Ab 14. April liegen unter anderem auf den Rathäusern Rickenbach, Herrischried, Bad Säckingen und Wehr die Planunterlagen für das vom Schluchseewerk geplante Pumpspeicherwerk Atdorf allen Betroffenen und Interessierten sechs Wochen zur Einsichtnahme aus. Im Januar 2017 werden in Wehr die aufgrund der Offenlage erhobenen Einwendungen öffentlich erörtert. Sowohl das Landratsamt wie das Schluchseewerk und die Bürgerinitiative Atdorf bieten zusätzlich weitere Informationstermine an.

Schon die Offenlage verdeutlicht die Dimension des Projekts: Der Antrag des Schluchseewerks zum Bau des größten Pumpspeichers in ganz Deutschland umfasst 124 Ordner, 1400 Pläne und etwa 19 000 Textseiten. Bis zum 30. Mai liegen die Unterlagen in 21 Rathäusern aus. Neben den möglichen Standortgemeinden Rickenbach, Herrischried, Bad Säckingen und Wehr sind dies auch alle Gemeinden, in denen das Schluchseewerk Grundstücke für die vorgeschriebenen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen bereits erworben hat oder noch erwerben will.

Landratsamt

Wegen der großen Menge an Unterlagen und der Komplexität der Materie hat das Landratsamt Waldshut als federführende Behörde nicht nur den Zeitraum der Offenlage von den vorgeschrieben vier auf sechs Wochen erweitert. Es führt für die Bürger der vier Standortgemeinden auch eigens Informationsveranstaltungen über das Verfahren durch: am Montag, 11. April, 19 Uhr im Kursaal Bad Säckingen, am Dienstag, 12. April, 19 Uhr im Veranstaltungsraum der Rotmooshalle Herrischried, am Mittwoch, 13. April, 19 Uhr im Großen Saal der Stadthalle Wehr und am Donnerstag, 14.

April, 19 Uhr in der Gemeindehalle Willaringen. „Dort wollen wir erklären, wie die Bürger ihre Betroffenheit erkennen können“, erklärt der Erste Landesbeamte Jörg Gantzer. Außerdem wird ab 14. April der gesamte Antrag auch im Internet zu lesen sei – unter der Adresse www.psw-atdorf.landkreis-waldshut.de.Einwendungen gegen das Pumpspeicher-Projekt können ab Beginn der Offenlage bis einschließlich 13. Juni auf den Rathäusern oder auf dem Landratsamt eingereicht werden. Diese Möglichkeit steht nicht nur den direkten Anliegern und den Bürgern der vier Standortgemeinden offen. Gantzer: „Einwendungen kann jedermann erheben.“ Nach dem Ende der Frist am 13. Juni sichtet das Landratsamt die eingegangenen Einwendungen und hat dann ein halbes Jahr Zeit sie aufzuarbeiten. Im Januar 2017 werden das Projekt und die Einwendungen dagegen öffentlich erörtert. Der Landkreis hat für diesen Anlass eigens von der Stadt Wehr die 400 Personen fassende Seebodenhalle angemietet. Vom 9. bis 26 Januar wird hier der Erörterungstermin unter der Leitung des Ersten Landesbeamten drei Wochen lang jeweils montags bis donnerstags über die Bühne gehen. Die Schluchseewerk AG als Antragstellerin wird mit ihren Experten dort ebenso vertreten sein wir die Bürgerinitiative, weitere Umweltverbände und andere Einwender.

Bürgerinitiative

Etwa ein Jahr nach der Erörterung könnte Anfang 2018 eine Baugenehmigung für den Pumpspeicher vorliegen. Die Bürgerinitiative (BI) hat für diesen Fall bereits ihre Klage angekündigt, was einen Beginn der etwa achtjährigen Bauphase nochmals um Jahre verzögern würde. BI-Vorsitzender Klaus Stöcklin: „Wir werden natürlich klagen. Nach unserer Ansicht gibt es viele Punkte, die anfechtbar sind.“Auch die Bürgerinitiative Atdorf ist sich auf die Offenlage und den Erörterungstermin vorbereitet. „Wie bereits im Rahmen des Raumordnungsverfahrens werden wie auch jetzt wieder die Bürgerinnen und Bürger bei ihren Einwendungen unterstützen“, schreibt sie auf ihrer Homepage. In einer öffentlichen Veranstaltung am Dienstag, 22. März, um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindesaal Bad Säckingen informiert die Bürgerinitiative wie, wo und bis wann die Einwendungen anzubringen sind. Sie bietet dabei auch Formulierungshilfen an. Für das Erörterungsverfahren wurden mehrere Arbeitsgruppen gebildet. Außerdem wird die Bürgerinitiative dort durch ihren Rechtsanwalt beraten.

Schluchseewerk

Ihre Hilfestellung während der sechswöchigen Offenlage bietet auch die Schluchseewerk AG als Antragstellerin an. Ab 14. April bis 30. Mai wird es voraussichtlich mittwochs 16 bis 20 Uhr im Info-Zentrum des Kavernenkraftwerks Säckingen eine Bürgersprechstunde geben. Fragen können ab Beginn der Offenlage außerdem telefonisch unter der kostenlosen Service-Nummer 0800/6 64 68 66 oder per Mail an projekt-atdorf@schluchseewerk. de an Mitarbeiter des Unternehmens gestellt werden. Noch nicht entschieden hat die Schluchseewerk AG, ob sie darüber hinaus zur Offenlage eigene Informationsveranstaltungen anbieten soll.