Herrenberg/Rickenbach Zum Tod eines 15-Jährigen beim Zeltlager in einer Unwetternacht im Sommer laufen die Ermittlungen

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach dem tödlichem Unglück im Sommer dauern an. Ein 15-Jähriger war bei einem Unwetter im Zelt von einem Baum erschlagen worden.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen im Zusammenhang mit dem Tod eines 15-jährigen Haslachers bei einem Zeltlager der DLRG im Schwarzwald dauern noch an. Ob sie in diesem Jahr noch abgeschlossen werden können, vermag Behördenleiterin Iris Janke nicht zu sagen: "Ich wage keine Prognose.“

In der Nacht zum Mittwoch, 2. August, wurde der Jugendliche von einem Baum erschlagen. Der 15-Jährige hatte sich zuvor von einem Zeltlager der DLRG Herrenberg in Schwörstadt am Hochrhein aus zu einer Wanderung im Hotzenwald aufgemacht. Auf einem Waldspielplatz im Rickenbacher Ortsteil Egg schlugen die 17-köpfige Jugendgruppe und ihre vier Betreuer ihr Nachtlager auf, ein Teil schlief in einer Schutzhütte, der andere im Zelt. So auch der verunglückte Junge. Bei einem nächtlichen Unwetter mit Sturmböen knickte eine Weißtanne um, stürzte auf das Zelt und begrub mehrere Kinder unter sich. Der 15-Jährige kam dabei ums Leben, drei weitere Teilnehmer der Freizeit wurden verletzt.

Unmittelbar nach dem Unglück nahm die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen die Ermittlungen auf, konkrete Verdachtspersonen gab es aber nicht. Auch zwei Monate nach der tragischen Nacht liegen noch keine Ergebnisse vor. „Es müssen jede Menge Zeugen vernommen werden, das dauert“, sagt die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Janke. Bei diesen Vernehmungen arbeitet die Behörde mit der Polizei zusammen. Darüber hinaus seien weitere Fragen abzuklären – zum Beispiel die, ob der umgestürzte Baum eine Vorbeschädigung gehabt habe oder ob und in welcher Weise vor dem Unwetter gewarnt worden sei.

Vom Ausgang dieser Ermittlungen hängt ab, ob das Verfahren eingestellt wird oder ob es möglicherweise zu einer Anklageerhebung kommt. In diesem Fall stünde dann der Vorwurf der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung im Raum. Ob damit dieses Jahr noch zu rechnen ist, kann Iris Janke von der Staatsanwaltschaft allerdings nicht sagen – aber: „Wir arbeiten so zügig an dem Fall, wie wir können.“

Nach dem Unglück brach die DLRG-Ortsgruppe ihr Zeltlager mit mehr als 100 Kindern in Schwörstadt ab. In Herrenberg richtete der DLRG-Landesverband ein Kriseninterventionszentrum ein, um Betroffene, Angehörige und auch Teilnehmer der Ferienfreizeit zu betreuen.

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