„Petrus muss ein Rickenbacher sein“, sagte der Vorsitzende des Musikvereins 1860, Christian Kaeser, als er die zahlreichen Stamm- und neuen Gäste am Samstagabend beim Sommernachtskonzert begrüßte. Die Wolken erwiesen sich als harmlos und so stand einem fröhlichen Saisonabschluss bei milden Temperaturen nichts im Wege.

 

Der Musikverein Rickenbach gab unter der Leitung von Stefan Wagner ein Sommernachtskonzert auf dem Rickenbacher Dorfplatz.
Der Musikverein Rickenbach gab unter der Leitung von Stefan Wagner ein Sommernachtskonzert auf dem Rickenbacher Dorfplatz. | Bild: Michael Gottstein

Die gut disponierte Jugendkapelle unter Leitung von Ralf Eckert leitete ihren Auftritt mit spanischen Klängen ein. Zu ihren Lieblingsstücken zählte der Hit „Havana“ mit seinen anmutigen Melodien, denen zwei Solotrompeter mit strahlkräftigem und zugleich lässigem Spiel Glanzlichter aufsetzten.

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Nach dem Titel „YMCA“ in fröhlichem Disco-Sound widmete sich das Orchester Jacob de Haans Porträt einer flachen niedersächsischen Landschaft und schilderte diese Idylle mit romantischen, ruhigen und schön ausgehorchten Melodien. Dass sie sich auch auf temperamentvolle Jazz-Standards verstehen, zeigten die Jugendlichen in Herbie Hancocks „Watermelon Man“.

Das Jugendorchester des Musikvereins Rickenbach spielte unter der Leitung von Ralf Eckert.
Das Jugendorchester des Musikvereins Rickenbach spielte unter der Leitung von Ralf Eckert. | Bild: Michael Gottstein

Die Trachtenkapelle unter Leitung von Stefan Wagner eröffnete ihr Programm mit Philip Sparkes „Huntingdon Celebration“ und dem „Festival Sprit“, um „eine Stimmung wie auf einer italienischen Piazza“ heraufzubeschwören, so der Dirigent.

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Das Sommernachtskonzert versteht sich als Ergänzung zu dem von Originalkompositionen dominierten Jahreskonzert, denn auf dem Dorfplatz sollen die Freunde traditioneller Blasmusik bedient werden – und dafür lassen sich die Rickenbacher Musiker gerne von Ernst Mosch und den Egerländern inspirieren. Und wie man hörte, verfehlen diese Polkas nicht ihre Wirkung, wenn sie mit sauberer Intonation, Klangschönheit und der erforderlichen Leichtigkeit gespielt werden.

Der Musikverein Rickenbach gab unter der Leitung von Stefan Wagner ein Sommernachtskonzert.
Der Musikverein Rickenbach gab unter der Leitung von Stefan Wagner ein Sommernachtskonzert. | Bild: Michael Gottstein

Von der traurigen Geliebten „Milenka“ ging es zu einer ebenfalls traurigen Geliebten in der Schweizer Bergwelt, die sich neuen Einflüssen nicht verschließt: Und so spielte der Flügelhorn-Solist Simon Eckert das Solo in dem Volkslied „Chumm über‘s Mätteli“ in einer leicht „rockigen“ Version.

Dank an die Spender

Mit einer Huldigung John Philip Sousas an eine schöne Verkäuferin, einem Titel von Michael Jackson und einer Egerländer Polka endete der erste Teil, bevor der Kommerz in Gestalt der Tombola-Verlosung zu seinem Recht kam. Christian Kaeser dankte der Rickenbacher Geschäftswelt für die gestifteten Preise.

Das Jugendorchester des Musikvereins Rickenbach trat ebenfalls beim Sommernachtskonzert auf.
Das Jugendorchester des Musikvereins Rickenbach trat ebenfalls beim Sommernachtskonzert auf. | Bild: Michael Gottstein

Das Thema des Kirchenliedes „Amazing Grace“ wurde zuerst von den Trompeten vorgestellt, bevor das Orchester mit weichem, gediegenem Klang das Thema fortspann. Neben Märschen und Polkas bot die Trachtenkapelle Werke aus den 1960-er Jahren, als die Musik „etwas härter wurde“, so Stefan Wagner – etwa dank der Band „Deep Purple„, von der unter anderem das bekannte „Smoke on the Water“ mit der nötigen Aggressivität dargeboten wurde. In „All the Best“ zeigte sich das Orchester von seiner temperamentvollen Seite, und für sein Saxophon-Solo erhielt Harald Vesenmeier Zwischenapplaus. Mit „Flying to the Skies“ und zwei Zugaben verabschiedeten sich die Musiker in die Sommerpause.