werden sollen. Diese waren bislang kostenfrei und dabei, so Waßmer, sollte es bleiben. Lorenz Maurer und Peter Kermisch sahen es gleich. „Wir sollten die Gebühr für das Kindergrab weglassen“, forderte Maurer.

Kermisch bezeichnete die Nutzungsbeühr für ein Kindergrab sogar als „abwegig“. Nach der dem Gemeinderat von Sabine Reichert (Heyder & Partner) vorgelegten Gebührenkalkulation würde ein Kindergrab neu 1312 Euro kosten. Die Mehrheit des Gemeinderates folgte dem Vorschlag, darauf zu verzichten.

Margrit Eckert-Schneider brachte in der ausführlichen Diskussion in der insgesamt dreieinhalb Stunden dauernden Sitzung erneut die Gestaltung des Friedhofs zur Sprache. „Ich möchte einen parkähnlichen Friedhof schaffen“, sagte sie. Die Gestaltung des Friedhofs soll durch den Gemeinderat in einer Klausurtagung thematisiert werden, forderte sie. Wogegen Bürgermeister Dietmar Zäpernick nichts einzuwenden hatte, jedoch den Zeitpunkt offen ließ.

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