Der Gemeinderat Rickenbach beauftragt die Verwaltung, die Baugenehmigung und die Fördermittel für das Schulhaus Altenschwand zu beantragen. Bei der Sitzung des Gremiums am Dienstagabend stellten Architektin Katja Knaus und Thomas Braun den Planungsstand des Schulhausumbaus vor. Beide gehören zum Förderverein „Gemeinsam für Altenschwand“, der die Durchführung des Projektes übernommen hat. Knaus erläuterte anhand einer Power-Point-Präsentation die geplante Vorgehensweise.

Umbau in drei Phasen

Der Verein plant den Umbau in drei Phasen über die Jahre 2021 bis 2023. Dies sei erforderlich, um der unverzichtbaren Eigenleistung der Mitglieder und Helfer des Vereins die notwendige Zeit zu geben, so Knaus. Zusätzlich ermöglicht es der Gemeinde, die Eigentümerin des Objektes ist, die benötigten Finanzmittel über drei Haushalte zu verteilen. Knaus erläuterte den Gemeinderatsmitgliedern die einzelnen Bauphasen mit den dazugehörigen Arbeitsschritten. Sie konnte deutlich darlegen, wie die aktuelle Nutzung des Objektes aussieht und wie der Umbau diese Nutzung um etliche Möglichkeiten erweitert und einen Mehrwert für die Bevölkerung schafft. So profitieren in Zukunft nicht nur die ohnehin dort untergebrachten Vereine von der besser abgestimmten Raumaufteilung des Objektes, sondern vor allem der Rest der Bevölkerung, der das Objekt vielfältig nutzen kann, beispielsweise für Feiern und öffentliche Veranstaltungen.

Die Kostenseite

Im Anschluss stellte Thomas Braun, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, die Kostenseite dar. Die Gesamtrechnung geht davon aus, dass das Projekt über den Fördertopf „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ (ELR) bezuschusst wird. Erste Inaugenscheinnahme und Gespräche mit den zuständigen Entscheidern des Programms hätten diese Annahme bestätigt, so Braun. Die Gesamtkosten für den Um- und Ausbau des Objektes belaufen sich demnach auf 1,1 Millionen Euro. Der Verein bringt Arbeiten in Eigenleistung in Höhe von 277.000 Euro ein, die übrige Summe soll mit 40 Prozent aus dem Fördertopf ELR, das entspricht rund 326.000 Euro, bezuschusst werden. So bliebe für die Gemeinde ein Anteil von 490.000 Euro zu stemmen, verteilt über drei Jahre. Für 2021 müsste die Gemeinde, nach dieser Planung, Finanzmittel in Höhe von 290.000 Euro bereitstellen, für 2022 150.000 Euro und für 2023 noch einmal 50.000 Euro.

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Die Gemeinderäte waren sich nach Vorstellung des Projektes darüber einig, dass dies ein tolle Sache sei und dass eine Sanierung des verfallenden Gebäudes, das 50 Jahre Investitionsstau aufweise, nie wieder so günstig zu haben sein würde. So wies Gemeinderat Matthias Vogt daraufhin, dass allein die durch den Verein ehrenamtlich geleistete Architektenarbeit und Bauplanung sicherlich, bei einem von Verwaltungsseite durchgeführten Projekt, 10 Prozent der Gesamtkosten ausmache.

Dennoch bestanden Zweifel ob der Finanzierbarkeit, auch aufgrund des ohnehin durch Schulbau und Breitbandausbau belasteten Haushaltes. So richtete Gemeinderätin Margrit Eckert-Schneider die Frage an Hildegard Bayer, die das Rechnungsamt der Gemeinde vertrat: „Kriegen wir das im Haushalt untergebracht?“ Bayer räumte ein, dass dies tatsächlich schwierig werden könne. So führte sie an, dass die Gemeinde allein 2020 und 2021, aufgrund des Schulbaus und des Breitbandausbaus, zusätzlich hoch belastet sei, um man sich dies auf Dauer nicht leisten könne.

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Abschließend beantworten konnte sie die Frage nicht. Damit war sie an diesem Abend aber nicht allein, weder Bürgermeister noch Gemeinderäte hatten eine Antwort darauf, ob das Projekt letztendlich in diesem Umfang durchführbar sein würde. Nicht abzusehen ist halt immer noch, wie sich die Kosten für die Corona-Krise auf den Haushalt niederschlagen. Dennoch entschloss man sich einstimmig dazu, dem Beschlussvorschlag zuzustimmen und somit die Verwaltung mit der Beantragung der Baugenehmigung und der Fördermittel zu beauftragen. Damit hält sich das Gremium alle Türen offen. Die konkrete Finanzierung der Bauabschnitte muss dann in der jeweiligen Haushaltssitzung erörtert werden. Schon bei den Haushaltsberatungen im November wird sich zeigen, ob erste Mittel freigemacht werden können.