„Wir Rickenbacher sind immer flexibel“: Als Christian Kaeser, Vorsitzender des Musikvereins Rickenbach, diesen Satz sprach, war der Freitag als Austragungstag des Hördöpfelfäschts gegessen. Stattdessen kam der Samstag in Betracht – obwohl die Wetterfrösche alles andere als eitel Sonnenschein vorhersagten. Aber eben: Die Rickenbacher sind flexibel, außerdem einfallsreich und umsichtig, weshalb sie ein rund 160 Quadratmeter großes Zelt vom örtlichen Team MS-Racing in die Hände bekamen. Das überdies genau in die Kirchstraße passte. Gut, die Buden und Stände hatten darin keinen Platz, aber die hatten ja alle Dächer. Die sie auch brauchten, weil etwa eine Stunde nach Beginn ein Regenschauer losbrach, der es in sich hatte.

Während die Fidelen Dorfmusikanten für Stimmung sorgten, rauschte ein Unwetter aus dem Osten heran und überbrachte dem Hördöpfelfäscht kurzerhand sehr nasse Grüße von oben. So nass, dass die Verstärkeranlage ausstieg und die Dorfmusikanten quasi natur spielen mussten. Der Sprecher der Formation hatte sich derweil einen Friesennerz umgelegt. Die Besucher des Anlasses hatten es da besser, sie saßen im Trockenen. Gut 200 Personen hatten im Zelt Platz, zwei Stunden nach Beginn waren die Sitzbänke voll belegt.

Kein Wunder, denn der Speiseplan konnte sich sehen lassen. Da gab es fast alles, was mit der Kartoffel zu tun hat: Pommes, Geschwellte, Rösti, Reibedatschi, Kartoffelsalat, Kartoffelwaffeln, Hütten-Röstiburger und Verdrüllti Schinze am Spieß, letztere aus der Küche von Majas Hördöpfelspirellis.

Hinter dem Speiseplan steckten die Musikvereine Rickenbach und Hütten, die Bläserjugend, die Trachtenvereinigung Alt-Hotzenwald, Schuhe Matt sowie das Gasthaus Adler. Den musikalischen Rahmen gestalteten neben den Fidelen Dorfmusikanten die Epinett des Vosges und zu später Stunde DJ Love. Die Stimmung war bestens, gar nicht trüb wie das Wetter. Passte schon, denn es hätte alles viel schlimmer sein können, mit Sturmböen, Hagel, gar Schnee. Oder, woran ein Besucher laut dachte: „Das Gute an dem Sauwetter ist, dass keine Wespen unterwegs sind.“