Viele Einschränkungen

Sascha Langnickel (37) aus Bergalingen ist von Beruf „Business Support Finance“ und sieht in puncto Netzempfang Nachholbedarf: „Meine Erfahrungen mit dem Mobilfunk sind durchwachsen. In Bergalingen kann ich mich Großteils im Freien nicht über die Empfangsstärke beklagen, wohl aber über das mobile Internet – in Zeiten von Smartphones und IP-Telefonie unabdingbar. Selbst mit scheinbarer 4G-Anbindung der zwei großen Deutschen Provider, empfinde ich das Netz als bereits überlastet oder störanfällig und sehr langsam. Auf Grund meines äußerst schlechten Internetanschlusses Zuhause, wäre dies eine wunderbare Alternative gewesen, während wir hier noch lange auf das lang ersehnte Backbone-Netz warten müssen – leider tagsüber nicht besser als mein DSL 2000 Anschluss. Home-Office kann ich daher grundsätzlich vergessen.“

Wo ist der Empfang besonders schlecht?

„Wirklich schlimm finde ich den Netzempfang rund um das Rathaus in Rickenbach. Bewege ich mich dort, beispielsweise für den Einkauf, so bin ich in dieser Zeit einfach nicht erreichbar. Gerne nutze ich daher in dieser Zeit das freie WLAN im Schmidts Markt, damit man mich dennoch halbwegs erreichen kann. Denn finde ich ein Netz und wähle mich ein, doch ist es binnen weniger Bewegung wieder verloren. Gleiches zwischen Rickenbach und Herrischried – in Herrischried selbst ist wieder alles verfügbar. Warum sage ich alles? Ich besitze berufsbedingt eine SIM im Schweizer Netz, kann mich aber kostenfrei in alle europäischen Netze einwählen.“

Das heißt, dass Sie die Netzabdeckung im Hotzenwald als unzureichend empfinden?

„Verglichen mit Städten im Tal ist es ganz bestimmt auf den Wegen zwischen den Orten als unzureichend oder nicht vorhanden einzustufen. Ich möchte mir nicht vorstellen müssen, in einen Unfall oder Notfall verwickelt zu sein, ohne Möglichkeit jemanden anzurufen. Auch mein Fahrzeug verfügt über eine Notfall-Taste, aber wer weiß, ob diese dann funktioniert, sollte ich mich in einem Funkloch befinden.“

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Wie ist der Empfang, wenn Sie im Auto unterwegs sind und telefonieren möchten? Wo geht es am ehesten, wo nicht?

„Während der Fahrt telefoniere ich trotz Freisprecheinrichtung eher selten, daher kann ich über Netzunterbrüche wenig berichten, bis auf die mir bisher bekannten Funklöcher, wo dann der Gesprächspartner natürlich schnell weg ist – irgendwelche Empfangsverstärker im Fahrzeug hin oder her.“

Nutzen Sie das Schweizer Netz? Das greift ja auch in den Hotzenwald.

„Grundsätzlich bevorzuge ich sogar das Schweizer Netz. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es hinsichtlich Abdeckung, Stabilität und vor allem der Geschwindigkeit des mobilen Internets weit überlegen ist. An meinem Wohnort profitiere ich allerdings nicht davon, da der Empfang vergleichbar schlecht ist wie beim deutschen Netz.“

Was soll Ihrer Meinung nach anders/besser gemacht werden? Andere Technologie, mehr Funkanlagen?

„Eine ausreichend gute und stabile Netzabdeckung würde ich jeder neuen oder schnelleren Technologie vorziehen. Es muss auch zwischen den Orten im Hotzenwald gewährleistet sein, in Notfällen nicht unerreichbar zu sein.“

Das Funkloch als Schutzraum

Völlig anders sieht das Maria Theresia Ruf. Die 60-Jährige ist von Beruf Erzieherin, empfindet Funklöcher als Schutzraum für gefährdete Menschen.

Was sie damit meint, erklärt sie so: „Unbequem denken ist nicht beliebt, schon gar nicht, wenn es um Funklöcher geht. Funkloch – was für eine schreckliche Benennung. Jeder Mensch hat ein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit. Es muss also die Frage erlaubt sein: Was geschieht mit jenen Menschen, die eine Dauerbestrahlung nicht aushalten können? Es gibt keinen Einheitsmenschen. Nicht alles tut allen gut, so dass Rückzugsmöglichkeiten und Schutzräume erforderlich sind. Ein Säugling, der heute geboren wird, liefert nicht übermorgen den Beweis, wie gesund oder auch schädlich eine lebenslange Dauerbestrahlung ist. Ein Funkloch erachte ich daher als Chance und als gesunde Freiheitsnische.“

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